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Wesen  und  Bedeutung  der  Wirtschaftsbetriebe.

so  aufgefaßt  wird,  fallen  alle  diese  Personen  mit  ihrer  Tätigkeit  unter  Wirtschaft,
was  man  als  nicht  glücklich  ablehnen  muß  (vgl.  II).
Von  größerer  Bedeutung  ist  jedoch  die  Erkenntnis,  daß  die  Geldwirtschaft  eine
weitgehende  Arbeitsteilung  im  Wirtschaften  ermöglicht  und  begünstigt,  daß  nicht
mehr  eine  Wirtschaft  für  einen  geschlossenen  Kreis  von  Menschen  die  Güterherstellung ­
  besorgt,  sondern  daß  jetzt  eine  große  Zahl  einzelner  Wirtschaften  entsteht, ­
  die  vielfach  untereinander  verbunden  sind  und  die  arbeitsteilige  Herstellung
der  Güter  für  ein  ganzes  Volk  und  darüber  hinaus  übernehmen.  Verbraucher  und
Wirtschafter  sind  nicht  mehr  dieselben  Menschen  und  dennoch  umschließt  sie  eine
unlösbare  Gemeinschaft:  sie  sind  aufeinander  angewiesen.  Die  Verbraucher  können ­
  nicht  ohne  die  Wirtschafter  und  die  Wirtschafter  nicht  ohne  die  Verbraucher
bestehen.  Aus  dieser  Verbundenheit  erwächst  das  Begriffspaar:  Einzelwirtschaft
und  Gesamtwirtschaft.  Die  Erwerbswirtschaften  sind  Einzelwirtschaften;  sie
bilden  die  Gesamtwirtschaft,  wenn  man  die  gesamten  Güter  dem  gesamten  Verbrauch ­
  einer  durch  Volk  und  Staat  zusammengefaßten  menschlichen  Gemeinschaft ­
  gegenüberstellt.  Weder  bei  der  Stammes-  oder  Familienwirtschaft,  noch
bei  der  eigentlichen  Tauschwirtschaft  gibt  es  den  Begriff  der  Gesamtwirtsohaft;
diese  Wirtschaften  waren  beides  zugleich:  einzelne  Wirtschaften  und  eine  Gesamtwirtschaft. ­
  Außerhalb  ihrer  Grenzen  gab  es  keine  Verbundenheit  mit  Verbrauchern. ­
  Heute  bilden  die  einzelnen  Erwerbswirtschaften  die  Gesamtwirtschaft. ­

Im  Vorwort  ist  schon  angedeutet  worden,  daß  es  Übung  geworden  ist,  für  diese  Gesamtwirtschaft ­
  einfach  Wirtschaft  zu  sagen.  Das  wäre  dann  die  Wirtschaft  im  E-Sinne.  Will  man  diese
Übung  übernehmen,  so  empfiehlt  es  sich,  die  einzelnen  Wirtschaften  entweder  durch  den  Zusatz: ­
  einzeln  zu  kennzeichnen,  oder,  wie  es  in  diesem  Buche  geschieht,  die  einzelnen  Wirtschaften ­
  als  Wirtsohaftsbetriebe  zu  bezeichnen,  die  sich  in  die  Gesamtwirtschaft  (gleich  Wirtschaft ­
  schlechthin)  zusammenfügen.  Dann  stellt  die  Gesamtwirtsohaft  das  Mittel  dar,  durch
das  sich  dieVolksgemeinschaf  t  die  zum  Leben  ihrer  Angehörigen  erforderlichen  Güter  beschafft.
Wir  brechen  einstweilen  hier  die  weiteren  Erörterungen  über  die  Gesamtwirtschaft  ab
(sie  wird  uns  noch  einmal  in  C  beschäftigen)  und  wollen  ira  folgenden  zunächst  die  Erwerbswirtschaft, ­
  als  die  heutige  Form  der  Verkehrswirtschaft,  etwas  näher  ansehen.

II.  Erwerbswirtschaft  und  Unternehmung.
1.  Die  Erwerbswirtschaft.  Wir  haben  gesehen:  in  der  Erwerbswirtschaft  stellen
die  Menschen  Güter  nicht  für  sich,  sondern  für  die  Bedürfnisse  fremder  Menschen ­
  (die  nicht  dem  eigenen  Wirtschaftsverband  angehören)  her.  Aus  dieser
Wirtschaftsweise  ergeben  sich  ebenso  eigenartige  wie  wichtige  Beziehungen  zwischen ­
  Wirtschaft  und  Verbrauch,  die  wir  im  folgenden  näher  kennenlernen
wollen.
Zunächst:  die  einzelne  Wirtschaft  schätzt  nicht  mehr  den  Bedarf  des  eigenen
Haushaltes  an  Gütern  (wie  bei  der  geschlossenen  Hauswirtschaft)  ab,  sondern  den
Bedarf  vieler,  ja  in  der  Regel  sehr  vieler  Haushalte  anderer  Menschen.  Dieses
Abschätzen  der  Bedürfnisse  (mit  der  Absicht,  entsprechende  Güter  herzustellen),
ist  nicht  das  Vorrecht  einer  einzigen  Wirtschaft,  sondern  es  können  sich  —  im  System ­
  der  Verkehrswirtschaft  —  daran  beliebig  viele  Wirtschaften  mit  der  gleichen
Absicht  (entsprechende  Güter  herzustellen)  beteiligen.  Dann  steht  einer  Vielheit
von  Wirtschaften,  die  Güter  herstellen  (wollen),  eine  Vielheit  an  Menschen  gegenüber, ­
  die  zwecks  Austauschs  von  Gütern  und  Geld  Zusammenkommen  wollen.
Die  Beziehungen  zwischen  anbietenden  Wirtschaften  und  nachfragenden  Personen
(und  Wirtschaften)  nennt  man  Markt.  Wo  dieser  Zustand  besteht,  sich  Wirtschaften ­
  und  Menschen  zu  einem  solchen  System  von  Beziehungen  verbinden,
spricht  man  von  Markt-(Verkehrs-)  Wirtschaft.  Da  die  Verbraucher  für  den  Erwerb
der  Güter  einen  Geldbetrag  aus  ihrem  Geldeinkommen  zu  zahlen  gewillt  sind,  den