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die  Errichtung  von  Zollschranken  allerorts  zu  neuen  Wegen  zwang.  Ganz
wurde  der  Außenhandel  von  der  Devisenbewirtschaftung  getroffen,  deren  sie!
im  Jahre  1931  bedienen  mußte,  als  sich  herausstellte,  daß  die  Ausfuhr  zur  B^feiS!
Schuldverpflichtungen  nicht  mehr  ausreichte.  Nicht  nur,  daß  sowohl  die  Einfu
die  Ausfuhr  eine  außerordentliche  Verminderung  erfuhren,  sondern  auch  die  1
Geschäftsabschlüsse  haben  tiefgehende  Wandlungen  erfahren.  Vor  allem  hat  hierauf  der  Umstand ­
  eingewirkt,  daß  der  Handel  mit  den  einzelnen  Ländern  in  staatliche  Abkommen  über
Art,  Menge  der  Waren  und  ihre  Begleichung  gepreßt  worden  ist,  die  der  eigenen  Initiative
der  beteiligten  Handelsbetriebe  nur  noch  geringen  Spielraum  lassen.  Im  Augenblick  (Anfang
1935)  befindet  sich  der  deutsche  Außenhandel  in  einem  Zustand  größter  Beengung  und  Zusammenschrumpfung, ­
  der  nicht  mehr  viel  von  der  früher  bestehenden  Organisation  und  der
hierbei  gebildeten  Arbeitsteilung  übriggelassen  hat.  Doch  ist  zu  erwarten,  daß  eine  gewisse
Belebung  und  Befreiung  von  den  einengenden  Fesseln  staatlicher  Eingriffe  in  absehbarer
Zeit  wieder  eintreten  wird.  Dann  gewinnen  die  Fragen  nach  der  besonderen  Tätigkeit  in  den
Import-  und  Exportbetrieben  wie  auch  nach  der  Aus-  und  Einschaltung  von  Handelsbetrieben
wieder  größere  Bedeutung.
Zuletzt;  dem  Handel  wird  (zu  allen  Zeiten)  der  Vorwurf  gemacht,  daß  er  durch
sein  Dazwischentreten  die  Ware  verteure,  weil  es  sein  Bestreben  sei,  die  Ware  mit
möglichst  großem  Zwischengewinn  weiter  zu  veräußern.  (Manchmal  wird  die
Meinung  vertreten,  daß  der  Handel  ganz  überflüssig  sei,  weil  er  nichts  anderes
könne,  als  eben:  einen  Gewinn  und  zwar  einen  möglichst  hohen  Gewinn  zu  erzielen.) ­
  Zuerst  ist  aus  dem  Schaubild  auf  Seite  63  zu  erkennen,  daß  der  Handel
eine  besondere  Aufgabe  zu  erfüllen  hat  und  erfüllen  will:  nämlich  die  Güter  von
dem  Hersteller  an  den  Verbraucher  heranzubringen,  oder,  wie  es  oben  ausgedrückt
worden  ist:  den  Güteraustausch  zwischen  Hersteller  und  Verbraucher  zu  besorgen.
(Schär:  Der  Handel  hat  die  Aufgabe,  die  räumliche,  zeitliche  und  persönliche
Trennung  zwischen  Hersteller  und  Verbraucher  zu  überwinden,  Vorrat  und  Bedarf ­
  in  Einklang  zu  bringen.)  Hierzu  ist  eine  Arbeit  erforderlich,  die  in  der
Regel  von  einem  erfahrenen  und  sachkundigen  Handel  besser  geleistet  wird,  als
sie  von  den  beiden  Beteiligten  (Hersteller  und  Verbraucher)  geleistet  werden
kann.  Man  denke  nur  daran,  daß  jemand  seinen  Tee,  den  er  zu  seinem  Frühstück
trinkt,  unmittelbar  vom  Erzeuger  beziehen  wollte.  Diese  Arbeit  wird  —  in  der
Regel  —  nicht  nur  besser,  sondern  auch  billiger  vom  Handel  geleistet,  als  es  den
Beteiligten  möglich  wäre.  Das  kann  sogar  für  die  Fälle  zutreffen,  wo  nicht  ein
sondern  mehrere  Handelsglieder  an  der  Vermittlung  beteiligt  sind.  Denn  gerade
durch  die  Spezialisierung  in  den  Aufgaben:  Aufkauf,  Sortierung,  Groß-,  Kleinhandel ­
  usw.  kann  auf  eine  Kostenersparnis  hingearbeitet  werden,  die  der  Preisgestaltung ­
  zugute  kommt.  Dazu  kommt,  daß  der  Wettbewerb  der  Händler  untereinander ­
  einen  Ausgleich  der  Preise  bei  den  Herstellern  sowie  eine  Senkung
der  Preise  für  die  Verbraucher  bewirkt,  wodurch  zugleich  ein  Ausgleich  der  Gewinne ­
  eintritt.
Nichtsdestoweniger  kann  diese  Neigung  zum  Preisausgleich  gestört  werden,
wenn  bei  großer  Nachfrage  die  Preise  übermäßig  erhöht  werden  (Spekulation)
oder  durch  Verabredungen  Preisrückgänge  hintangehalten  werden.  Auch  eine
Übersetzung  des  Handels,  z.  B.  mit  zahlreichen  Kleinbetrieben,  kann  verteuernd
wirken,  wenn  eine  lebenswichtige  Nachfrage  für  übermäßige  Kosten  und  zahlreiche ­
  Einzelgewinne  aufkommen  muß  (Milchversorgung  der  Großstädte).  Der
richtige  Kaufmann  muß  daran  denken,  daß  er  wichtige  Aufgaben  im  Dienste  der
Allgemeinheit  zu  erfüllen  hat,  und  daß  er  sich  in  der  Gestaltung  seines  Betriebes
wie  in  der  Gewinnerzielung  von  dieser  Einsicht  leiten  lassen  muß.  Oder,  wie
Schär  es  im  Jahre  1907  ausgedrückt  hat:  Jeder  Kaufmann  soll  seinen  Gewinn
als  Tantieme  für  den  Nutzen  ansehen,  den  er  der  Gesamtwirtschaft  leistet.  .  .  .
Anhang:  Die  Kennzeichnung  des  Handelsbetriebs  kann  nicht  abgeschlossen  werden,
ohne  den  wichtigen  Einrichtungen  Erwähnung  getan  zu  haben,  deren  sich  der  Handel  bei  der
Ausübung  seiner  Tätigkeit  bedient:  den  Märkten,  Messen  und  Börsen.  Beim  Warenhandel

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