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Wesen  und  Bedeutung  der  Wirtschaftsbetriebe.

ebenso  gibt  es  einen  Betrieb  dieser  Wirtschaften:  einen  Hans-  oder  Tauschwirtschaftsbetrieb ­
  und  einen  Erwerbswirtschaftsbetrieb.  Auch  die  kapitalistische
Unternehmung  wird  betrieben;  es  gibt  also  einen  Betrieb  der  Unternehmung.
Immer  handelt  es  sich  darum,  einmal  eine  bestimmte  menschliche  Tätigkeit  als
Wirtschaft  zum  Zwecke  der  Güterbeschaffung  zu  erkennen,  und  das  andere  Mal
darum,  zu  sehen,  wie  die  Menschen  diese  Tätigkeit  ausüben,  wie  sie  die  Wirtschaft
veranstalten.  Die  Einheit  ist  die  menschliche  Tätigkeit,  die  sieh  als  Wirtschaft,
d.  h.  nach  ihrem  inneren  Sinn  darbietet  und  zugleich  als  Betrieb  in  die  Erscheinung
tritt,  durch  den  dieser  Sinn  verwirklicht  wird.  (Nach  dieser  Ordnung  ist  die  vorliegende ­
  Darstellung  der  Lehre  von  dem  Wirtschaftsbetrieb  in  Angriff  genommen: ­
  der  Wirtschaftsbetrieb  als  solcher  [1.  Buch],  der  Wirtschaftsbetrieb  als
Wirtschaft  [2.  Buch]  und  der  Wirtschaftsbetrieb  als  Betrieb  [3.  Buch].)
2.  Die  Betriebsmerkmale.  Der  Betrieb  ist  planmäßige  Gestaltung  der  Wirtschaftstätigkeit ­
  durch  den  Menschen.  Mit  seiner  Hilfe  sollen  die  Güter  hergestellt
werden,  die  der  Wirtschaft,  dem  Werteschaffen  entsprechen.  Bei  der  Wirtschaft
handelt  es  sich,  wie  gezeigt  worden  ist,  darum;  die  eigenen  oder  fremden  Bedürfnisse ­
  zu  erkennen,  den  Wertevergleich  zwischen  Nutzen  und  Opfer  vorzunehmen,
zu  überdenken,  wie  das  Gut  der  Bedürfnisbefriedigung  zugeführt  werden  kann.
Von  der  Wirtschaft  her  ergeben  sich  die  Unterscheidungen;  Stammes-  und  Hauswirtschaft, ­
  Tauschwirtschaft  und  Erwerbswirtschaft,  wie  sie  in  I  und  II  besprochen
worden  sind.  Wenn  wir  dagegen  die  Durchführung  der  Wirtschaftstätigkeit,  also
den  Betrieb,  betrachten,  so  treten  uns  andere  Eigentümlichkeiten  entgegen,  nach
denen  wir  Unterscheidungen  vornehmen  können.  Die  folgenden  vier  Merkmale
kennzeichnen  den  Betrieb:  1.  die  Aufgabe:  das  zu  erstellende  Gut,  2.  der  Mensch,
3.  die  Organisation  und  4.  die  Wirtschaftlichkeit.
Im  Anfang  und  im  Mittelpunkt  des  Betriebes  steht  der  Mensch,  der  mit  seiner
Vernunft  den  Plan  für  die  auszuführende  Tätigkeit  entwirft,  die  Anordnung
trifft,  wie  und  mit  welchen  Mitteln  die  Stoffe  zu  Gütern  werden  sollen,  der  den
angeordneten  Vollzug  der  Tätigkeit  überwacht  und  schließlich  prüft,  ob  alles
wohl  getan  ist,  d.h.  dem  Gedanken  der  Wirtschaftlichkeit  Rechnung  getragen
worden  ist.  Menschen,  Gut,  Organisation  und  Wirtschaftlichkeit  sind  die  vier
Grunddinge,  die  in  jedem  (Wirtschafts-)  Betrieb  in  Zusammenklang  gebracht
werden  müssen,  wenn  der  Erfolg  gesichert  sein  soll.
Da  ist  zunächst  der  Mensch  selbst  mit  seinen  Fähigkeiten  und  Charaktereigenschaften, ­
  mit  seinem  Wissen  und  Können,  seiner  Herkunft  und  seinem  Willen,
der  den  Betrieb  gestaltet,  ordnet  und  mit  Leben  versieht.  Wie  diese  Kunst  bei
den  einzelnen  Menschen  —  früher  und  heute,  hier  und  dort  —  in  verschiedener
Weise  anzutreffen  ist,  so  erhalten  die  Betriebe  von  hier  aus  auch  ihre  erste  grundlegende ­
  Gestaltung;  Die  Absonderung  der  Wirtschaftsbetriebe  nach  den  besonderen ­
  Fähigkeiten  der  Menschen,  beispielsweise  ob  es  sich  um  die  Ausübung  der
Jagd  oder  um  die  Anfertigung  von  Töpferwaren  handelt,  ob  jemand  Schuhmacher
oder  Geigenbauer  sein  will;  es  entsteht  eine  Aufspaltung  der  Betriebe  in  soviel
Arten,  wie  es  menschliches  Können  gibt,  wobei  freilich  stets  der  Gesichtspunkt
zu  wahren  ist,  daß  das  auf  diese  Weise  zustande  kommende  Gut  auch  den  ihm  für
die  Bedürfnisbefriedigung  zuerkannten  Wert  erhält.  Wird  der  aus  dieser  Absonderung ­
  entstandene  Wirtschaftsbetrieb  verselbständigt,  so  treten  in  jedem  dieser
Betriebe  wieder  jene  vier  Grunddinge  auf,  die  oben  vermerkt  worden  sind.
Die  Aufgabe  des  Betriebes  besteht  darin,  mit  Hilfe  der  von  der  Natur  gebotenen ­
  Stoffe  und  Kräfte  solche  Güter  herzustellen,  die  der  Befriedigung  menschlicher
Bedürfnissen  dienen.  Auch  vom  Stoff  geht  eine  Aufspaltung  der  Betriebe  aus,  wobei ­
  der  Stoff  häufig  eine  solche  Schwerkraft  besitzt,  daß  sich  die  menschlichen  Fähigkeiten ­
  wohl  oder  übel  ihm  anpassen  müssen.  Das  Vorkommen  von  Kohle,  das