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Die  Arten  und  Formen  der  Wirtschaftsbetriebe.

weil  dies  infolge  langfristiger  Material-  und  Bearbeitungsanordnungen  nicht
möglich,  teils  weil  es  auf  den  jeweiligen  Stufen  nicht  für  notwendig  angesehen
wird,  da  die  Selbständigkeit  der  Teile  und  die  Forderung  ihrer  besonderen
Wirtschaftlichkeit  einen  Eigenwillen  in  jeder  Hinsicht  erzeugen.  Statt  Ausgleichs ­
  der  Schwierigkeiten  ergibt  sich  so  eine  Häufung.  6.  Vor  allem  kommt
auch  das  persönliche  Moment  in  Betracht:  die  Leiter  zu  finden,  die  kaufmännisch, ­
  technisch  und  organisatorisch  den  Anforderungen  eines  zusammengesetzten ­
  Betriebes  gewachsen  sind.  Die  persönlichen  Schwierigkeiten  sind  wohl
als  stärkste  Hemmung  fortschreitender  Zusammensetzung  zu  betrachten.  Sie
sind  zwar,  da  von  Menschen  abhängig,  nach  Rasse,  Charakter  und  Landstrich
verschieden,  auch  spielt  die  Verbundenheit  mit  dem  Werden  des  Betriebes  eine
große  Rolle.  Trotz  allem  aber  ist  die  Feststellung  zu  machen,  daß  einer  fortdauernden ­
  Vergrößerung  der  Wirtschaftsbetriebe  aus  dem  Unvermögen  einer
zweckentsprechenden  Leitung  die  größten  und  entscheidensten  Hemmungen  entstehen. ­
  Zwar  sind  die  eigentlichen  Begründer,  die  mit  ihren  Unternehmungen
groß  werden,  noch  sehr  im  Vorteil,  da  sie  das  Wachsen  und  Werden  von  den  Anfängen ­
  verfolgen  konnten  und  so  die  Schwierigkeiten  von  Anbeginn  und  Ursache
her  kennen.  Aber  auch  ihnen  zeigen  sich  bei  dem  vielfachen  Mit-  und  Ineinander
verschiedenartiger  Herstellungstechnik  bald  die  Grenzen  des  Könnens  und  der
Übersicht.  Fachleute  mit  weitgehenden  Vollmachten  müssen  eingesetzt,  ein  fein
verteiltes  Verwaltungs-  und  Kontrollsystem  aufgebaut  werden,  die  beide  wieder
die  Einheit  und  Schlagkraft  des  Betriebsablaufs  erschweren.
Als  größtes  Hemmnis  aber  zeigt  sich  die  Nachwuchsfrage;  die  großen  Gebilde
machen  eine  vielseitige  technische,  finanzielle  und  kaufmännische  Ausbildung
unmöglich;  sie  bilden  nur  ausgezeichnete  Spezialisten  heran,  die  aber  nicht  die
Übersicht  über  den  Gesamtbetrieb  haben,  der  zur  Leitung  erforderlich  ist.
Außer  diesen  technischen,  organisatorischen  und  persönlichen  Gesichtspunkten  haben
bei  dem  tatsächlichen  Ausbau  zur  Integration  solche  finanzieller  und  psychologischer  Art
eine  große  Rolle  gespielt.  Die  Ausgangspunkte  sind:  die  der  Aktiengesellschaft  leicht  mögliche
Kapitalbeschaffung,  die  Steigerung  des  Ansehens  und  der  Macht  der  betreffenden  Unternehmung ­
  und  des  Einkommens  seiner  Leiter.  Die  Finanzteohnik  (s.  2.  Teil  BIV)  läßt  überdies
die  Schaffung  mehr  oder  weniger  großer  Buchgewinne  (Fusionsgewinne)  zu,  die  zu  Abschreibungen ­
  und  zu  Sanierungen  nicht  rentabler  Unternehmungen  verwendet  werden  können.
Endlich  ist  die  Kartellbildung  (s.  V  2.)  von  Einfluß  auf  die  Integrationsvorgänge.  Um
aus  dem  Machtbereiche  eines  Kartells  herauszukommen,  gliedern  sich  die  Betriebe  eigene
Rohstoffquellen  oder  Absatzwege  für  die  eigenen  Rohstoffe  an.  So  z.  B.  wenn  die  Hüttenwerke
Zechen  erwerben  oder  Kohlenzechen  eigene  Hüttenwerke  errichten.  Diese  Verschmelzungen
führen  dann  zu  einem  Wettlauf  anderer  Unternehmungen  um  ähnliche  Verbindungen.  So
kann  es  kommen,  daß  die  Integration  sowohl  in  sich,  als  auch  im  Verhältnis  zur  Gesamtwirtsohaft
  übersetzt  ist,  und  daß  sie  infolgedessen  brüchig  wird.  Vgl.  Anhang.
3.  Zentralisation  und  Dezentralisation.  Unter  Zentralisation  und  Dezentralisation ­
  soll  verstanden  werden:  ob  die  Wirtschaftsbetriebe  eine  oder  mehrere  Betriebsstätten ­
  unterhalten  (ob  sie  eingliedrig  oder  mehrgliedrig  sind).  Doch  ist  zu
beachten,  daß  die  Bezeichnungen:  Zentralisation  oder  Dezentralisation  häufig  auch
für  innerbetriebliche  Gestaltungen  gebraucht  werden;  hiervon  ist  im  dritten  Buch
die  Rede.  An  dieser  Stelle  ist  die  äußere  Gestaltung  der  Wirtschaftsbetriebe  unter
dem  Gesichtspunkt  der  Zentralisation  und  Dezentralisation  zu  betrachten.
Die  Gründe  für  die  Wahl  der  einen  oder  anderen  Gliederung  ergeben  sich  teils
zwangsmäßig  aus  dem  Zweck  der  Wirtschaftsbetriebe,  teils  aus  ihrer  besonderen
Art  oder  ihrer  räumlichen  Lage;  zumeist  hegen  besondere  Rentabilitäts-  oder
Wirtschaftlichkeitsüberlegungen  zugrunde.  Eine  entscheidende  Rolle  spielt  auch
die  Betriebsgröße.  So  sind  z.  B.  kleine  Betriebe  fast  immer  eingliedrig  (zentralistisch) ­
  ;  andererseits  sind  Verkehrsbetriebe  ihrer  Natur  nach  von  einer  bestimmten
Größenordnung  an  nur  noch  als  vielgliedrige  Betriebe  denkbar,  da  der  Verkehr