3 Bucharin: Oekonomik. 33 größte, die mächtigste, die allumfassendste. Eine solche Organi sation ist eben die Staatsgewalt, Die Staatsorganisation der Bourgeoisie konzentriert in sich die ganze Macht dieser Klasse, Folglich müssen alle übrigen Organisationen — vor allem die wirtschaftlichen und dann auch die anderen — ihr untergeordnet sein. Sie alle werden „militarisiert“. Sie alle verwandeln sich in Filialen, in Abteilungen der einheitlichen, der Universalorga nisation. Nur unter diesen Bedingungen erhält das ganze System ein Maximum von Stabilität, So entsteht ein neuer Typus der Staatsgewalt, der klassische Typus des imperialistischen Staates, der auf den staatskapitalistischen Produktionsverhältnissen fußt. Hier verschmilzt die „Oekonomik“ organisatorisch mit der „Politik , die ökonomische Macht der Bourgeoisie verbindet sich unmittelbar mit ihrer politischen Macht, der Staat hört auf, ein einfacher Beschützer des Ausbeutungsprozesses zu sein, und wird zum direkten kapitalistischen Kollektiv-Ausbeuter, der offen dem Proletariat entgegensteht.*) Die Entfaltung der Staatsgewalt offenbart hier ihre ganze dialektische Natur; die Staatsgewalt entstand als ursprüngliche und einheitliche Form der Organisa tion der herrschenden Klasse; sie wurde dann zu einer der vielen Organisationen der Bourgeoisie; schließlich wurde sie von *) Ueber den Staatskapitalismus vergl. außer den zitierten Werken folgende: F. Pinnen „Die Konjunktur des wirtschaftlichen Sozialismus", „Die Bank“. April 1915; Prof. Jaffe: „Die Militarisierung unseres Wirt schaftslebens“ im Archiv für Sozialwisscnschaft und Sozialpolitik, 1915, 40, Band 3, Heft V; Guyot: „Les problemes economiques apres la guerre", Journal des economistes, vom 15. August 1915; Prof. Karl Ballod: „Einiges aus der Utopienlitcratur der letzten Jahre“ in Grünbergs Archiv für die Geschichte des Sozialismus, 6, Jahrgang, 1. Heft; Walter Rathenau: „Die neue Wirtschaft" und „Der neue Staat“; G. Bernhard: „Uebergangswirt- schaft”, Berlin 1918; „Monopolfrage und Arbeiterklasse“ (Artikelsammlung von Rechtssozialdemokraten); von russischen Arbeiten sei auf die Artikel und Broschüren des Genossen Larin (M. Lurje) hingewiesen, insbesondere über die Organisation der deutschen Industrie. Vergl, auch N. Ossinski; „Der Aufbau des Sozialismus" (die ersten Kapitel).