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Wesen  und  Bedeutung  der  Wirtschaftsbetriebe.

liegen  ferner  vor,  wenn  Beamte  einer  öffentlichen  Körperschaft  (Staat,  Gemeinde) ­
  ein  Gehalt  beziehen,  für  das  die  Geldmittel  aus  Steuern,  d.  h.  Abgaben
aus  der  Wirtschaft  oder  dem  Einkommen  der  einzelnen  Personen,  aufgebracht
werden.  Endlich  rechnet  man  zu  den  abgeleiteten  Einkommen  die  Geldeinnahmen ­
  der  sog.  freien  Berufe,  d.  h.  derjenigen  Personen,  die  geistige  oder  künstlerische ­
  Leistungen  anderen  Wirtschaften  oder  Personen  anbieten.
Die  Erzielung  der  Geldeinkommen  erfolgt  des  Erwerbs  wegen;  daher  die  Bezeichnung; ­
  Erwerbswirtschaft.  Es  ist  nun  üblich,  diese  Bezeichnung  auf  jede
Erzielung  von  Geldeinkommen  anzuwenden;  also  gibt  es  eine  Erwerbswirtschaft
des  Arztes,  des  Künstlers,  der  Angestellten,  des  Arbeiters,  der  Kapitalisten  -—  und
eine  Erwerbswirtsehaft,  die  Güter  herstellt.  (Wirtschaft  im  C-Sinne.)  Den  hierbei
zutage  tretenden  Unterschied  zwischen  ursprünglichen  und  abgeleiteten  Einkommen ­
  will  man  dadurch  kennzeichnen,  daß  man  von  selbständiger  und  unselbständiger ­
  Erwerbswirtschaft  spricht.  Deutlicher  ist  es,  zu  sagen:  eigentliche  und
uneigentliche  Erwerbswirtschaft.  Dann  ist  die  eigentliche  Erwerbswirtschaft
gleichbedeutend  mit  der  Wirtschaft,  die  Güter  für  die  Befriedigung  materieller
Bedürfnisse  herstellt  (und  den  Haushalt  nicht  umschließt).  Mit  dieser  eigentlichen
Erwerbswirtschaft  haben  wir  es  im  weiteren  Verlauf  unserer  Darstellung  zu  tun.
(Wirtschaft  im  B-Sinne.)
Endlich:  wenn  auch  —  im  ganzen  gesehen  —  es  die  Einkommen  sind,  die  die
in  den  Erwerbswirtschaf  ten  hergestellten  Güter  kaufen  sollen,  so  können  sich  doch
im  einzelnen  Unausgeglichenheiten  ergeben,  die  für  den  beabsichtigten  Ablauf  der
Wirtschaften  von  entscheidender  Bedeutung  sind.  Denn  die  Einkommensbezieher
haben  in  der  Verfügung  über  ihre  Mittel  grundsätzlich  freie  Hand;  das  gilt  sowohl ­
  für  den  Zeitpunkt,  zu  dem  sie  die  Mittel  ausgeben  wollen,  als  auch  für  die
Menge  und  Art  der  Güter,  die  sie  erwerben  wollen.  Das  bedeutet  für  die  Wirtschaft, ­
  die  Güter  bestimmter  Art  erstellt,  eine  mehr  oder  minder  große  Unsicherheit ­
  hinsichtlich  ihres  Erfolges:  ob  gerade  das  Gut,  das  sie  erzeugt,  auch  für  seine
ihm  zugedachte  Zweckbestimmung  wirklich  gekauft  wird.  Es  kommt  hinzu,  daß
das  Einkommen  nur  zu  einem  Teil  zur  Anschaffung  von  Gütern  verwendet  wird:
ein  anderer  Teil  kann  gespart  werden.  Die  Herstellung  der  Güter,  aus  der  das
Einkommen  geflossen  ist,  ist  aber  bereits  erfolgt:  wenn  jetzt  das  Einkommen  in
Geldform  einfach  im  Geldschrank  verbleibt,  ist  von  hier  aus  eine  Störung  in  den
Marktbeziehungen  eingetreten.  Endlich  ist  zu  beachten,  daß  das  ersparte  Geldeinkommen ­
  anderen  Personen  und  Wirtschaften  leihweise  •—  als  Kredit,  durch
Vermittlung  der  Banken  -—  überlassen  werden  kann  und  es  von  deren  Verwendung
wieder  abhängig  ist,  was  an  Gütern  gekauft  wird.
Auf  jeden  Fall  ergibt  sich  aus  diesem  Zusammenspiel  von  Erwerbswirtschaft
und  Einkommen  sowohl  eine  Unsicherheit  des  Wirtschaftserfolges  als  auch  eine
Unsicherheit  des  Einkommensbezugs.  Allerdings  wird  diese  Unsicherheit  durch
vier  Umstände  in  etwa  wieder  eingeschränkt:  1.  Es  gibt  eine  Zahl  unverrückbarer
Bedürfnisse,  deren  Befriedigung  mehr  oder  weniger  feststeht,  wie  z.B.  Wohnung,
Nahrung,  Kleidung,  2.  insbesondere  innerhalb  der  abgeleiteten  Einkommen  ist  die
große  Masse  des  Einkommens  nur  geringen  Schwankungen  unterworfen,  wie  z.B.
Löhne  und  Gehälter,  3.  haben  sich  hinsichtlich  des  Sparens  und  der  Verwendung
von  Spargeldern  bestimmte  Gewohnheiten  (Kreditpolitik)  herausgebildet,  denen
eine  gewisse  Regelmäßigkeit  innewohnt,  4.  gibt  die  Preisgestaltung  am  Markt  gewisse ­
  Fingerzeige  für  die  Richtung,  Größe  und  Dringlichkeit  der  Nachfrage
wie  des  Angebots  von  Gütern,  so  daß  eine  entsprechende  Einstellung  der  beteiligten ­
  Wirtschaften  möglich  ist.  Immerhin  ist  daran  festzuhalten,  daß  die
Erwerbswirtschaft,  die  Güter  für  die  Bedürfnisse  anderer  Personen  herstellt  und
gegen  Geld  verkauft,  mit  einer  erheblichen  Unsicherheit  hinsichtlich  ihres  Erfolges