4 organisierte Einheit. Der gesellschaftliche Charakter der Arbeit und der gesellschaftliche Charakter des Produktionsprozesses 'äußern sich hier in einer beständigen Bewegung der ausge tauschten Waren, in Schwankungen der Marktpreise. Dieser ge sellschaftliche Charakter der Arbeit offenbart sich jedoch nicht so einfach und klar wie in dem Fall, wenn wir eine zweckmäßige gesellschaftliche Arbeitsorganisation vor uns haben. Die Warengesellschaft ist ein System mit einem besonderen Typus des Zusammenhanges, aus dessen Charakter sich ganz spezifische Kategorien der Warenwelt ergeben. Dieses System ist keine „teleologische Einheit“, d. h. kein bewußt geleitetes System nach bestimmtem Plan, Ein solcher Plan ist nicht vor handen. Hier fehlt sogar das Subjekt des Wirtschaftsprozesses. Eigentlich ist es so, daß hier nicht die „Gesellschaft erzeugt", sondern „es wird in der Gesellschaft erzeugt". Und gerade des halb beherrschen nicht die Menschen das Produkt, sondern das Produkt beherrscht die Menschen, und die „elementare Kraft“ der wirtschaftlichen Entwicklung paßt in den gewünschten Rahmen nicht hinein. Wenn die gesamte Gesellschaft bei der Warenproduktion — folglich auch bei der kapitalistischen Methode der Produktion — blind ist, wenn sie in ihrer Gesamt heit keine teleologische Einheit ist, so sind es ihre einzelnen Teile. Die Gesellschaft besteht aus solchen Teilen, die unter einander verbunden sind. Wirtschaftende Subjekte sind in dieser Warengesellschaft gerade diese Teile, während ihr System un persönlich, blind und in diesem Sinne irrational ist. Diese „Irrationalität“ bildet auch die grundsätzliche Voraus setzung für die Existenz der politischen Oekonomie, Aber gerade das wird von den meisten bürgerlichen Oekonomen verkannt. So würde laut Harms*) keine Weltwirtschaft bestehen, wenn es *) Bernhard Harms: „Volkswirtschaft und Weltwirtschaft“, Jena, Gustav Fischer, 1912.