Die  Wirtschaft.

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zweierlei:  1.  daß  sachliche  Dinge  (Mittel)  auch  zur  Befriedigung  geistiger  Bedürfnisse  verwendet ­
  werden  können  und  insoweit  wieder  eine  uneigentliche  Wirtschaft  vorliegt,  2.  daß  die
Personen,  die  diese  Dinge  hersteilen,  dies  aus  Liebhaberei  oder  im  Zuge  ihrer  künstlerischen
Betätigung  (Bildhauerei)  oder  —  wieder  des  Erwerbs  wegen  tun  können.  Auf  die  des  Erwerbs ­
  wegen  betriebene  Wirtschaft  ist  weiter  unten  noch  zurüokzukommen  (Wirtschaft
im  C-Sinne).
Es  ergibt  sich  also:  wie  man  auch  die  Wirtschaft  abgrenzen  will,  so  steht  doch
fest,  daß  sie  einen  ebenso  notwendigen  wie  wichtigen  Teil  des  menschlichen  Lebens
überhaupt  darstellt;  sie  ist  erforderlich,  um  das  Leben  des  Menschen  und  damit
auch  die  ihm  gestellten  Aufgaben  sicherzustellen.  Nur  wenn  man  dazu  übergeht,
diesen  Teil  des  menschlichen  Lebens  begrifflich  und  gedanklich  als  Wirtschaft  abzusondern, ­
  entstehen  Schwierigkeiten,  weil  die  Grenzen  verschieden  gezogen  werden ­
  können.  (Wirtschaft  im  A-,  B-  und  C-Sinne.)  Dies  geschieht  tatsächlich  auch
(und  zwar  in  viel  weitgehenderem  Maße,  als  im  vorstehenden  angedeutet  worden
ist).  So  kommt  es,  daß  der  eine  dies  und  der  andere  jenes  unter  Wirtschaft  versteht, ­
  daß  es  demzufolge  auch  verschiedene  Wirtschaftslehren  (mit  verschiedenen
Ausgangspunkten  oder  Inhalten)  gibt.  Unter  dieser  Tatsache  müssen  naturgemäß
diejenigen  leiden,  die  sich  schnell  über  die  Lehre  von  der  Wirtschaft  unterrichten
wollen;  insbesondere  glauben  die  Praktiker,  sich  nicht  leicht  in  den  verschiedenen
Wirtschaftslehren  zurechtfinden  zu  können.  Sie  übersehen,  daß  es  in  jedem  Falle
eines  Kunstgriffes  bedarf,  um  aus  dem  vielfältigen  und  verschlungenen  Gemeinschaftsleben ­
  der  Menschen  das  abzusondern,  was  als  Sachbereich  für  eine  wissenschaftliche ­
  Darstellung  der  Wirtschaft  in  Betracht  kommen  kann  oder  soll.  Für
den  weiteren  Verlauf  unserer  Darstellung  gilt  die  Wirtschaft  im  B-Sinne:  die
Bemühungen  der  Menschen,  die  Mittel  für  die  Befriedigung  äußerer  (materieller)
Bedürfnisse  aufzubringen.
Das  Wort:  Wirtschaft  erfreut  sich  überhaupt  —  besonders  seit  dem  Kriege  —  einer  großen
Beliebtheit.  Innerhalb  der  eigentlichen  Wirtschaft  spricht  man  von  Anlage-,  Stoff-,  Maschinenwirtschaft, ­
  von  Kapital-  und  gar  Personalwirtschaft.  Auf  technischem  Gebiet  scheint  alles
zu  Wirtschaft  werden  zu  wollen:  Kraft-,  Wasser-,  Kohle-,  Elektrizitätswirtschaft;  man  spricht
von  Bau-,  Textil-  und  Bergwirtschaft  —  es  fehlt  nur  noch,  daß  mansagt;  Wirtschaft-Wirtschaft.
In  allen  diesen  Fällen  ist  das  Wort  Wirtschaft  an  die  Stelle  von  Wesen  getreten:  Stoff-,  Maschinen-, ­
  Personalwesen,  womit  angedeutet  werden  soll,  daß  alles,  was  dem  betreffenden  Gebiet ­
  wesentlich  ist,  eingesohlossen  ist.  Mit  dem  Wort  Wirtschaft  soll  besonders  hervorgehoben
werden,  daß  man  bei  dem  Wesen  auch  an  die  wirtschaftliche  Seite  denkt.  Schön  sind  diese
Wortzusammensetzungen  mit  Wirtschaft  nicht,  ganz  abgesehen  davon,  daß  sie  häufig  ein
falsches  Bild  geben;  mit  der  Wirtschaft  in  unserem  Sinne  haben  sie  unmittelbar  nichts  zu  tun.
2.  Wirtschaft  und  wirtschaftliches  Prinzip.  Die  Mittel,  deren  der  Mensch  zur
Befriedigung  äußerer  Bedürfnisse  bedarf,  fallen  ihm  nicht  ohne  weiteres  in  den
Schoß;  die  Tätigkeit,  die  er  aufwendet,  um  sie  zu  erhalten,  nennen  wir  Arbeit.
Solange  das  Bibelwort  Geltung  hat,  daß  der  Mensch  im  Schweiße  des  Angesichts
sein  Brot  essen  soll,  bedeutet  Wirtschaft  zugleich  Arbeit,  die  Aufwendung  von
Mühen  und  Opfern  zur  Erlangung  der  Mittel,  die  zur  Befriedigung  der  Bedürfnisse
erforderlich  sind.  Die  Wirtschaft  beansprucht  somit  einen  mehr  oder  weniger
großen  Teil  der  menschlichen  Arbeitskraft;  mit  der  Wirtschaft  füllt  der  Mensch
einen  Teil  seines  Lebens  aus,  gestaltet  er  in  weitgehendem  Maße  sein  Leben,  zugleich ­
  das  seiner  Angehörigen  und  nicht  zuletzt  auch  das  seiner  Mitmenschen.
Insofern  ist  der  Mensch  an  die  Wirtschaft  gebunden,  und  er  muß  bestrebt  sein,
sie  in  die  Gestaltung  seines  Lebens  sinnvoll  einzuordnen.
Die  Mittel,  die  der  Mensch  mit  Hilfe  der  Wirtschaft  gewinnt,  werden  üblicherweise ­
  Güter  genannt.  Sie  können  körperliche  Gestalt  annehmen,  also  Sachen  darstellen, ­
  oder  in  Dienstleistungen  bestehen.  Letztere  zerfallen  wieder  in  körperliche
Dienstleistungen  (wenn  z.  B.  bei  einer  Expedition  die  Träger  Lebensmittel  auf  ihrem
Rücken  schleppen)  und  in  geistige  Dienstleistungen  (wenn  der  Professor  der  Landwirtschaftslehre ­
  dem  Bauer  die  beste  Benutzung  seines  Bodens  klarzumachen
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