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Wesen  und  Bedeutung  der  Wirtschaf  tsbetricbc.

versucht).  Beides:  Güter  und  Dienstleistungen  werden  neuerdings  zusammengefaßt ­
  auch  kurz  als  Leistung  bezeichnet.  Wir  wollen  diese  Bezeichnung  auf  einen
bestimmten  Fall  beschränken  (vgl.  III.  Betrieb)  und  im  Bereiche  des  Begriffes
Wirtschaft  an  der  herkömmlichen  Bezeichnung  Gut  festhalten.
Der  Mensch  legt  den  Gütern  nach  dem  Nutzen,  den  sie  ihm  mit  Rücksicht  auf
ihre  Eignung  zur  Bedürfnisbefriedigung  gewähren,  einen  entsprechenden  Wert  bei.
In  gleicher  Weise  bewertet  er  die  Mühen  und  Opfer,  die  er  für  die  Bereitstellung
der  Güter  aufzubringen  genötigt  ist.  Nur  wenn  ein  Vergleich  ergibt,  daß  der
Nutzen  größer  ist  als  der  Wert,  der  dem  aufgewendeten  Opfer  entspricht,  wird  der
Mensch  geneigt  sein,  das  in  Aussicht  genommene  Gut  zu  beschaffen.  Dieser  Tatbestand ­
  hat  zu  einer  weiteren  Erklärung  des  Begriffes  Wirtschaft  Veranlassung  gegeben ­
  :  wirtschaften  sei  ein  Vergleichen  von  Nutzen  und  Opfer  oder  noch  einfacher:
ein  Wählen  zwischen  verschiedenen  Werten.  Diese  Aussagen  enthalten  zweifellos
einen  richtigen  Kern;  sie  lassen  aber  nicht  den  ganzen  Vorgang  erkennen,  der  in
der  Wirtschaft  eingeschlossen  ist,  und  sie  bleiben  daher  für  den  unverständlich,
der  die  Vorgänge  nicht  im  einzelnen  erkennt.
Wirtschaften  bedeutet:  Ausübung  der  Wirtschaft.  Es  geht  darum,  auf  der  einen
Seite  die  Bedürfnisse,  die  befriedigt  werden  sollen,  nach  Art  und  Größe  sowie
Dringlichkeit  abzuschätzen  und  auf  der  anderen  Seite  zu  erwägen,  welche  Mittel
in  Betracht  kommen,  wie  sie  beschafft,  hergestellt  oder  bereitgestellt  werden,
welche  Verfahren  anzuwenden  sind,  um  die  Bereitstellung  durchzuführen.  Hierbei
ist  ein  ständiges  Äbwägen  und  Vergleichen  von  Nutzen  und  Opfern  erforderlich.
Der  Vorgang  des  Wirtschaftens  kann  auch  so  liegen,  daß  von  vorhandenen
Mitteln  auf  deren  Eignung  zur  Befriedigung  von  Bedürfnissen  geschlossen  wird
und  abgeschätzt  werden  muß,  welche  Opfer  noch  bis  zur  Befriedigungsreife  zu
bringen  sind.  Und  schließlich  ist  im  Wirtschaften  eingeschlossen,  daß  die  Einrichtungen ­
  geschaffen  und  die  Veranstaltungen  getroffen  werden,  durch  die  die
Güter  tatsächlich  ihre  Eignung  zur  Bedürfnisbefriedigung  erhalten.  Das  Wirtschaften ­
  stellt  also  sowohl  gedankliche  Überlegungen  als  auch  praktische  Handlungen ­
  dar,  die  —  zusammengefaßt  als  Arbeit  ■—  recht  verwickelter  Natur  sein
können.  (Man  kann  sich  das  Wirtschaften  auch  als  Werteschaffen  vorstellen;  dann
hätte  man  zum  Einprägen  die  Worte:  Wirtschaften  gleich  Werteschaffen.)
Wenn  das  Wirtschaften  von  Erfolg  sein  soll,  dann  ist  es  von  Vorteil  (und  meist
notwendig),  die  einzelnen  Teile  des  Vorganges  in  einer  bestimmten  Ordnung  und
Folge  zu  erledigen.  Also:  zuerst  zu  überlegen,  welche  Bedürfnisse  befriedigt  werden ­
  sollen,  dann:  welche  Mittel  hierfür  in  Betracht  kommen,  und  besonders:  in
welcher  Reihenfolge  und  Zusammenwirkung  die  Stoffe  und  Kräfte  anzusetzen
sind,  damit  die  Bereitstellung  der  Güter  gelingt.  Dieses  ordnende  Überlegen  und
Handeln  des  Menschen  wird  als  Planen  bezeichnet;  somit  liegt  der  Wirtschaftstätigkeit ­
  ein  bestimmter  Plan  —  der  Wirtschaftsplan  zugrunde.  So  wird  Wirtschaft ­
  als  die  planmäßige  menschliche  Tätigkeit  zur  Bereitstellung  von  Gütern
bezeichnet.  Und  da  dieses  ordnende  Planen  von  der  menschlichen  Vernunft  vorgenommen ­
  wird,  sagt  man  weiter,  daß  Wirtschaften  zugleich  ein  vernunftgemäßes
(rationelles)  Handeln  sei.  Doch  muß  man  sich  hierbei  vor  dem  Mißverständnis
hüten,  als  ob  es  sich  in  der  Wirtschaft  immer  nur  um  den  höchsten  Grad  menschlicher ­
  Vernunft  handeln  müsse.  Die  im  einzelnen  vorgesehene  oder  durchgeführte
Ordnung  kann  selbstverständlich  ebensogut  einer  weniger  zweckmäßigen  oder  gar
einer  schlechten  Ordnung  entsprechen.  So  gibt  es  Wirtschaften,  die  ihren  Zweck
erfüllen,  und  die  vielleicht  nach  ihrer  Ordnung  als  Lotterwirtschaften  zu  bezeichnen ­
  sind.  Nicht  selten  haben  unordentliche  Wirtschaften  einen  künstlerischen
oder  spielerischen  Beigeschmack.  Endlich  ist  zu  beachten,  daß  das  Wirtschaften
trotz  besten  Planens  und  größter  Ordnung  sein  Ziel  auch  mal  nicht  erreichen