60 II. HAUPTTEIL. Doch bleiben diese hinter der Erzgewinnung hinsichtlich der Zahl der von ihnen Beschäftigten weit zurück. Im Rahmen unserer Untersuchung stellen wir fest, daß 1907 8922 in Deutschland geborene Bergarbeiter in Elsaß- Lothringen waren. Eine große Zahl von altdeutschen Ar beitern dürfte schon in Elsaß-Lothringen geboren sein. So können wir damit rechnen, daß sich unter den ver triebenen Elsaß-Lothringern eine große Zahl von Berg arbeitern befindet. Es ist nicht nötig, auf alle industriellen Gewerbe zweige näher einzugehen. Hervorgehoben sei, daß sich eine starke deutsche industrielle Unternehmerschaft, vor allem im Unterelsaß, um Straßburg und in Straßburg selbst,, ein großes Betätigungsfeld in der Nahrungsmittel- und in verschiedenen Veredelungsindustrien, sowie in der Erdöl industrie geschaffen hatte. Dagegen lag in Lothringen der Erzbergbau und die Eisenindustrie hauptsächlich in deut scher Hand, der Kohlenbergbau in französischer, während im Oberelsaß außer den Kalibergwerken die Industrie, in erster Linie die Textilindustrie, im Besitze von ein heimischen und französischen Unternehmern war. Besondere Beachtung verdient die hohe Ziffer der im Baugewerbe Erwerbstätigen. Elsaß-Lothringen hat unter deutscher Herrschaft einen großen wirtschaftlichen Auf stieg erlebt. Die Folge war eine sehr rege Bautätigkeit. Die einheimische Bevölkerung war, wie in verschiedenen Industrien, so auch im Baugewerbe nicht in der Lage, selbst die nötigen Arbeitskräfte zu stellen. Die Zahl der Geburten blieb in Elsaß-Lothringen erheblich hinter der Geburtenzahl im Reiche zurück. Ein unverkennbarer Ein fluß der französischen Kultur machte sich in dieser Rich tung geltend. Überaus stark waren, wie wir sehen, die Altdeutschen in Handel und Verkehr vertreten. Die Einziehung des wieder eroberten Elsaß-Lothringens in die deutsche Volks wirtschaft führte in besonderem Maße die Kaufleute ins Reichsland. Sie schufen die Verbindung mit dem deutschen Absatzmarkt, nachdem die neue Zollgrenze auf den Vogesen