Nach der Wirtschaftsperson. 39 tionseinheit sowie über ihr Verhältnis zueinander. Die praktische Durchführung der Teohnokratie soll zunächst durch Festlegung der Herstellung, Verteilung und Verbrauch auf der Grundlage der Werteinheit, des Ergo, geschehen; als Herstellungskosten gelten dabei die für Herstellung und Verteilung aufgewendeten Energiemengen, die Arbeiter werden ebenfalls in Energie-Einheiten in Höhe ihrer Produkt-Leistung entlohnt. Das würde bedeuten, daß nur handliche Arbeit, da nur diese sich als Produkt niederschlägt, ­ bezahlt wird. Die geistige Arbeit wird nicht gewertet, ebensowenig wie künstlerisches ­ Gestaltungsvermögen. Auch der Begriff der Leistung als Teil der menschlichen Tätigkeit ­ wird außer acht gelassen •— z. T. bewußt, da die Maschinenarbeit die Individualität der menschlichen Leistungsfähigkeit nicht kennt. Dies gilt jedoch nur für die rein psychischen Leistungsunterschiede, wie jeder praktische Ingenieur oder Autofahrer, der die unterschiedlichen ­ Leistungen völlig gleich gebauter Maschinen zu spüren bekommt, bestätigen könnte. Abgesehen davon wird eine Ware nicht nur nach der darin steckenden Energiemenge gewertet, ­ sondern in starkem Maße vom persönlichen Geschmack beeinflußt, was z.B. deutlich der Mißerfolg des Werbefeldzuges „Esse nach Kalorien“ beleuchtet. Es wird übersehen, daß das Gold nicht nur Wertmaßstab, sondern auch Wertgegenstand selbst ist, und zwar ein in der zivilisierten Welt vorläufig noch überall begehrter Wertgegenstand, im Gegensatz zum Erz, das nur den Ingenieur als Leistungseinheit interessiert, wie die Tonne oder das Meter als Gewichts- oder Längeneinheit. Eine Tonne Anthrazit, aus 300 m Tiefe gefördert, mag den gleichen Ergoinhalt haben wie eine Tonne Sand aus der gleichen Teufe, niemand wird auf den Gedanken kommen, sie deshalb gleich zu bewerten. Es ist wiederum die grundsätzliche und völlige Verkennung des Preissystems, die schon charakteristisch für Marx war, die hier auftaucht, ­ verbrämt durch dem technischen Laien unverständliche Formeln und Kurven. Daß diese Bewegung gerade in Nordamerika mit seiner Überschätzung technischer Werte und seinem starken Mangel an Kulturwerten auftaucht, ist verständlich. Daß sie von den Ingenieuren der Welt so ernsthaft erörtert wird, zeigt deren Mangel an Einsicht in wirtschaftliche ­ Vorgänge. Es ist bezeichnend genug für die Schwierigkeiten des Problems vom technischen ­ Fortschritt, daß einmal die Forderung nach Bremsung und das andere Mal nach Herrschaft daraus abgeleitet wird. Beide Male aber soll der technische Fortschritt ­ unter obrigkeitliche Kontrolle genommen werden; beides würde bedeuten, daß die Zeit des freizügigen Wachstums beendet sein würde. Das sind Forderungen, ­ die gewöhnlich nicht für sich allein erhoben werden, sondern im Zusammenhang ­ mit anderen Überlegungen stehen, die unter C. Gesamtwirtschaft noch näher darzustellen sind. B. Die Arten und Formen der Wirtschaftsbetriebe. I. Nach der Wirtschaftsperson. 1. Die Wirtschaftstypen. Wir haben in dem vorauf gegangenen Hauptteil festgestellt, ­ was Wirtschaft ist und was sie bedeuten soll. Die Bereitstellung von Gütern und die Bedürfnisbefriedigung können — wie in der geschlossenen Hauswirtschaft ­ — unmittelbar miteinander verbunden sein, oder •— wie in der Erwerbswirtschaft ­ — über den Umweg der Geldeinkommen und des Marktes vor sich gehen. Wir haben ferner die Unterscheidung zwischen Natural- (Tausch-) Wirtschaft und Geld- (Tausch-) Wirtschaft kennengelernt. Bei all diesen Unterscheidungen ­ handelt es sich um die Art und Weise, wie sich die Bereitstellung der Güter zur Bedürfnisbefriedigung stellt (Wirtschaftsweise). Eine andere Frage ist nun, welche Stellung die Wirtschaftspersonen, also diejenigen, die die Wirtschaft betreiben, zu ihrer Wirtschaft einnehmen. Die Wirtschaftspersonen haben sich Gedanken darüber zu machen, ob etwa ihr ganzes Leben in der Wirtschaft aufgehen ­ soll, oder inwieweit der Wirtschaftsbetrieb ihrem Leben dienstbar gemacht wird. Man kann dies auch so ausdrücken, daß man nach dem Zweck fragt, den sie im Rahmen der Bedürfnisbefriedigung oder des Erwerbes mit der Wirtschaft verfolgen. Die Ausrichtung der Wirtschaft nach den besonderen Zwecken wollen wir Wirtschaftstypen nennen. Es fällt nicht schwer zu erkennen, daß es, geschichtlich ­ gesehen, eine große Zahl verschiedener Typen gegeben hat, und daß es auch