4‘ Bucharin: Oekonomik. 51 „Ueberhaupt“, sagt er, „muß uns der jetzige Krieg zu einem vor allem erziehen: zu vertieftem naturalwirtschaftlichen Denken . . . Fast alle ökonomischen Fragen erscheinen unlösbar, wenn man sie bloß geldwirtschaftlich betrachtet, offenbaren sich hingegen als relativ einfach unter naturalwirtschaftlichem Gesichts punkt,“*) Nach all dem Gesagten wird es begreiflich, warum dem so ist: die kapitalistische Gesellschaft ist aus den Fugen geraten, und die Kategorien des Gleichgewichts können der „kritischen" Epoche nicht adäquat sein. Die allgemeine Frage wird also jetzt folgendermaßen formu liert: Was geschieht mit dem gesellschaftlichen System in seiner Naturalform, in Form der verbundenen Naturalelemente, unter der Bedingung der erweiterten negativen Reproduktion? In den Formeln des Arbeitswertes haben wir diese Reihen: c + v + m; c + v+ (m-x); c + v; c + (v-x); (c-y) + (v-nx) usw,; parallel dazu wird der Wert inkommensurabel mit dem Preis. Es ist mit Leichtigkeit zu ersehen, daß vom Standpunkt des kapitalistischen Systems die Lage ungefährlich ist, solange die Erweiterung der negativen Reproduktion auf Kosten von m geht. Hinter dieser Grenze beginnt einerseits das „Verzehren“ des fixen Kapitals und andererseits eine Unterkonsumtion der Arbeiterklasse, ein unsicheres Funktionieren der Arbeitskraft und mangelnde Erfüllung ihrer kapitalbildenden Rolle, d, h. eine Störung in der Reproduktion der Arbeitskraft. Dieser Prozeß findet in zwei Formen seinen Ausdruck: erstens in dem Aus stößen der Arbeitskraft aus dem Produktionsprozeß, zweitens in der Herabsetzung des realen Arbeitslohnes, in der Unter produktion von Energien, die Arbeitskraft bildet in der Disquali- *) R. Goldscheid; „Staatssozialismus oder Staatskapitalismus". Ein finanzsoziologischer Beitrag zur Lösung des Staatsschuldenproblems, 4. und 5. Aufl. Wien—Leipzig, 1917.