Wirtschaftsbetrieb  und  Technik.

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Beurteilung  der  Ausnutzung  der  Anlagen,  Abschätzung  der  betriebstechnischen  Anlaufskosten ­
  (Konstruktion,  Versuche,  Betriebsumstellung,  Herstellungszeit  des  Apparates  selbst).
Auf  Grund  dieser  technischen  Überlegungen  und  Konstruktionen  geht  die  wirtschaftliche
Überlegung  weiter:  ob  ein  oder  mehrere  Arten  von  Staubsaugern  zu  verschiedenen  Preisen
herausgebraoht  werden  sollen,  ob  der  angenommene  Preis  dem  möglichen  Absatz  entspricht?
Ferner  wie  der  Vertrieb  durchgeführt  werden  soll:  ob  unmittelbar  und  mit  eigenen  Angestellten,
Vertretern  oder  durch  den  Handel  ?  Wie  die  Werbung  gestaltet  werden  soll  und  wie  hoch  sich
die  Kosten  hierfür  belaufen  ?  Zur  Wirtschaft  gehört  endlich  die  Aufstellung  der  Schlußrechnung ­
  mit  dem  Ergebnis,  daß  viele  Anfragen  eingelaufen  sind,  auch  ein  verhältnismäßig  großer
Umsatz  stattgefunden  hat,—  daß  aberdie  Erlöse  angesichts  der  hohen  Werbekosten  einen  unzureichenden ­
  Umsatzgewinn  ergeben  haben.
Aus  diesem  Beispiel  wird  der  Zusammenhang  und  die  Verbundenheit  von
Technik  und  Wirtschaft  klar.  Es  zeigt  sich,  daß  beide  Hand  in  Hand  gehen  und
sich  gegenseitig  beeinflussen  müssen.  Im  Wirtschaftsbetrieb  muß  der  Kaufmann
etwas  von  der  Technik  und  der  Ingenieur  einiges  von  der  Wirtschaft  verstehen.  In
diesem  Falle  werden  Technik  und  Wirtschaft  bei  wichtigen  Entscheidungen  zu
ihrem  Recht  kommen.
Das  Beispiel  läßt  noch  etwas  anderes  erkennen:  das  Ergebnis  der  wirtschaftlichen ­
  und  technischen  Überlegungen  und  Bemühungen  ist  schließlich  der  Staubsauger, ­
  der  sich  als  eine  unentbehrliche  Stütze  für  die  Hausfrau  erwiesen  hat.  Der
Staubsauger  ist  der  sichtbare  Ausdruck  dieser  Bemühungen.  Er  wird  bestaunt
und  gelobt  (oder  bemängelt);  die  mit  ihm  verknüpfte  wirtschaftliche  Arbeit  ist
jedoch  unsichtbar,  und  weil  sie  unsichtbar  ist,  wird  sie  leicht  übersehen.  Wenn
wir  durch  die  Straßen  gehen  oder  durch  die  Landschaft  fahren,  so  sehen  wir
Gebäude,  Läden,  Fabriken,  Bohrtürme,  Telegrafendrähte  —  alles  Technik,  die
wir  wahrnehmen  und  die  wir  bewundern.  Daß  dieses  alles  nach  Wirtschaftsplänen
mit  wirtschaftlichen  Überlegungen,  Handlungen  und  Maßnahmen  geschaffen
worden  ist;  das  Mitwirken  der  Wirtschaft  bleibt  unsichtbar.
3.  Wirtschaftlichkeit  in  der  Technik.  Die  Anpassung  der  Technik  an  die
Wirtschaft  wird  heute  mehr  denn  je  als  Ziel  verfolgt.  In  technischer  Beziehung:
durch  Vervollkommnung  der  technischen  Produktion,  Erhöhung  der  technischen
Brauchbarkeit,  Steigerung  der  Leistungsfähigkeit  der  hergestellten  Erzeugnisse.
Doch  auch  in  anderer  Beziehung:  durch  das  Bestreben,  die  Technik  möglichst
ergiebig  zu  gestalten.  Der  Techniker  sagt  hierfür;  wirtschaftliches  Arbeiten  in
der  Technik,  worunter  zu  verstehen  ist:  den  Aufwand  an  Stoffen  und  Kräften
in  einem  günstigen  Verhältnis  zum  Ergebnis  zu  halten.  Es  ist  das  wirtschaftliche
Prinzip,  hier  angewendet  auf  den  besonderen  Fall  der  Technik:  einen  gegebenen
technischen  Erfolg  mit  dem  geringsten  Aufwand  an  Stoffen  und  Kräften  oder  aus
gegebenen  Stoffen  und  Kräften  den  höchsten  technischen  Erfolg  zu  erzielen.  Um
Mißverständnissen  vorzubeugen  (die  leicht  in  Kreisen  der  Techniker  anzutreffen
sind),  sei  nochmals  betont,  daß  es  sich  hierbei  um  den  Sinn  eines  Prinzips  handelt,
das  in  der  Wirtschaft  zuerst  ausgebildet  worden  ist  und  deshalb  das  wirtschaftliche
Prinzip  heißt.  (Da  dieses  Prinzip  in  der  Hauptsache  gerade  an  der  Technik  in
der  Wirtschaft  erwachsen  ist,  so  könnte  man  es  ebenso  gut  als  technisches  Prinzip
bezeichnen;  v.  Gottl.)  Nur  ist  zu  beachten,  daß  durch  die  Befolgung  dieses
wirtschaftlichen  Prinzips  der  technische  Vorgang  an  sich  noch  nicht  zur  Wirtschaft ­
  wird.  Die  Wirtschaft  ist  mehr  als  wirtschaftliche  Gestaltung  der  Technik:
sie  wägt  die  Art  der  Bedürfnisse  und  die  für  ihre  Befriedigung  in  Betracht  kommenden ­
  Mittel  ab  und  vergleicht  die  gesamten  Opfer,  die  für  die  Planung,  Durchführung, ­
  Absetzung  des  technischen  Produktes  entstanden  sind,  mit  dem  Nutzen,
den  es  der  eigenen  oder  fremden  Wirtschaft  gewährt.  In  der  Erwerbswirtschaft
verbindet  die  Wirtschaft  die  technische  Herstellung  der  Güter  in  zweifacher  Weise
mit  der  Außenwelt:  sie  beschafft  vom  Markt  die  zur  Herstellung  erforderlichen
Stoffe  und  Kräfte  und  setzt  an  den  Markt  das  fertiggestellte  Erzeugnis  ab.  In
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