37 Also: die Reorganisation der Produktionsverhältnisse des Finanzkapitals ging in der Richtung zur staatskapitalistischen Universalorganisation, mit der Aufhebung des Warenmarktes, mit der Verwandlung des Geldes in eine Zähleinheit, mit der im Staatsmaßstab organisierten Produktion, mit der Unterordnung des ganzen „volkswirtschaftlichen“ Mechanismus unter die Ziele der Weltkonkurrenz, d. h. vor allem unter die des Krieges. Bei der obigen Analyse haben wir die organisatorischen Formen betrachtet, mit deren Hilfe die kapitalistische Struktur der einzelnen Länder sich an die neuen Existenzbedingungen des ganzen Weltkapitalismus anpaßte. Aber wir betrachteten alle Ver änderungen unter dem Gesichtswinkel der Ueberwindung der Produktionsanarchie. Nun sollen einige Worte über die soziale Anarchie gesagt werden. Die Gesamtheit der Produktionsver hältnisse umfaßt ja nicht nur die Beziehungen zwischen den nach Unternehmen organisierten Menschen allein; es besteht auch eine andere Differenzierung dieser Produktionsbeziehungen, insofern wir von Beziehungen zwischen den Klassen reden. Folglich müßte auch in dieser Richtung eine Umgestaltung der Be ziehungen stattfinden, denn sonst wäre das ganze System im höchsten Grade labil und kurzbefristet. Die Bedürfnisse des Krieges spielten auch hierbei eine gewaltige Rolle, Denn die Mobilmachung der Proletarier und ihrer Köpfe für den Krieg und im Namen des Krieges war für die imperialistische Kriegsführung eine ebenso notwendige Voraussetzung wie die Mobilisierung der materiellen Produktion. Der Prozeß der Ueberwindung der Produktionsanarchie hatte zu seinem Ausgangspunkt die bereits vom Finanzkapital ausge arbeiteten Organisationselemente. Genau so mußte auch der Zentralisation der Produktion und einer Entstehung neuer kapitalistischer Organisationen begleitet war. Denselben Irrtum — mutatis mutandis — be ging auch Engels, als er von den Syndikaten und Trusts sprach. Dieser Fehler darf jetzt nicht wiederholt werden.