124 III. HAÜPTTEIL. nachträglich vom Reich anforderte. So können diese Zahlen nicht als Monatsverbrauch in der elsaß-lothringischen Ver- triebenenfürsorge bezeichnet werden. Aber aus der Zu sammenstellung geht das eine unbedingt hervor, daß es bis heute nicht gelungen ist, die Unterstützungen für die Flüchtlinge unnötig zu machen. Ein starker Abbau der Unterstützung ist zwar zu bemerken, denn angesichts der Tatsache, daß die Geldentwertung in unserem Lande seit 1919 in besonders hohem Maße fortgeschritten ist, müßte es schon als ein Symptom des Abbaues der Unterstützung bezeichnet werden, wenn die ausgegebenen Summen sich nicht mehr erhöhen, da die Sätze der Erwerbslosenfürsorge und der Zusatzunterstützung selbstverständlich eine gewisse Anpassung an die Geldentwertung erfahren mußten. Be denkt man jedoch, daß sich die Zahl der Flüchtlinge seit Dezember 1919 nicht mehr wesentlich vermehrt hat,— Ende 1919 waren es rund 100000, heute rund 111000 —■ so ist aus den Summen, die in den Monaten des Jahres 1920 bis Ende September verbraucht wurden, zu ersehen, daß der Abbau noch nicht in dem Umfange erfolgt ist, der zu wünschen wäre. Belege hierfür finden sich auch in den Sammel-Aus- gaben-Nachweisen der Landesvereine des Roten Kreuzes, die monatlich eine Zusammenstellung über die in ihrem Bezirk an vertriebene Elsaß-Lothringer ausgezahlten Un terstützungen anfertigen. So wurden vom Landesverein des Roten Kreuzes in Frankfurt a. M. an Unterstützungen für vertriebene Elsaß-Lothringer verauslagt: August Dezember Februar Mai August Zahl der Unterstützten: 1919 1919 1920 g; 1920 $>1920 Erwachsene 1 5613 3296 1912 1269 819 Kinder jfei 2657 1848 1447 1202 981 Laufende Unterstützungen 1014 888 864 100 524 298 418 360 324 571 M. Einmalige „ 80 579 23 819 37 627 57 039 90 890 * Krankenfürsorge 12 073 11475 29 247 54 607 ' 54 390 „ Möbelbeihilfe An Unterstützungen auf — 25 981 20198 40765 3 250 „ den Kopf rund in Mark 133 179 181 231 262