109 dem auf landwirtschaftlicher Grundlage aufgebauten Reiche, in dem die Beförderung von Massengütern eine beträchtliche Rolle spielt, bei weitem nicht so groß wie auf dem Gebiete des Personenverkehrs. Im Jahre 1909 beförderten die russischen Bahnen 225 375 Mill. kg (13759 Mill. Pud), die deutschen 491024 Mill. kg. Bei den gewaltigen Raum Verhält nissen, bei der verschiedenartigen Entwickelung und dem sehr von einander abweichenden wirtschaftlichen Zustand der russischen Pro vinzen, in denen infolgedessen ein lebhafter Austausch stattfindet, ist es begreiflich, wenn die Gesamtleistungen in beiden Reichen fast gleiche, in Rußland noch etwas höher als in Deutschland sind 1 ). Auch die Einnahmen aus dem Güterverkehr weichen nicht zu sehr voneinander ab, sind aber in Rußland wieder etwas höher als in Deutschland 1 2 ), wo auch die Durchschnittseinnahme für den Kilometer eine Kleinigkeit niedriger ist als in Rußland 3 ). Was die Betriebsmittel anbelangt, so stehen auch hier die russischen Bahnen gegenüber den deutschen noch durchweg zurück. Rußland zählte 1910 20044 Lokomotiven 4 ), Deutschland 26612. Auf 1W kamen somit in Rußland 0,333, auf 1 km in Deutschland 0,46 Loko motiven. Entsprechend dem Rückstand Rußlands namentlich auf dem Gebiete des Personenverkehrs ist die Zahl der Personenwaagen noch besonders klein. Sie betrug 1910 22369 Stück, dagegen 55923 auf den deutschen Bahnen. Auch der Postverkehr Rußlands hält dem deutschen bekanntlich in keiner Weise stand: er bleibt sogar noch mehr zurück, als das Verhältnis der Bahnpostwagen in den beiden Reichen zueinander vermuten läßt, wonach Rußland 712 Bahnpost wagen, Deutschland 2265 zählt. Eine Annäherung findet wieder hin sichtlich der Stärke des Güterwagenparks statt. Rußland zählte 1910 445014 Güterwagen, Deutschland 557 399 5 ). 1 ) In Rußland wurden 1909 3 325 546 045 000 Pudwerste durchfahren, in Deutschland 48 576 181 000 Tonnenkilometer. Die Zahl der Kilogrammkilometer ist also in Deutschland und in Rußland rund 48 600 bzw. 54 500 Milliarden. 2 ) Die Einnahmen betrugen in Rußland 1 950 515 000 Mk. (903 016 000 Rbl:), in Deutschland 1 772 988 000 Mk. 3 ) In Deutschland für den km 30,725 Mk-., in Rußland für die W 15,055 Rbl. Die mit den Einnahmen aus dem Güterverkehr zusammenhängenden Zahlen sind übrigens insofern schwe» vergleichbar, als ihnen ja auch die Tarifpolitik zugrunde liegt, die schon ihrer Intensität nach in beiden Ländern sehr ver schieden ist. Außerdem spielen auch die verschiedenen Rücksichten der Staats und Privatbahnpolitik mit. 4 ) Die Fortschritte sind freilich bedeutend. So gab es am 1. Januar 1901 erst 12 337 Lokomotiven. °) Die Zahl der Güterwagenachsen war in Rußland 908 166 (15,03 auf 1 W), in Deutschland 1 140 685 (19,60 auf 1 km). — Daß daher das rollende Material den Anforderungen des Krieges nicht genügte, ist begreiflich. Der Hauptkriegs lieferant Rußlands sind die Vereinigten Staaten. Einer der russischen Aufträge bestimmte, daß vor Ablauf des August 1915 in Wladiwostok 400 Lokomotiven und 20 000 Eisenbahnwagen abgeliefert werden müssen.