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Die  Gesamt  Wirtschaft.

ihnen  stellt  die  Herstellung  ein,  weil  sie  unlohnend  geworden  ist  oder  nur  mit  Verlust ­
  möglich  wäre.  Das  Angebot  nimmt  also  ab.  Auf  der  anderen  Seite  ist  das
Zurückgehen  des  Preises  durch  eine  Verminderung  der  Nachfrage  herbeigeführt
worden.  Auch  hier  wird  sich  der  neue  Preis  auf  einen  Stand  einspielen,  bei  dem
wieder  Angebot  und  Nachfrage  zum  Ausgleich  kommen.  Nach  der  Idee  der  freien
Marktwirtschaft,  d.  h.  einer  solchen  Verfassung  der  Gesamtwirtschaft,  bei  der
freie  Verfügbarkeit  besteht  und  alle  Menschen  bestrebt  sind,  nur  ihren  eigenen
Vorteil  wahrzunehmen,  nach  der  Idee  einer  solchen  auf  Freiheit  begründeten
Marktwirtschaft  findet  eine  selbsttätige  Verwirklichung  der  Preisbildung  statt
und  zwar,  wie  ihre  Befürworter  (Smith,  Ricardo)  meinen,  in  der  einzig
möglichen  und  besten  Weise  für  die  Gesamtwirtschaft  und  damit  für  die  Volksgemeinschaft. ­
  Das  Mittel,  durch  das  diese  Wirkung  herbeigeführt  wird,  ist  der
freie  Wettbewerb,  der  die  Menschen  anspornt,  ihrem  eigenen  Vorteil  nachzugehen ­
  —  zum  Wohle  der  Gesamtwirtschaft.
Um  zu  erkennen,  ob  und  inwieweit  die  Gesamtwirtschaft  die  Idee  der  freien
Wirtschaft  und  ihre  Zielsetzungen  verwirklicht  hat,  wollen  wir  zunächst  den  tatsächlichen ­
  Zustand  bis  zum  Eintritt  derWirtschaftskrise  des  Jahres  1931  erkennen.
Dann  zeigt  sich  vor  allem,  daß  sich  trotz  der  angenommenen  Gleichheit  der
Menschen  und  der  Wahrung  ihres  eigenen  Interesses  im  weiten  Umkreis  der  Gesamtwirtschaft ­
  der  Übergang  zum  Großbetrieb  vollzogen  hat.  In  diesem  Großbetrieb ­
  hat  sich  in  erster  Linie  der  technische  Fortschritt  verwirklichen  lassen,
und  mit  seiner  Hilfe  ist  es  möglich  geworden,  die  Herstellung  von  Gütern  so  auszuweiten ­
  und  zugleich  so  zu  verbilligen,  daß  eine  viel  größere  Zahl  von  Menschen
auf  einem  gegebenen  Raum  und  besser  als  zuvor  zu  leben  vermag.  Insofern  ist  die
Entwicklung  zum  Großbetrieb  der  Gesamtwirtschaft  zugute  gekommen.  Auf  der
anderen  Seite  zeigt  jedoch  diese  Entwicklung  zugleich,  daß  es  ein  Irrtum  war,
anzunehmen,  daß  alle  Menschen  das  ihnen  zustehende  Recht  auf  Selbstinteresse
in  gleicher  Weise  und  mit  gleichem  Erfolge  auszuüben  vermögen.  Im  Wettbewerb
mit  den  erstarkenden  Großbetrieben  sind  die  kleineren  und  mittleren  Betriebe
stark  bedrängt,  z.  T.  beiseite  geschoben,  z.  T.  vernichtet  worden.  In  diesem  freien
Wettbewerb  sind  die  Großen  immer  größer  geworden,  hat  eine  Zusammenballung
der  Wirtschaft  auf  Kosten  der  kleineren  Betriebe  stattgefunden.  Reichtum,
Macht,  Ansehen  sind  in  die  Hände  einiger  weniger  Wirtschafter  gelegt,  denen  eine
immer  größer  werdende  Zahl  abhängiger  Lohnarbeiter  gegenübersteht.  Daraus
haben  sich  mit  Notwendigkeit  weitgehende  Spannungen  wirtschaftlicher,  sozialer
und  politischer  Art  ergeben.
Doch  haften  den  Großbetrieben  noch  andere  Mängel  an,  wenn  man  sie  als
Gebilde  der  Marktwirtschaft  betrachtet.  Da  ist  zuerst  die  große  Unbeweglichkeit, ­
  indem  in  den  Großbetrieben  große  Kapitalien  in  den  Produktionseinrichtungen ­
  festgelegt  sind.  Hierdurch  wird  ihnen  die  Umstellung  ihrer  Wirtschaftstätigkeit ­
  erschwert  oder  gar  unmöglich  gemacht,  selbst  wenn  die  Preisentwicklung
am  Markt  eine  solche  Umstellung  als  notwendig  erscheinen  läßt.  Wird  aber  ein
solcher  Versuch  gemacht,  dann  sind  die  verwendeten  Kapitalien  meist  verloren.
Diese  Aussicht,  Verluste  zu  erleiden,  hat  zu  dem  Bestreben  geführt,  durch  Bildung
von  Kartellen  und  Monopolen  die  Preise  zwecks  Erhaltung  der  Rentabilität  zu  beeinflussen. ­
  Auf  diese  Weise  kann  es  geschehen,  daß  die  Preise  künstlich  gehalten
werden,  was  bedeutet,  daß  die  Marktgesetze  mehr  oder  weniger  außer  Kraft  gesetzt ­
  sind.  Endlich  macht  sich  beim  Großbetrieb  im  besonderen  Maße  die  Erscheinung ­
  der  festen  Kosten  bemerkbar,  d.  h.  solcher  Kosten,  die  ohne  Rücksicht
auf  die  hergestellten  Mengen  anfallen  und  daher  die  Güter  um  so  mehr  verteuern,
j  e  weniger  von  ihnen  hergestellt  werden.  Durch  das  Bestreben,  auch  diese  Kosten
jeweils  in  den  Preisen  hereinzuholen,  wird  der  Markt  mit  zu  hohen  Kosten  be ­