58 II. HAÜPTTEIL. sehen Unternehmer, sowie auf die bereits stark fortge schrittene Entwicklung der oberelsässischen Textilindustrie zur Zeit der Wiedervereinigung Elsaß-Lothringens mit Deutschland zurückzuführen ist. Sodann läßt sich aus dieser Statistik die bedeutend stärkere Vertretung der Deutschen gegenüber den Ein heimischen unter den Arbeitern und Angestellten als unter den Selbständigen nachweisen, womit sich die Ansicht be kämpfen läßt, die eingewanderten Deutschen hätten in jeder Beziehung den Einheimischen die Zügel aus der Hand genommen. Alle Eingewanderten sind nicht in dieser Statistik ent halten, aber es liegt kein Grund vor anzunehmen, daß die Berufsverhältnisse bei den bereits im Lande geborenen Alt deutschen andere gewesen seien, als bei den zugewanderten. Im Zusammenhang unserer Untersuchung ist diese Statistik wichtig, weil sie uns zeigt, aus welchen Berufen sich die seit November 1918 vertriebenen Elsaß-Lothringer zusammensetzen müssen. Verschwindend klein war die Zahl der altdeutschen Landwirte in Elsaß-Lothringen. Es ist dies ja auch ohne weiteres zu verstehen. Der bodenständige Bauernstand Deutschlands dachte nicht an ein Auswandern nach Elsaß- Lothringen, abgesehen davon, daß in Elsaß-Lothringen keine größere Ansiedelungsmöglichkeit bestand. Wir haben in Elsaß-Lothringen eine starke Besiedelung des platten Landes, die ihren Grund in einer günstigen Bodenverteilung findet. Elsaß-Lothringen ist das Land der Kleinbauern, mit einer gewissen Einschränkung hinsichtlich Lothrin gens. 1907 waren von 244948 landwirtschaftlichen Be trieben : Betriebe unter 2 ha 152 246 von 2—6 ha 54 049 » 5—20 ha 34 471 20-100 ha 3 830 über 100 „ 352 Von diesen 352 Großbetrieben entfallen 317 auf Loth ringen.