106 Aber zunächst müssen wir die Frage beantworten; was sind die Produktivkräfte? Im „Elend der Philosophie“ schrieb Marx:*) „Es heißt so mit der Geschichte ins Gesicht schlagen, wenn man mit der Ar beitsteilung im allgemeinen beginnt, um in der Folge zu einem speziellen Produktionsinstrument, den Maschinen, zu gelangen. Die Maschinen sind ebensowenig eine ökonomische Kategorie wie der Ochse, der den Pflug zieht, sie sind nur eine Produktivkraft (Kursiv von uns, N. B.). Die moderne Fabrik, die auf der An wendung von Maschinen beruht, ist ein gesellschaftliches Produk tionsverhältnis, eine ökonomische Kategorie.“ (Kursiv von uns. N. B.) Unter Produktivkräften versteht hier Marx offensichtlich die sachlichen und persönlichen Elemente der Produktion, und dementsprechend ist die Kategorie der Produktivkräfte keine ökonomische, sondern eine technische Kategorie, Anderer seits finden wir bei ihm auch eine andere Definition der Pro duktivkräfte. In Band I und III des „Kapital“ gebraucht Marx sehr oft den Ausdruck „Produktivkräfte" ganz in dem Sinne wie die „Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit,“**) Aber *) Das „Elend der Philosophie", Stuttgart 1920, S. 117. **) Vergl. z, B. „Das Kapital“ Band I, Volksausgabe, S. 451, 541 bis 543 ff., ebenso Band III, Teil 1, wo eine Analyse der durchschnittlichen Profitrate gegeben wird. Beispiel; „Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebener Größe darstellt Je mehr die Produktivkraft der Arbeit zunimmt, umso mehr Mittel des Genießens und Akkumulierens um faßt der Mehrwert," (S. 539—540.) Oder noch deutlicher: „Jener Teil des konstanten Kapitals, den A, Smith den fixen nennt, die Arbeitsmittel, die Baulichkeiten, Maschinen und dergleichen, funktioniert immer vollständig im Produktionsprozeß, verschleißt aber nur allmählich und überträgt nur nach und nach seinen Wert auf die Waren, die er nach und nach hersteilen hilft. Er bildet einen wahrhaften Gradmesser des Fortschritts der Pro duktivkräfte.” (S. 543. Kursiv von uns. N, B.) Ebenso in den „Theorien über den Mehrwert“ Band III, S. 598: „Produktivkraft oder Kraft der Ar beit". Dagegen: „Produktivkraft" („Produktionsmittel“) in der Einleitung zu einer Kritik der pol. Oek.“ S. XLVII.