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Die  Arten  und  Formen  der  Wirtschaftsbetriebe.

ist  der  starke  Einfluß  der  technischen  Entwicklung  auf  die  Gestalt  der  Wirtsohaftsbetriebe
  hervorzuheben.  Die  Wirtschaftsbetriebe  z.  B.  des  Bergbaus  sind  ihrer
Natur  nach  zunächst  eingliedrig,  bei  steigender  Betriebsgröße  werden  sie  im
Abbau  mehrgliedrig:  Ein  Unternehmen  umfaßt  mehrere  Zechenanlagen.  Aber  die
technische  Entwicklung  geht  weiter  zur  Zentralschachtanlage,  indem  nur  die  Förderung ­
  dezentralistisch  bleibt,  die  gewonnenen  Stoffe  über  Tage  in  einer  Zentralaufbereitung ­
  und  Zentralkokerei  weiterverarbeitet  werden.  Die  neueste  Entwicklung ­
  in  dieser  Reihe  ist  das  Verbundbergwerk,  eine  Anlage,  bei  der  sämtliche
Materiahen  unter  Tage  an  einen  Punkt  befördert  und  von  dort  über  Tag  gehoben
werden,  wo  die  Aufbereitungs-  und  Weiterverarbeitungsbetriebe  sowie  die  Anlagen
für  die  Krafterzeugung  und  die  Werkstätten  stehen.
Der  industrielle  Großbetrieb  neigt  infolge  seiner  Kostenvorteile  durch  bessere
Ausnutzung  technischer  Bedingungen  (Kraft,  Wärme,  Transporte,  Maschinenbesetzung, ­
  Fließ-,  Serien-  oder  Massenfertigung  usw.)  stark  zur  Zentralisation.
Anderseits  wirken  Arbeiter-  und  soziale  Fragen  meist  entgegengesetzt  (Arbeiterstamm, ­
  Werksaussiedlungen,  Umgehung  örtlicher  Streiks  usw.).  Auch  die  große
Unübersichtlichkeit  des  Großbetriebes,  die  Einförmigkeit  in  der  Kundenbearbeitung, ­
  die  Schwierigkeiten  in  der  finanziellen  Überwachung  wie  der  Aufsicht
und  Kontrolle  überhaupt  sprechen  mehr  für  eine  Aufgliederung  (Vereinigte
Stahlwerke).  Der  Gesichtspunkt  der  Verbreiterung  der  Kundschaft  spielt  natürlich ­
  auch  bei  Industriebetrieben  eine  Rolle,  indem  eigene  Verkaufsstellen
eingerichtet  werden.  International  werden  Tochterwerke  in  den  einzelnen  Staaten
gebildet,  wobei  in  der  Hauptsache  den  nationalen  Forderungen  nach  heimischen
Produkten  entgegenzukommen  versucht  wird.
Die  Frage  der  Dezentralisation  ist  häufig  eng  mit  der  Integration  verknüpft.
Automobilfabriken  unterhalten  besondere  Fabriken  für  Zubehörteile  oder  Bereifung ­
  oder  Karosserien,  oder  eine  Fahrradfabrik  stellt  in  besonderen  Fabriken
den  Rahmen  und  das  Fahr-  und  Tretwerk  her.  Hüttenwerke  haben  ihre  eigenen
Betriebe  zur  Herstellung  von  Hütten-  und  Walzwerkseinrichtungen.  Maschinenfabriken ­
  gliedern  sich  in  mehrere  örtlich  verteilt  liegende  Werke  auf  verschiedene ­
  Fabrikate  zur  Verbesserung  des  Produkts  und  des  Namens,  denen  dann
häufig  sogar  eine  eigene  Rechtspersönlichkeit  und  Firma  gegeben  wird.
4.  Konzentration.  Das  Wort  Konzentration,  übersetzt  mit  Zusammenballung,
wird  nach  Sombart  in  verschiedenem  Sinne  gebraucht:  1.  für  den  Großbetrieb ­
  schlechthin,  indem  hier  Kapital,  Arbeiter,  Leistungen  im  großem  zusammengefaßt ­
  sind;  2.  für  die  Tatsache,  daß  die  Zunahme  der  Gesamtwirtschaft
(von  einer  gegebenen  Größe  an)  auf  den  Großbetrieb  entfällt,  ohne  daß  die  Kleinund
  Mittelbetriebe  in  ihrem  Bestände  wesentlich  verändert  werden;  3.  im  eigentlichen ­
  Sinne,  wenn  die  Entwicklung  zum  Großbetrieb  auf  Kosten  der  kleineren  und
mittleren  Betriebe  geht,  einerlei,  ob  eine  Gesamtzunahme  der  Wirtschaftstätigkeit ­
  stattgefunden  hat  oder  nicht.  Die  Folgerungen,  die  sich  aus  der  Konzentrationsentwicklung ­
  für  die  Gesamtheit  (Wirtschaft,  Haushalt,  Sozialpolitik,
Volkstum)  ergehen,  sind  hier  nicht  weiter  zu  verfolgen.  In  unserer  Darstellung
setzen  wir  Konzentration  (Zusammenballung)  der  Entwicklung  zum  Großbetrieb
gleich.
Es  bleibt  nur  der  Hinweis,  daß  man  zwischen  einer  Betriebskonzentration  und
einer  Unternehmungskonzentration  zu  unterscheiden  hat:  Unter  Betriebskonzentration ­
  ist  die  örtliche  und  sachliche  Zusammenballung  der  betrieblichen
Arbeit  technischer  oder  kaufmännischer  Art  zu  verstehen;  entweder  werden
hierbei  mehrere  Fabrikationsarten  vereinigt,  oder  es  wird  der  Betrieb  auf  einige
wenige  Herstellungsverfahren  zusammengefaßt.  Im  engen  Zusammenhang  mit
der  Betriebskonzentration  stehen  die  Normalisierungs-  und  Typisierungsbestre ­