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Die  Arten  und  Formen  der  Wirtschaftsbetriebe.

beim  Mittelbetrieb  ist  die  Leitung  und  Ausführung  getrennt:  der  Fabrikant
und  der  Kleinhändler  sind  nicht  mehr  im  Betrieb  und  im  Verkauf  tätig;  sie  ordnen
nur  noch  an,  was  gemacht,  und  wie  es  gemacht  werden  soll.  Wesentlich  ist  aber,
daß  sie  noch  mit  allen  Einzelheiten  vertraut  sind,  sozusagen  den  ganzen  Betrieb
im  Kopf  haben.  Endlich:
beim  Großbetrieb  ist  die  Leitung  und  Ausführung  getrennt,  und  zwar  in  der
Weise,  daß  eine  einzelne  Person  nicht  mehr  alles  übersehen  kann.  Es  entstehen
Teilbetriebe  (Abteilungen),  die  mehr  oder  weniger  selbständig  die  arbeitsteilige
Tätigkeit  ausführen  und  nur  allgemeine  Anweisungen  von  der  Leitung  empfangen.
Jetzt  wird  eine  Organisation  nötig,  die  dafür  sorgt,  daß  nicht  nur  die  Teilbetriebe
(Abteilungen)  richtig  arbeiten,  sondern  auch  ein  geordnetes  Arbeiten  der  Teilbetriebe ­
  (Abteilungen)  untereinander  stattfindet.  Und  ebenso  ist  erforderlich,
daß  die  Leitung  über  die  ausführende  Arbeit  unterrichtet  wird.
Die  Unterscheidung  nach  der  Größe  ist  abgestellt  auf  den  Wirtschaftsbetrieb
als  Betrieb.  Es  ist  jedoch  auch  möglich,  das  Größenmerkmal  auf  den  Wirtschaftsbetrieb ­
  als  Wirtschaft  anzuwenden.  Das  geschieht  in  der  Praxis  häufig,  doch
meistens  so,  daß  der  Unterschied  zwischen  Betrieb  und  Wirtschaft  nicht  klar  zum
Ausdruck  kommt.  So  spricht  man  von  mittleren  und  kleinen  Betrieben  und
Unternehmungen,  von  Großbetrieben  und  Großunternehmungen.  Nun  wird  es
in  vielen  Fällen  so  sein,  daß  sich  tatsächlich  beides  deckt:  einem  Kleinbetriebe
wird  eine  kleine  Wirtschaft  oder  eine  kleine  Unternehmung  entsprechen,  ein  Großbetrieb ­
  wird  eine  Großunternehmung  zur  Voraussetzung  haben.  Doch  braucht
das  nicht  immer  der  Fall  zu  sein;  es  gibt  Großuntemehmungen,  die  einen  kleinen
Betrieb  haben,  z.B.  eine  Holdinggesellschaft  der  Elektrizitätsversorgung.  (Dagegen
ist  der  umgekehrte  Fall  ausgeschlossen:  der  Großbetrieb  wird  immer  zugleich  eine
große  Unternehmung  darstellen.)  Natürlich  kommt  es  darauf  an,  welchen  Maßstab ­
  man  für  die  Größenmessung  der  Unternehmung  anlegen  will.  Es  bleibt  keine
Wahl:  wenn  das  hervorstechende  Merkmal  der  kapitalistischen  Unternehmung
das  Kapital  ist,  dann  muß  man  die  Größe  der  Unternehmungen  nach  der  Höhe  des
Kapitals  bestimmen.  Tatsächlich  geschieht  dies  in  der  amtlichen  Statistik,  die
nach  der  Höhe  des  Kapitals  zwischen  kleinen,  mittleren  und  Riesenuntemehmungen
  unterscheidet.
Das  Nebeneinanderbestehen  von  Klein-,  Mittel-  und  Großbetrieben  zeigt,  daß
jede  Betriebsgröße  ihre  Lebensberechtigung  hat,  also  für  den  einzelnen  Fall  ein
Ausgleich  der  Vorteile  und  Nachteile  stattgefunden  haben  muß.  Im  allgemeinen
ist  es  jedoch  üblich,  von  einer  Überlegenheit  des  Großbetriebs  zu  sprechen.  Als
Vorteile  des  Großbetriebs  werden  angeführt  (Schwiedland):  größere  Kapitalkraft, ­
  wohlfeile  Kreditquellen,  zweckmäßige  Organisation  bei  der  Beschaffung  der
Rohstoffe,  bei  der  Erzeugung  und  dem  Vertrieb,  Benutzung  kaufmännischer,  wissenschaftlicher ­
  und  künstlerischer  Schulung  der  dem  Betrieb  angehörigen  Personen. ­
  Auf  technischem  Gebiet:  zweckmäßige  Stoff  Vereinigung  und  -Verwendung,
Vereinfachung  der  Arbeit  durch  Zerlegung  in  einzelne  Arbeitsvorgänge;  im  Großbetrieb ­
  sind  auch  schwache  oder  einseitige  Arbeitskräfte  zu  verwenden;  auf  der
anderen  Seite  wird  der  einzelne  Arbeiter  ein  Fachmann  auf  seinem  Gebiet  mit
Steigerung  seiner  Leistungen.  Die  Werkzeuge  können  dem  einzelnen  Arbeitsvorgang, ­
  der  weitgehend  vereinfacht  ist,  besser  angepaßt  werden;  die  gegenseitige
Abhängigkeit  der  Arbeitsvorgänge  zwingt  zur  strammen  Arbeitsfolge.  Die  Maschine ­
  steigert  die  Menge  der  herzustellenden  Güter,  ermöglicht  die  Einlegung
von  mehreren  Arbeitsschichten,  wenn  es  nötig  ist.  Abfälle  wie  Hilfsstoffe  können
in  einem  großen  Betrieb  besser  verwertet,  Rohstoffe  sparsamer  verarbeitet  werden.
Der  Großbetrieb  kauft  Roh-  und  Hilfsstoffe,  die  Werkzeuge  und  Maschinen
wohlfeiler  und  kann  die  vorhandenen  Räume  und  Maschinen  besser  ausnutzen.