42 II. HÄUPTTEIL. ihrer mißlichen Lage trennen sie sich noch nicht vom Stadt leben, sie warten ab, daß die Krise überwunden werde. Milliarden an Erwerbslosenfürsorge werden unproduktiv vom Reich verausgabt, unserer Landwirtschaft mangelt es an Arbeitskräften, aus dem Ausland muß für Milliarden Mark das Brot eingeführt werden. Im Rahmen dieser Abhandlung können wir nicht auf alle Schwierigkeiten und Hindernisse eingehen, die sich der notwendigen Umgruppierung unserer nationalen Arbeits kräfte entgegenstellen. Wir können nur auf einige der wichtigsten Hemmungen und ihre mögliche Bekämpfung inneren Kolonisation, von der Ueberführung städtischer in erster Linie industriell gewerblicher Arbeitskräfte aufs Land, müssen wir entwerfen, weil von der Lösung dieses Problems die Gesundung unserer zerrütteten wirtschaft lichen Lage abhängt, und infolgedessen auch die Einwande rung der vertriebenen Elsaß-Lothringer und ihre Eingliede rung in die deutsche Volkswirtschaft nur richtig beurteilt werden kann unter dem Gesichtspunkt der notwendigen Reagrarisierung Deutschlands! Wir fassen nochmals zusammen: Unsere Industrie ist durch Verringerung ihres Absatzes auf dem Weltmarkt und dem inneren Markt, sowie durch die Einengung ihrer Rohstoffbasis nicht mehr in der Lage, die gleiche Zahl von Arbeitskräften zu beschäftigen und zu ernähren, wie vor dem Kriege. In unserer Landwirtschaft und in unserer Rohstoffproduktion ist Mangel an Arbeitskräften. Bei rich tiger Intensivierung unseres landwirtschaftlichen Betriebes könnten wir die Ernährung unseres Volkes sichern 1 ). Theo- 1) Prof. Dr. Backhaus stellt folgende Berechnung auf: 10 ha Land beschäftigen; extensiv bewirtschaftet mittelmäßig „ intensiv „ 10 ha Land ernähren: mittelmäßig „ intensivj „ 1 Arbeitskraft 5