Das  Gebilde  der  Marktwirtschaft.

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außerdem  hinzu,  daß  auch  für  den  hierdurch  entstehenden  neuen  Bedarf  Vorsorge
getroffen  werden  muß,  d.  h.,  daß  entsprechend  mehr  Verbrauchsgüter  und  mehr
Produktionsgüter  hergestellt  werden  müssen.
Hier  kommt  der  schon  erwähnte  Vorgang  des  Sparens  zum  Zuge,  indem  ein
Teil  der  Geldeinkommen  nicht  für  Verbrauchsgüter  ausgegeben,  sondern  für  die
Vermehrung  oder  Verbesserung  der  Produktionsgüter  verwendet  wird.  Für  den
Bezieher  von  Geldeinkommen  bedeutet  das  Sparen  einen  Verzicht  auf  die  sofortige
Ausgabe  seiner  Kaufkraft,  also  ein  Begehren  von  weniger  Verbrauchsgütem;  in
Wirküohkeit  stellt  dieser  Verzicht  die  Möglichkeit  dar,  eine  Vergrößerung  des  Bestandes ­
  an  Produktionsgütern  vorzunehmen,  der  erforderlich  ist,  um  die  Bedürfnisbefriedigung ­
  einer  größer  werdenden  Volksgemeinschaft  sicherzustellen.
Soweit  die  Herstellung  von  Gütern  (Produktion).  Auf  der  anderen  Seite  steht
die  Befriedigung  der  Bedürfnisse.  Zur  Beschaffung  der  Güter  stehen  die  Geldeinkommen ­
  der  einzelnen  Menschen  zur  Verfügung,  sowie  die  ersparten  Geldeinkommensteile, ­
  mit  denen  die  Produktionsgüter  beschafft  werden  können.  Wie
kommen  nun  die  Güter,  die  zur  Bedürfnisbefriedigung  benötigt  werden,  mit  den
Gütern,  die  die  Wirtschaftsbetriebe  auf  Grund  ihrer  Schätzungen  hergestellt
haben,  zusammen  ?  Zwei  Möglichkeiten  gibt  es:  entweder  findet  eine  Festlegung
der  Befriedigungsmittel  und  eine  dementsprechende  Verteilung  der  Güter  durch
eine  obrigkeitliche  Stelle  statt,  oder  die  verlangten  und  hergestellten  Güter  suchen
und  finden  sich  sozusagen  von  selbst.  Wo  das  letztere  geschieht,  sprechen  wir  von
einem  Markt;  unter  Markt  verstehen  wir  die  Gesamtbeziehungen  zwischen  Angebot ­
  und  Nachfrage  nach  Gütern  (zum  Unterschied  von  den  einzelnen  Marktveranstaltungen, ­
  bei  denen  sich  an  bestimmten  Orten,  zu  bestimmten  Zeiten  bestimmte ­
  Menschen  treffen,  um  in  bestimmten  Gütern  An-  und  Verkaufsgeschäfte
abzuschließen).  Der  Markt  im  ersteren  (allgemeinen)  Sinne  setzt  allerdings  voraus, ­
  daß  sich  das  Angebot  und  die  Nachfrage  in  mehr  als  zwei  Personen  verkörpert.
Entsprechend  nennen  wir  die  Gesamtwirtschaft,  die  sich  durch  den  Markt  vollzieht, ­
  die  Marktwirtschaft.  Im  Grunde  genommen  handelt  es  sich  um  die  Tauschwirtschaft ­
  im  Gegensatz  zur  Eigenwirtschaft  oder  geschlossenen  Hauswirtschaft;
denn  diejenigen,  die  Güter  herstellen,  tun  dies,  um  sich  die  Mittel  zu  beschaffen,
mit  denen  sie  die  Güter  für  die  eigene  Bedürfnisbefriedigung  erwerben  wollen.
Doch  hat  sich  die  Bezeichnung:  Marktwirtschaft  insbesondere  für  den  Zustand
der  Tauschwirtschaft  eingebürgert,  bei  dem  nicht  mehr  in  Naturalgütern  getauscht ­
  wird,  sondern  ein  allgemeines  Zahlungsmittel,  das  Geld,  gebraucht  wird,
das  den  Tauschvorgang  in  einen  Verkauf  und  Kauf  gegen  Geld  zerlegt  hat.  Nichtsdestoweniger ­
  wird  auch  heute  noch  für  Marktwirtschaft  vielfach  Tauschwirtschaft
gesagt.
Der  Markt  wird  gebildet  von  dem  Angebot  der  hergestellten  Güter  auf  seiten
der  herstellenden  Wirtschaften  sowie  von  der  Nachfrage  nach  Gütern  zur  Bedürfnisbefriedigung ­
  von  seiten  der  bedürfenden  Menschen.  Die  Geldmenge,  die
für  ein  bestimmtes  Gut  gefordert  oder  geboten  oder  wirklich  bezahlt  wird,  ist  der
(Angebots-,  Nachfrage-  oder  tatsächliche)  Preis  für  dieses  Gut.  Der  Preis  ist  das
besondere  Kennzeichen  der  Marktwirtschaft  und  zugleich  das  Steuerungsmittel
für  den  Ausgleich  in  der  Gesamtwirtschaft.
Zunächst  bewirkt  der  Preis,  daß  nicht  nur  eine  Beschränkung  der  Bedürfnisse,
sondern  auch  eine  Rangordnung  derselben  auf  seiten  des  Nachfragenden  herbeigeführt ­
  wird.  Die  Bezieher  von  Geldeinkommen  werden  gezwungen,  die  ihnen
zustehende  Gesamtgeldmenge  so  auf  die  einzelnen,  von  ihnen  gewünschten  Güter
zu  verteilen,  daß  sie  den  höchstmöglichen  Grad  des  Genusses  erreichen.  Steigt
der  Preis  für  ein  bestimmtes  Gut,  weil  die  Nachfrage  größer  oder  das  Angebot
kleiner  wird,  so  muß  der  Käufer  eine  größere  Geldmenge  aus  seinem  Einkommen