25 stehen, muß man sie gerade in ihren Eigentümlichkeiten be trachten und jene ihrer Merkmale analysieren, die diese Epoche namentlich zur Epoche machen, d. h., die einen besonderen Typus der Beziehungen und vor allem der Produktionsbeziehungen schaffen. Doch wenn wir nun die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung auf Grund dieser Methode aufdecken, so ist es klar, daß wir infolge der Verbundenheit aller Erscheinungen des öffentlichen Lebens auch die Kriege genau so untersuchen müssen. Durch das Gesagte ist die Grundlage für eine Klassifizierung der Kriege gegeben. Es ist dieselbe Grundlage wie für die Klassi fizierung der Staaten. Jeder Produktionstypus hat auch einen entsprechenden Typus des Staates, und jedem Typus des Staates entspricht ein ganz bestimmter Typus des Krieges. Wir wollen einige Beispiele anführen. Wir haben z. B. eine Wirtschaft, die auf Sklaverei beruht. Dann ist auch der Staat nichts anderes, als ein Sklavenhalter-Staat, und der Krieg dieses Staates ist nichts anderes als ein Mittel zur Erweiterung dieses Sklavenregimes, zur Erweiterung der Reproduktion der Produk tionsverhältnisse der Sklavenhaltergesellschaft, Die sogenannten Kolonialkriege Spaniens, Hollands, Frankreichs usw. waren Kriege handelskapitalistischer Staaten. Ihre soziale Rolle lief auf eine Erweiterung der handelskapitalistischen Produktions verhältnisse hinaus, die sich später in Verhältnisse des Industrie kapitalismus transformierten. Als das Industriekapital und seine Staatsorganisationen in den Kampf um die Absatzmärkte traten, fingen die Kriege an, die „rückständige" Welt der Herrschaft des Industriekapitals zu unterwerfen. Schließlich, als die kapita listische Produktionsmethode sich in die Form des Finanzkapita lismus hüllte, tauchte sofort auch ein besonderer Typus der Staatsgewalt auf, der räuberische imperialistische Staat mit seinem zentralisiert-militaristischen Apparat, und die soziale