194 Kolonialaufständcn, Nationaiaufständen, kleinen Nationalkriegen usw. äußern. Gewiß, die kolonialen Aufstände und die nationalen Revolutionen (Irland, Indien, China usw.) haben absolut keine direkte Beziehung zu der sich entfaltenden proletarischen Revo lution; ihr lokaler und unmittelbarer Sinn besteht keineswegs in der Einführung der Diktatur des Proletariats; das Proletariat spielt hier im allgemeinen nicht die leitende politische Rolle, denn es ist äußerst schwach. Aber dennoch bilden diese koloni alen Aufstände und nationalen Revolutionen einen Bestandteil des großen revolutionären Weltprozesses, der die ganze Achse der Weltwirtschaft verschiebt. Denn objektiv sind hier Faktoren des allgemeinen Zerfalls der kapitalistischen Produktionsver hältnisse gegeben, eines Zerfalles, der den Sieg der proletarischen Revolution und der Diktatur der Arbeiterklasse erleichtert. Die Diktatur des Proletariats kann nicht siegen, wenn das Proletariat der verschiedenen Länder voneinander isoliert ist. Deshalb ist schon im Lauf des Kampfes eine Verbindung, eine Kohäsion, eine Zusammenschweißung, ein Bündnis zwischen allen entstehenden proletarischen Sowjetrepubliken unumgänglich not wendig. Schon für die Bourgeoisie ist in der Uebergangsperiodc ein Weltbündnis objektiv notwendig; notwendig auch in ökono mischer Hinsicht, denn nur auf diesem Wege kann sie mit der Krise fertig zu werden hoffen; das Bündnis ist für sie auch in politischer Hinsicht notwendig, denn nur so kann sie dem Prole tariat Widerstand leisten. Daher ergeben sich die Versuche zur Schaffung eines „Völkerbundes“. Jedoch der bereits begonnene Zerfall des kapitalistischen Systems, seine ungeheuerliche Des organisation, die Menge der neuentstandenen Reibungen ver stärken die Dezentralisierungs-Tendenzen außerordentlich, und so erleidet die Bourgeoisie Schiffbruch. Das Element des Zerfalls überwuchert die organisatorische Vernunft der Bourgeoisie. Für das Proletariat ist seine ökonomische und politische Einheit eine