h 57 Theoretisch ist dadurch die Verwirklichung des Kommunis mus natürlich noch nicht. erwiesen. Die Frage nach seinen Vor aussetzungen und der Wahrscheinlichkeit seiner Realisierung, — diese Frage deckt sich logisch keineswegs mit der Frage nach dem Zusammenbruch des Kapitalismus, Theoretisch ist eine weitere Zersetzung denkbar, ein „Untergang der Kultur", eine Rückkehr zu den primitiven Formen der mittelalterlichen Halb- natural-Wirtschaft, kurzum, jenes Bild, das Anatole France am Schluß seiner „Insel der Pinguine" ausmalt. Diese Frage schieben wir einstweilen bei Seite, um sie später zu untersuchen. Aber jetzt dürfen wir behaupten, daß eine Wiederherstellung des alten kapitalistischen Systems unmöglich ist. Die Elemente des technischen Produktionsapparates (die Personenelemente) müssen in neuen Kombinationen genommen werden, müssen durch einen Zusammenhang neuer Art verbunden werden, ' damit eine Entwicklung der Gesellschaft möglich ist. Die Mensch heit steht also vor dem Dilemma: entweder „Untergang der Kultur“ oder Kommunismus, nichts Drittes ist möglich. Für die Voraussetzung, daß nach einer Reihe von Produk tionskreisläufen die Produktivkräfte zu wachsen anfangen wer den, muß eine grundsätzliche Vorbedingung da sein: das Wachs tum der sozialistischen (zum Kommunismus sich bewegenden) Produktionsverhältnisse. In diesem Fall werden die „Unkosten der Revolution“ (sowohl der „Ausfall im Arbeitsprozeß" als auch die direkten Verausgabungen der gesellschaftlichen Energie im Prozeß des Bürgerkrieges) jenen Preis ausmachen, mit dem die Menschheit sich die Möglichkeit einer Weiterentwicklung erkaufen wird. mannes hinausgeht, betrachtet Prof. Grinewetzki in seinem Buch die Frage ausschließlich vom Standpunkt der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, als einer urewigen Universalkategorie des menschlichen Seins, Dem künf tigen Geschichtsschreiber der Ideologien wird jene wahrhafte Hühner blindheit geradezu komisch erscheinen, die die bürgerlichen Gelehrten in einem Zeitalter der größten sozialen Umwälzungen auszeichnete.