„Prozesse" und nicht erstarrte metaphysische „Wesenheiten“ erforscht, so werden gerade in der Uebergangsperiode aus offensichtlichen Gründen die Kategorien des Seins durch Kate gorien des Werdens ersetzt, Fließbarkeit, Veränderlichkeit, Be weglichkeit, — diese Züge sind in viel größerem Maße der Uebergangsperiode eigen als den „normal“ sich entwickelnden Verhältnissen innerhalb des festen Produktionssystems. Deshalb entsteht vor uns die Frage: taugen oder taugen nicht jene Methoden und jene Denkkategorien, die Marx in bezug auf die kapitalistische Gesellschaft anwandte, taugen sie jetzt, zurzeit des Bruches des Kapitalismus und der Fundamentlegung einer neuen Gesellschaft? In der Tat. „Bei der Analyse der ökonomischen Formen kann weder das Mikroskop dienen noch chemische Reagenzien. Die Abstraktionskraft muß beide ersetzen.“ *) Indem Marx bei der Erforschung der kapitalistischen Form der Wirtschaft diese Kraft der Abstraktion benutzte, schuf er ein ganzes System von Begriffen, ein System von Werkzeugen der Erkenntnis der lebendigen ökonomischen Wirklichkeit. Nicht nur in den Händen eines Genies, sondern auch in den Händen aller darauffolgenden Forscher — nicht der Apologeten und Sikophanten, sondern der wirklich wissenschaftlichen Erforscher der Erscheinungen des Wirtschaftslebens — bildeten diese Begriffe das Hauptmittel zur wissenschaftlichen Erfassung des Wirtschaftsprozesses, Den Wirtschaftsprozeß wissenschaftlich erfassen, heißt, ihn in seiner Entwicklung verstehen, jede Erscheinung in ihrem Entstehen, ihrer Evolution und ihrem Verschwinden erfassen und ver stehen, als Teil des Ganzen, bei welcher Art wissenschaftlicher Erfassung die von Marx markierten Begriffe wirkten, ohne zu „versagen". Die Ecksteine des ganzen Baues der theoretischen Wirtschaftslehre, d, h, der Theorie der Wirtschaft in ihrer kapi- ") Karl Marx; „Das Kapital“ Hamburg 1914 S. VL 152