Nach  der  Betriebsgestaltung.

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Die  Ausgaben  für  Aufsicht,  Unterkunft,  Heizung,  Miete  ermäßigen  sich  im  Verhältnis ­
  zur  erzeugten  Menge.  Aus  der  vergleichsweisen  Wohlfeilheit  des  größeren
Betriebes  wird  das  Gesetz  der  abnehmenden  Kosten  abgeleitet.  Es  bedeutet,  daß
bei  Zunahme  der  Erzeugung  ein  immer  geringer  werdender  Anteil  auf  das  einzelne
Stück  entfällt,  die  Gesamtkosten  für  dieses  also  mit  zunehmender  Erzeugung  geringer ­
  werden:  der  Großbetrieb  kann  seine  Güter  zu  niedrigeren  Preisen  als  der
Kleinbetrieb  absetzen.
Es  ist  jedoch  nicht  zu  übersehen,  daß  das  Gesetz  des  zunehmenden  Ertrages
oder  der  sinkenden  Kosten  schließlich  eine  Grenze  hat.  Vogelstein  weist  insbesondere ­
  auf  folgende  Gesichtspunkte  hin:  1.  Die  Zerlegung  der  Arbeit  findet
für  die  Menschen  wie  für  die  Maschinen  einen  Punkt,  über  den  sie  hinaus  nicht
mehr  gesteigert  werden  kann.  Heute  ist  schon  in  vielen  Betrieben  die  Arbeitsteilung ­
  bis  zum  letzten  Ende  durchgeführt.  2.  Die  Vergrößerung  der  Maschinen,
Gefäße,  Werkzeuge  hat  eine  Grenze  in  ihrer  Handhabung  und  Haltbarkeit.
Nimmt  man  bessere  Stoffe,  dann  entstehen  neue  Kosten.  Ein  Schmelzofen  läßt
sich  nicht  unendlich  vergrößern,  da  sonst  seine  Bedienung  auf  Schwierigkeiten
stoßen  würde.  3.  Auch  die  Leistungsfähigkeit  eines  Raumes,  einer  Maschine,  der
leitenden  und  beaufsichtigenden  Personen  ist  beschränkt.  Wir  haben  oben  gesehen,
daß  bei  großen  Betrieben  der  einzelne  nicht  mehr  alles  übersehen  kann.  Abteilungen
und  Teilbetriebe  werden  gebildet  und  mit  Abteilungs-  und  Betriebsleitern  besetzt.
Die  Arbeit,  die  sie  leisten,  ist  eigenartig  und  im  Kleinbetrieb  unbekannt;  sie  wird
daher  im  Großbetrieb  höher  bezahlt,  als  unter  Umständen  die  ganze  Leitung  im
Kleinbetrieb  kostet.  Perner  sind  im  Großbetrieb  besondere  Kontrollen  über
Waren,  Arbeitsleistungen  und  Personen  erforderlich.  Das  Rechnungswesen  setzt
besondere  Einrichtungen  voraus,  interne  Schreibereien  werden  erforderlich,  wozu
wieder  neue  Arbeitskräfte  gebraucht  werden.  Aus  allem  ergibt  sich,  daß  über  eine
bestimmte  Grenze  hinaus  eine  Verbilligung  der  Erzeugung  nicht  zu  erwarten  ist.
Mit  anderen  Worten:  an  einem,  in  jedem  einzelnen  Palle  zu  bestimmenden  Punkte
verwandelt  sich  das  Gesetz  vom  steigenden  Ertrag  oder  vom  Sinken  der  Kosten  in
sein  Gegenteil.  (Auf  die  Kostengestaltung  mit  besonderer  Berücksichtigung  des
Beschäftigungsgrades  ist  im  zweiten  Buch  unter  C  Umsatz  besonders  einzugehen.)
Dazu  kommt  die  Entpersönlichung  des  Großbetriebs,  die  Entfremdung  zwischen ­
  dem  arbeitenden  Menschen  und  seinem  Arbeitsergebnis  —  Nachteile,  die  es
verständlich  machen,  daß  dem  Klein-  und  Mittelbetrieb  auch  dann  der  Vorzug  gegeben ­
  werden  kann,  wenn  die  kapitalistische  Rechnung  nicht  gerade  mit  dem
höchsten  Geldertrag  aufgeht.  Auf  der  anderen  Seite  ist  nicht  zu  übersehen,  daß
dem  einzelnen  Wirtschaftsbetrieb  in  vielen  Fällen  von  der  Technik  eine  bestimmte
Größe  (und  daher  unter  Umständen  auch  der  Großbetrieb)  vorgeschrieben  ist.
Dies  ist  der  Pall,  wenn  besondere  technische  Einheiten  für  Massenleistungen  geschaffen ­
  werden  (Großkraftwerke)  oder  erst  zahlreiche  Einheiten  erforderlich  sind,
die  eine  Massenherstellung  ermöglichen.  (Wir  werden  am  Schluß  dieses  Abschnittes
noch  einmal  auf  den  Großbetrieb  zurückkommen;  vorher  wollen  wir  seine  Erscheinungsformen ­
  näher  kennen  lernen.)
2.  Einfache  und  zusammengesetzte  (Spczialisations-  und  Kombinations-)  Betriebe. ­
  Neben  der  Einteilung  nach  der  Größe  ist  die  Frage  wichtig,  ob  die  Betriebe
sich  auf  die  Herstellung  eines  einzigen  Gutes  oder  einer  Güterart  beschränken,  oder
ob  sie  eine  mehr  oder  minder  große  Vielheit  von  Gütern  hersteilen  sollen.  Im  ersten
Pall  hegt  ein  einfacher  Betrieb  vor  (Spezialisation),  im  letzten  Fall  ein  zusammengesetzter ­
  Betrieb  (Kombination).
Der  Großbetrieb  führt  zur  Vereinzelung  oder  Spezialisierung;  man  kann  auch
sagen,  daß  in  der  Vereinzelung  erst  die  Auswirkung  zum  Großbetrieb  möglich
ist;  sie  ist  die  eine  Voraussetzung  für  die  Massenherstellung  und  damit  für  die
Prion,  Die  Lehre  vom  Wirtschaftsbetrieb.  I.  6