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Wesen  und  Bedeutung  der  Wirtschaftsbetriebe.

geschosse  fertigt,  der  Töpfer  Gefäße  herstellt,  die  Ägypter  Pyramiden  bauen,
James  Watt  die  Dampfmaschine  und  Diesel  den  Motor  erfindet:  Naturstoffe
und  -kräfte  werden  von  Menschenhand  umgestaltet,  umgeformt  oder  umgeleitet. ­

Die  Technik  in  diesem  Sinne  durchzieht  das  ganze  menschliche  Leben:  Wohnung, ­
  Ernährung,  Kleidung  wie  Religion,  Kriege,  Spiel  und  vieles  andere  werden
durch  sie  hergestellt  oder  bestimmt.  Sie  wird  um  ihrer  selbst  willen  betrieben,
wenn  es  darauf  ankommt,  in  der  Abwandlung  von  Stoffen  und  Kräften  Verbesserungen ­
  oder  Neuerungen  zu  suchen  (Erfindungen)  oder  neue  Zusammenhänge
in  dem  Walten  der  Natur  zu  erkennen  (Wissenschaft).  Versuche  in  den  Laboratorien ­
  wie  auch  sonstige  Beschäftigung  mit  der  wissenschaftlichen  und  praktischen
Technik  können  diesen  Zwecken  dienen.  Die  vielen  Menschen  innewohnende  Neigung ­
  zu  technischem  Schaffen  und  Erfinden  führt  zu  immer  neuen  Erkenntnissen
und  Ergebnissen,  die  sich  uns  in  den  Wunderwerken  der  Technik  offenbaren.  In
früherer  Zeit  äußerte  sich  dieser  Drang  zum  technischen  Schaffen  mehr  in  der
Gestaltung  einer  handwerklichen  Kunst  oder  in  der  Ausführung  monumentaler
Bauten.  Heute  macht  die  Maschinentechnik  einen  erheblichen  Teil  der  Technik
aus  —  was  leicht  zu  dem  Fehler  verführt,  die  Maschinentechnik  als  den  Inbegriff
der  Technik  überhaupt  anzusehen.
Wie  aus  vorstehendem  ersichtlich  ist,  kann  sich  die  Technik  außerhalb  der
eigentlichen  Wirtschaft  (und  ihrer  Betriebe)  vollziehen.  Es  ist  also  nicht  so,  daß
das  Verhältnis  von  Wirtschaft  und  Technik  wie  das  der  siamesischen  Zwillinge
ist,  daß  beide  unlösbar  miteinander  verbunden  und  in  ihren  Bewegungen  (Entwicklungen) ­
  unbedingt  aufeinander  angewiesen  sind.  Vielmehr  ist  Technik  außerhalb ­
  der  Wirtschaft  (Kriegstechnik)  möglich,  wie  auch  Wirtschaft  ohne  Technik
denkbar  ist  (so  wenn  etwa  der  primitive  Jäger  das  Wild  mit  den  bloßen  Händen
fängt).  Doch  zeigt  das  letztere  Beispiel  schon,  daß  in  Wirklichkeit  die  Wirtschaft ­
  von  der  Technik  Gebrauch  macht  und  in  weitem  Umfange  machen  muß,
wenn  sie  die  mannigfachen  Güter  hersteilen  will,  die  zur  Befriedigung  menschlicher ­
  Bedürfnisse  erforderlich  sind.  So  ist  es  verständlich,  wenn  der  Mensch
von  jeher  bestrebt  gewesen  ist,  die  Technik  seiner  Wirtschaft  dienstbar  zu
machen.  Hier  haben  wir  die  Technik,  wenn  Erze  und  Kohlen  gefördert,  Eisen
gewonnen,  Werkzeuge  gefertigt  und  Maschinen  gebaut,  wenn  Bäume  gefällt,
Holz  geschnitten  und  Möbel  angefertigt,  wenn  Steine  geschlagen,  Ziegel  geformt
und  Häuser  errichtet  werden  usw.  Von  dem  jeweiligen  Stande  der  Technik  ist
daher  nicht  nur  Art  und  Menge  der  Güter  abhängig,  sondern  ebenso  der  Stand
der  Bedürfnisbefriedigung  wie  auch  Art  und  Gestaltung  der  Wirtschaft.  In
diesem  Augenblick  ist  die  Technik  zugleich  in  ein  nahes  Verhältnis  zur  Wirtschaft ­
  getreten,  und  es  gilt,  im  folgenden  diese  Beziehungen  zwischen  Wirtschaft
und  Technik  weiter  zu  verfolgen.
Die  Wirtschaft,  die  für  die  menschlichen  Bedürfnisse  Werte  schaffen  will,  ist
also  weder  früher  noch  heute  ohne  Technik  denkbar;  die  Technik  —  im  naturwissenschaftlichem ­
  Sinne  —  ist  somit  Bestandteil  der  Wirtschaft.  In  den  Begriff ­
  der  Wirtschaft  ist  die  Technik  eingesohlossen,  natürlich  nur  insoweit,  als
es  sich  um  die  Technik  handelt,  die  sich  zur  Aufgabe  gestellt  hat,  Brauchbarkeiten ­
  für  das  menschliche  Leben  im  Sinne  von  wirtschaftlichen  Gütern  zu  liefern. ­
  Daß  es  außerhalb  dieser  Anwendung  der  Technik  in  der  Wirtschaft  noch
ein  weiteres  technisches  Schaffen  (in  Religion,  Kunst,  Krieg),  wissenschaftliches
Forschen  und  Lehren  in  Laboratorien  und  Schulen  gibt,  sei  nochmals  betont
gegenüber  dem  viel  gehörten  Einwand,  daß  die  Technik  an  sich  nichts  mit  der
Wirtschaft  zu  tun  habe.  Nur  ist  hinzuzufügen,  daß  heute  der  größte  Teil  alles
technischen  Schaffens  und  Erfindens  schließlich  seinen  Zweck  in  einer  vollkom-