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Die  Arten  und  Formen  der  Wirtschaftsbetriebe.

die  Bergbau-  und  Industriebetriebe  (Landwirtschaftsbetriebe)  an  den  Einkauf  ihrer  Rohstoffe
herangehen  oder  den  Absatz  ihrer  Erzeugnisse  besorgen.  Auf  diese  Weise  überspannt  der
Handel  den  ganzen  Raum  von  der  Herstellung  der  Güter  bis  zu  ihrem  endgültigen  Verbrauch. ­

3.  Soll  es  im  folgenden  nur  darauf  ankommen,  in  aller  Kürze  die  besondere  Art  der  Tätigkeit
zu  kennzeichnen,  wodurch  sich  die  einzelnen  Gruppen  von  Wirtsohaftsbetrieben  unterscheiden.
Es  wird  sich  zeigen,  daß  auch  in  den  einzelnen  Gruppen  wieder  eine  Arbeitsteilung  stattfindet,
so  daß  nach  der  Tätigkeit  geordnet  eine  große  Zahl  von  Typen  von  Wirtsohaftsbetrieben  zu
erkennen  sind.  Die  Einzelheiten  werden  in  den  besonderen  Lehren:  Handelsbetriebslehre,
Industriebetriebslehre,  Verkehrsbetriebslehre  und  Bankbetriebslehre  dargestellt.  An  dieser
Stelle  soll  es  nur  darauf  ankommen,  zu  zeigen,  daß  es  zahlreiche  Typen  von  Wirtschaftsbetrieben, ­
  d.  h.  mit  verschiedenen  Aufgaben  und  Tätigkeiten  gibt  —  und  daß  man  sich  diese
Tatsachen  vor  Augen  halten  muß,  wenn  von  Wirtsohaftsbetrieben  schlechthin  die  Rede  ist
(und  eine  allgemeine  Lehre  von  den  Wirtsohaftsbetrieben  aufgestellt  werden  soll).
1.  Die  Handelsbetriebe.  Unter  Handel  ist  zu  verstehen:  die  Anschaffung  und
Veräußerung  von  Gütern,  ohne  daß  an  ihnen  eine  Ver-  oder  Bearbeitung  vorgenommen ­
  wird.  Im  Bereiche  des  Handels  werden  die  Güter  nunmehr  Waren
genannt,  weil  sie  Gegenstand  des  Marktverkehrs  sind  und  die  Eigenschaft  eines
Marktgutes  angenommen  haben.  In  diesem  Sinne  besorgt  der  Handel  den  Güteraustausch ­
  zwischen  den  Herstellern  und  den  Verbrauchern.  Die  Überlegung  ist
hierbei,  die  Waren  zu  höheren  Preisen  zu  verkaufen,  als  sie  eingekauft  worden
sind,  in  den  Preisunterschieden  also  einen  Gewinn  zu  suchen.  Die  Möglichkeit
eines  solchen  Gewinnes  ist  davon  abhängig,  oh  die  Ware  durch  den  Handel  vorteilhafter ­
  vom  Hersteller  an  den  Verbraucher  gelangt  als  auf  anderen  Wegen,  die
zwischen  beiden  denkbar  und  möglich  sind.  Denn  auch  die  Hersteller  oder  die
Verbraucher  können  die  Aufgabe  des  Handels  übernehmen,  indem  sie  unmittelbar ­
  miteinander  in  Verbindung  treten.  Hierauf  beruht  die  Unterscheidung  von
Schär:  1.  Produzentenhandel,  wenn  sich  der  Hersteller  die  Rohstoffe  beim  Erzeuger ­
  beschafft  oder  seine  eigenen  Erzeugnisse  an  den  Verbraucher  absetzt;
2.  Konsumentenhandel,  wenn  der  Verbraucher  selbst  oder  durch  besondere  Organisationen ­
  (Genossenschaften)  die  von  ihm  benötigten  Waren  unmittelbar  vom  Hersteller ­
  bezieht  und  3.  Kaufmannshandel,  wenn  selbständige  Kaufleute  aus  der
Anschaffung  und  Veräußerung  von  Waren  ein  besonderes  Handelsgewerbe  machen.
(Handel  im  eigentlichen  Sinne,  auch  Zwischenhandel  genannt.)
Innerhalb  dieses  selbständigen  Kaufmannshandels,  an  den  im  folgenden  in
erster  Linie  gedacht  ist,  hat  sich  eine  Reihe  von  typischen  Handelsbetrieben
herausgebildet,  je  nachdem  sie  den  einen  oder  anderen  Teil  aus  der  allgemeinen
Aufgabe  des  Handels:  Güteraustausch  zwischen  den  Herstellern  und  den  Verbrauchern ­
  zu  ihrem  besonderen  Tätigkeitsgebiet  gemacht  haben.  Entsprechend
dieser  ihrer  Sonderstellung  ist  dann  nicht  nur  der  Aufbau  und  die  Organisation
ihrer  Betriebe,  sondern  auch  die  Arbeit,  die  sie  als  Handelsbetriebe  leisten,  verschieden. ­
  Die  verschiedenen  Typen  von  Handelsbetrieben  kommen  in  den  nachfolgenden ­
  Einteilungen  zum  Ausdruck.  So  unterscheidet  Schär:  1.  den  kollektivierenden ­
  Handel,  der  den  Aufkauf  der  Waren  beim  Hersteller  sowie  ihre  Sortierung ­
  nach  Menge  und  Güte  besorgt;  2.  den  distribuierenden  Handel,  der  die  Überleitung ­
  an  die  Verbraucher  übernimmt,  und  3.  den  Zwischenhandel  (2.  Sinn),  der
sich  zwischen  eins  und  zwei  einschiebt  und  den  eigentlichen  Großhandel  (1.  Sinn)
darstellt.  Eine  andere  Einteilung  ist:  1.  Stehender  und  Wanderhandel,  2.  Kleinund
  Großhandel,  und  3.  Export-  und  Importhandel.
Eine  gute  Übersicht  über  die  verschiedenen  Arten  von  Handelsbetrieben  und
ihre  Stellung  zueinander  gibt  das  von  Schär  entworfene  Schaubild:  „die  Gesamtorganisation ­
  des  Handels“  S.  63).
Das  Sohaubild  gibt  die  Stellen  wieder,  die  als  besondere  Betriebe  im  Handel  mitwirken
können.  Es  ist  natürlich  nicht  gesagt,  daß  sie  bei  jeder  Ware,  die  ihren  Weg  vom  Hersteller
zum  Verbraucher  antritt,  in  ihrer  Gesamtheit  beteiligt  sein  müssen.  Eine  Darstellung  der