176 änderten Formen — auch auf die Werktätigen selbst, auch auf die regierende Klasse selbst. Diese Seite der Frage müssen wir genauer untersuchen. In der Uebergangszeit kann man die Analyse nicht durch die Voraussetzung einer vollkommenen Einheitlichkeit der Klasse einschränken. Bei der Erforschung der abstrakten Gesetze des kapitalistischen Mechanismus brauchte man nicht bei den Molekularbewegungen innerhalb der Klassen und der Differen ziertheit dieser „realen Gesamtheiten" zu verweilen. Dort wurden sie angenommen als eine Größe, die mehr oder weniger einheitlich ist. Eine Uebertragung dieser Anschauung — die im Rahmen der abstrakt-theoretischen Analyse des „reinen Kapitalismus“ vollkommen richtig ist — auf die Analyse der Uebergangszeit mit ihren äußerst fließenden Formen, mit ihrer sozusagen prinzipiellen Dynamik, würde den gröbsten methodologischen Fehler bedeuten. Nicht nur die Mechanik zwischen den Klassen, sondern auch die Mechanik innerhalb der Klassen muß berücksichtigt werden. Sowohl das Wechselver hältnis der gesellschaftlichen Kräfte wie die Verhältnisse inner halb der Klassen sind äußerst bewegliche Größen, deren Beweg lichkeit in den „kritischen Epochen" besonders groß wird.*) Indem der Mensch auf die Natur einwirkt, ändert er seine eigene Natur, sprach Marx, Aber dasselbe geschieht auch im Verlauf des gesellschaftlichen Kampfes. Darin besteht eben auch der Prozeß der revolutionären Erziehung des Proletariats. Betrachtet man diesen Prozeß vom Standpunkt der Schichtungen innerhalb der Klassen, so kann man ihn bezeichnen als Prozeß *) Deshalb ist die Auffassung Kautskys und der Seinigen unsinnig, wenn sie sich die Revolution vorstellen wie das parlamentarische Ab stimmen, wo eine arithmetische Größe (die Hälfte der Bevölkerung -j- 1) auschlaggebend ist. Vergl. Lenin; „Die Wahlen in die Konstituierende Versammlung und die Diktatur des Proletariats“. (Deutsch herausgegben vom Westeuropäischen Sekretariat der K. I. 1920.)