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Die  Arten  und  Formen  der  Wirtschaftsbetriebe.

Kostensenkung.  Die  Neigung  zur  Vereinzelung  ist  gleichermaßen  in  der  Industrie
wie  im  Handel  bemerkbar:  Ein  Industriebetrieb,  der  ursprünglich  mehrere  Erzeugnisse ­
  aus  Eisen  fertigte,  beschäftigt  sich  jetzt  nur  noch  mit  der  Herstellung
von  Draht;  aus  der  Gemischtwarenhandlung  der  alten  Zeit  sondert  sich  das  Manufaktur-, ­
  Spezerei-,  Papier-usw.  Geschäft  ab;  Maschinenfabriken,  die  früher  verschiedene ­
  Arten  von  Maschinen  herstellten,  haben  sich  auf  die  Herstellung  landwirtschaftlicher ­
  Maschinen  umgestellt;  die  Spinnerei  und  Weberei  gibt  die  Weberei ­
  auf:  man  nennt  diese  Vorgänge  auch  Aussonderung  (Differenzierung).
Der  Vereinzelung  (Spezialisierung)  ist  besonders  in  den  letzten  30  Jahren  die
andere  Entwicklung  gegenübergetreten:  die  Zusammengesetztheit  (Kombination).
Eine  Vor-Nach-Zusammensetzung  (vertikale  Kombination)  liegt  vor,  wenn  ein  Betrieb ­
  eine  seiner  Erzeugung  nachfolgende  oder  vorangehende  Stufe  sich  angliedert,
also  eine  Eisenhütte  über  Erz-  oder  Kohlengruben,  eine  Maschinenfabrik  über  eine
Eisengießerei,  eine  Spinnerei  zugleich  über  eine  Weberei  oder  umgekehrt  verfügen.
Diese  Vor-Nach-Zusammensetzung  wird  als  Integration  bezeichnet.  Wenn  die
Integration  in  der  Weise  erfolgt,  daß  der  Stammbetrieb  einen  zweiten  (oder  dritten
usw.)  Betrieb  neu  errichtet,  dann  spricht  man  von  Betriebsintegration;  entsteht
die  Integration  aus  der  Verschmelzung  zweier  oder  mehrerer  Unternehmungen
(Fusion),  so  liegt  Unternehmungsintegration  vor.
Eine  Neben-Zusammensetzung  (horizontale  Kombination)  ist  gegeben,  wenn
ein  Betrieb  mehrere  Erzeugnisse  nebeneinander  herstellt.  Eine  Werkzeugmaschinenfabrik ­
  gliedert  sich  einen  Betrieb  mit  landwirtschaftlichen  Maschinen
oder  Schreibmaschinen  an.  Nicht  selten  geht  ein  Betrieb  gleichzeitig  zur  Vor-Nach-
  wie  auch  zur  Neben-Zusammensetzung  über,  so  daß  eine  Verschlingung
beider  Entwicklungsreihen  stattfindet;  zugleich  kann  damit  eine  Betriebs-  und
Unternehmungsintegration  verbunden  sein.
Ein  Beispiel  aus  dem  Kohlenbergbau  soll  dies  erläutern:  Zunächst  erwirbt  eine  Zeche  eine
oder  mehrere  andere  Zechen,  es  entsteht  ein  neues  Unternehmen.  Dann  erfolgt  eine  Angliederung ­
  weiterverarbeitender  Betriebe:  Verarbeitung  der  Kohle  zu  Koks  und  Herstellung
von  Briketts.  Gleichzeitig  mit  der  Kokserzeugung  wird  eine  Reihe  von  Nebenprodukten  in
neu  zu  errichtenden  Betrieben  gewonnen.  Im  Anschluß  an  die  Kokereibetriebe  erfolgt  die
Herstellung  von  Leuchtgas  und  Erzeugung  von  elektrischer  Kraft,  wiederum  in  neuerrichteten ­
  Betrieben:  also  Vor-Nach-  und  Neben-Zusammengesetztheit.
Im  Warenhandel  bietet  das  Warenhaus  —  als  ein  Großbetrieb  des  Kleinhandels  —  ein
ähnliches  Beispiel:  Zusammenfassung  einer  großen  Zahl  verschiedener  Warengattungen  zum
Zweck  des  Verkaufs  an  das  Publikum.  Soweit  liegt  Neben-Zusammengesetztheit  vor.  (Horizontale ­
  Kombination.)  In  dem  Bestreben,  möglichst  unmittelbar  beim  Erzeuger  einzukaufen, ­
  findet  eine  Ausschaltung  des  Grossisten  statt:  das  Warenhaus  vereinigt  in  sich  Großhandel ­
  und  Kleinhandel;  Vor-Nach-Zusammensetzung  (Integration).  Die  Durchführung  des
Großbetriebs  erfordert  schließlich  erhebliches  Kapital:  das  Warenhaus  ist  zugleich  eine  Großunternehmung. ­
  Endlich  ist  zu  beachten,  daß  Zusammengesetztheit  in  dem  Gegenstand  des
Betriebes  begründet  sein  kann,  z.  B.  in  der  chemischen  Industrie,  wo  fast  immer  gleichzeitig
mehrere  Erzeugnisse  (Kuppelprodukte)  anfallen.
Was  zunächst  die  Frage  anlangt,  ob  der  Betrieb  nach  dem  Gesichtspunkt,  der
Vereinzelung  (Spezialisation)  oder  der  Zusammengesetztheit  (Kombination)  gestaltet ­
  werden  soll,  so  ist  davon  auszugehen,  daß  Erzeugung  im  großen  und  Vereinzelung ­
  auf  ein  oder  wenige  Erzeugnisse  in  der  Regel  eng  Zusammenhängen:
Übergang  zur  Massenherstellung.  Wir  haben  aber  aus  den  Beispielen  gesehen,
daß  auch  der  zusammengesetzte  (kombinierte)  Betrieb  mit  Vorteil  verwendbar
ist.  Die  Vorteile  und  Nachteile  nach  Vogelstein  sind:
Der  Hauptgrund  dafür,  daß  die  Vereinzelung  nicht  bis  zum  Ende  geführt
wird,  liegt  in  der  Unstetigkeit  des  Absatzes  und  in  der  Rücksichtnahme  auf  die
Konjunkturschwankungen.  Großer  Absatz  setzt  Vorhandensein  einer  leistungsfähigen ­
  Absatzorganisation,  vor  allem  als  selbständigen  Handel  voraus,  der  die
Massenerzeugung  dauernd  abnimmt.  Wichtiger  noch  ist  der  Konjunkturschutz,