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Wesen  und  Bedeutung  der  Wirtschaftsbetriebe.

sowie  der  Pflege,  Erziehung  und  Ausbildung  der  Kinder.  Wie  die  Verwendung  der  Geldeinkommen ­
  die  Brücke  vom  Haushalt  zur  Wirtschaftslehre  schlägt,  so  bildet  die  Gestaltung  des
Familienlebens  eine  wichtige  Voraussetzung  für  die  Erreichung  staatspolitischer  Zielsetzungen.
Die  Haushaltslehre  tritt  hierdurch  in  nahe  Beziehungen  zu  den  politischen  Wissenschaften.
4.  Die  Wirtschaftsweise.  Einzel-  und  Gesamtwirtschaft.  Unter  Wirtschaftsweise ­
  wollen  wir  die  Art  und  Weise  verstehen,  wie  Wirtschaft  und  Verbrauch  im
Leben  der  Menschen  miteinander  verbunden  sind.  Dies  ist  grundsätzlich  in  zweifacher ­
  Weise  möglich:  1.  indem  die  Menschen,  die  die  Güter  verbrauchen,  zugleich
der  Wirtschaft  angehören,  die  auch  die  Güter  herstellt,  oder  2.  die  Wirtschaft
stellt  Güter  für  solche  Menschen  her,  die  dem  Verbände  dieser  Wirtschaft  nicht
angehören.  Im  ersteren  Falle  spricht  man  von  Eigenwirtschaft,  im  letzteren  Falle
von  Verkehrswirtsehaft.  Beispiele  für  die  Eigenwirtschaft  stellen  die  Wirtschaften
wilder  Völkerstämme  und  die  großen  Familienwirtschaften  im  alten  Griechenland
und  Rom  dar.  Bei  den  Stammeswirtschaften  bestellen  die  Frauen  das  gemeinsame
Feld,  besorgen  die  Männer  die  Jagd  und  den  Krieg,  bestehen  gemeinsame  Wohnräume,
  wird  alles,  was  Feld,  Jagd,  Krieg  hergibt,  an  alle  verteilt.  Bei  einer
solchen  Wirtschaft  gehören  die  Verbraucher  zur  Wirtschaft,  vollzieht  sich  die
Wirtschaft  innerhalb  der  Angehörigen  dieses  Stammes.  Insoweit  hegt  eine  für
sich  mit  dem  Verbrauch  abgeschlossene  Wirtschaft  vor.  Dasselbe  ist  der  Fall  bei
den  erwähnten  Familienwirtschaften.  Innerhalb  einer  solchen  Wirtschaft  wird
alles,  was  verbraucht  wird,  auch  hergestellt  oder  alles,  was  hergestellt  wird,  auch
verbraucht.  Das  braucht  wiederum  nicht  zu  bedeuten,  daß  die  Menschen,  die
verbrauchen,  nun  genau  dieselben  sein  müssen,  die  wirtschaften  d.h.  die  Güterherstellung ­
  besorgen.  Man  läßt  Hörige  oder  Sklaven  arbeiten  und  die  engeren
Familienangehörigen  am  Verbrauch  teilnehmen.
Wesentlich  für  eine  solche  Wirtschaftsweise  ist,  daß  die  Abschätzung  der  Bedürfnisse  für
einen  geschlossenen,  im  voraus  bekannten  Kreis  von  Menschen  stattfindet,  daß  hiernach  die
Art  und  Menge  der  Güter  bestimmt  wird  und  daß  nunmehr  eine  unmittelbare  Feststellung
des  Erfolges  der  Wirtschaft  möglich  ist,  nämlich:  oh  eine  ausreichende  oder  angemessene  Be^
dürfnisbefriedigung  der  Angehörigen  der  Wirtschaft  stattgefunden  hat.  Auf  jeden  Fall  muß
in  einer  solchen  geschlossenen  Familien-  (oder  Stammes-)  Wirtschaft  eine  Verteilung  der  hergestellten ­
  Güter  von  einer  mit  Ansehen  ausgestatteten  Stelle  vorgenommen  werden;  unter
Umständen  kann  auch  die  Bedürfnisbefriedigung  der  Art  und  Menge  der  verfügbaren  Güter
angepaßt  werden.  Man  erkennt  hier  die  enge  Verbindung  von  Wirtschaft  und  Haushalt  in
persönlicher  wie  örtlicher  Beziehung.  (Wenn  es  neuerdings  üblich  ist,  statt  der  geläufigen  Bezeichnung: ­
  geschlossene  Hauswirtschaft  etwa  Bedarfsdeokungswirtschaft  zu  sagen,  so  ist  das
insofern  ungenau,  als  jede  Wirtschaft  [siehe  Verkehrswirtsehaft]  einen  Bedarf  [Bedürfnisse]
decken  will;  das  besondere  Kennzeichen  der  geschlossenen  Hauswirtschaft  ist  die  Deckung  des
eigenen  Bedarfs  der  Angehörigen  durch  seihst  hergestellte  Güter.)
Man  wird  annehmen  können  (Historiker  haben  für  diese  Annahme  umfangreiche ­
  Beweise  erbracht),  daß  es  vollkommen  geschlossene  Familienwirtschaften
wohl  kaum  gegeben  hat.  Ein  gewisser  Austausch  von  Gütern  von  einer  Person
zur  anderen,  zwischen  Familien,  Gruppen  und  Stämmen  wird  immer  stattgefunden ­
  haben.  Darauf  lassen  die  natürlichen  Bedingtheiten  der  Wohnsitze  wie
die  verschiedenen  Fähigkeiten  der  Menschen  schließen.  Sehr  häufig  wird  der
einzelne  (oder  eine  Gruppe)  dies  oder  jenes  besser  hergestellt  haben,  einer  anderen
Gruppe  das  eine  oder  andere  gefehlt  haben.  Aus  diesen  menschlichen  und  natürlichen ­
  Ungleichheiten  hat  sich  der  Übergang  zur  Verkehrswirtschaft  vollzogen,
freilich  nach  Art,  Zeit  und  Menschen  in  sehr  verschiedener  Weise.
Wenn  sich  die  Menschen  aus  fremden  Wirtschaften  Güter  beschaffen,  so  kann
dies  im  Wege  der  Gewalt  (Raub,  Krieg),  des  Geschenkes  oder  des  Tausches  vor
sich  gehen.  Vielfach  (ursprünglich)  sind  diese  Wege  auch  nebeneinander  beschriften ­
  worden,  so  daß  es  nicht  immer  leicht  ist,  die  Grenzen  im  einzelnen  zu
ziehen.  Im  Laufe  der  Entwicklung  hat  der  Tausch  die  Überhand  gewonnen  und
zwar  in  der  Form  des  Naturaltausches,  bei  dem  das  eine  Gut  gegen  ein  anderes