Wirtschaftsbetrieb  und  Technik.

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nische  Herstellung  (Technik)  beschränkt,  sondern  greift  durch  die  Anwendung  von
Maschinen  auch  in  das  kaufmännische  Gebiet  des  Wirtschaftsbetriebs  über.  In
einem  weiteren  Sinne  faßt  man  auch  die  Verwissenschaftlichung  und  Versystematisierung
  des  gesamten  Betriebsablaufs  unter  den  Begriff  des  technischen  Fortschritts ­
  zusammen.
Der  technische  Fortschritt  spielte  früher  und  spielt  auch  heute  noch  in  der
Entwicklung  der  Wirtschaft  eine  ausschlaggebende  Rolle.  Den  einzelnen  Wirtschaftsbetrieben, ­
  die  ihn  fanden  und  anwendeten,  bringt  er  durch  Verbilligung  der
Arbeitsverfahren  sowie  Verbesserung  und  Vermehrung  der  Güter  zumeist  einen
vermehrten  Gewinn.  Dies  besonders  dann  und  solange,  wie  die  übrigen  Wettbewerber ­
  auf  dem  Markt  das  neue  Verfahren  nicht  verwerten  können,  sei  es,  weil
es  durch  Monopolisierung  (Patent)  dem  allgemeinen  Gebrauch  gesperrt  ist,  oder
auch,  weil  ihnen  das  erforderliche  Kapital  nicht  zur  Verfügung  steht.  Das  bedeutet ­
  naturgemäß  eine  starke  Beunruhigung  der  durch  die  Ausschaltung  aus
dem  Markt  betroffenen  Mitbewerber.  Solange  der  Bedarf  allgemein  steigt,  ist
jedoch  eine  verhältnismäßig  baldige  Eingliederung  dieser  Gruppen  in  den  Markt
wieder  möglich.  Dies  ändert  sich  jedoch  sofort,  wenn  die  Entwicklung  des  Bedarfs
mit  der  des  technischen  Fortschritts  nicht  Schritt  hält.  Dann  setzen  mehr  oder
weniger  scharfe  Absatzkrisen  ein,  die  durch  entsprechende  Kostensenkung  um  so
weniger  unterbunden  werden  können,  je  höher  die  Aufwendungen  für  das  Kapital
sind,  die  der  technische  Fortschritt  erfordert  hat.
Für  den  Wirtschaftsbetrieb  ist  dieser  Fragenkreis  in  vieler  Hinsicht  bedeutsam.
Zunächst  ist  festzustellen,  daß  der  technische  Fortschritt  in  starkem  Maße  den
Ausbau  und  die  Höherstufung  der  Produktionsgüter-Industrien  fördert,  d.h.  daß
immer  mehr  Maschinen  zur  Herstellung  von  Produktionsgütern  und  Verbrauchsgütern ­
  erfunden,  gebaut  und  verwendet  werden.  Ferner  verfeinert  der  technische
Fortschritt  die  Art  der  Verteilung  und  des  Verkehrs;  er  wandelt  die  Formen  der
zivilisierten  Genüsse  (Radio,  Tonfilm,  Schallplatte  usw.)  und  erschließt  im  eigentlichen ­
  Sinne  wirtschaftsfremde  Gebiete  (Literatur,  Kunst,  Wissenschaft)  einer
wirtschaftlichen  Betätigung.
Die  unablässigen  Bemühungen,  immer  wieder  von  neuem  auf  den  technischen
Fortschritt  bedacht  zu  sein,  bringen  es  mit  sich,  daß  sich  der  einzelne  Wirtschaftsbetrieb ­
  ständig  in  seinem  Bestände  und  Erfolge  bedrängt  fühlt  und  fühlen  muß.
Um  nicht  ins  Hintertreffen  zu  kommen,  wird  es  für  ihn  erforderlich  sein,  unter
Umständen  solche  Produktionsgüter  auszusondern,  die  zwar  an  sich  noch  brauchbar ­
  sind,  aber  in  ihrer  Leistungsfähigkeit  nicht  mehr  Schritt  halten  mit  den
neueren  technischen  Errungenschaften.  Hier  sind  vorausschauende  Überlegungen
erforderlich:  jeweils  in  die  Kapitalrechnung  einzubeziehen,  was  der  Übergang  zur
technischen  Verbesserung  des  Betriebes  an  möglichen  Verlusten  an  vorhandenen
Gütern  (Produktionsmitteln)  verursachen  oder  was  die  Anschaffung  neuer  Mittel
an  neuem  Kapital  erfordern  würde.  Der  technische  Fortschritt  zwingt  somit  zu
einer  vorsichtigen,  die  Möglichkeiten  der  Entwicklung  berücksichtigenden  Betriebskunst ­
  von  seiten  der  Wirtschaftsbetriebe.
In  Deutschland  hat  sich  der  technische  Fortschritt  nach  dem  Kriege  in  besonders  schneller
Folge  vollzogen  und  schließlich  zu  einer  Arbeitslosigkeit  von  bis  dahin  unvorstellbarer  Größe
geführt.  Doch  ist  es  falsch,  den  technischen  Fortschritt  als  solchen  für  die  Entwicklung  allein
verantwortlich  zu  machen.  Es  sind  drei  Dinge,  die  diese  Entwicklung  begünstigt  haben:
1.  waren  die  Wirtsohaftsbetriebe  hinsichtlich  ihrer  Einrichtungen  durch  Krieg  und  Inflation
stark  vernachlässigt  worden;  2.  setzte  die  Wiederherstellung  (Rationalisierung)  nicht  —  wie
früher  —  bei  dem  einzelnen  Wirtschaftsbetrieb  dieser  oder  jener  Branche  ein,  sondern  sie  erfaßte ­
  mit  einem  Schlage  fast  alle  Wirtschaftsbetriebe  und  ganze  Branchen,  wodurch  das  Ergebnis: ­
  Leistungssteigerung  und  Freisetzung  von  Arbeitskräften  ebenso  wuchtig  in  die  Erscheinung ­
  treten  mußte;  3.  waren  die  Kosten  der  Rationalisierung  meist  nicht  aus  vorhandenem ­
  Kapital,  sondern  —  wie  in  Deutschland  —  im  Zusammenhang  mit  den  Kriegetributen