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Die  Lehre  vom  Wirtschaftsbetrieb.

Yorläuferschaffc  aufzuweisen  hat.  Unter  den  damaligen  Verhältnissen  wie  unter
den  gegenwärtigen  gleich  notwendig  gegenüber  der  abfälligen  Kritik  der  öffentlichen ­
  Meinung  am  Beruf  des  Kauf-  und  Handelsmannes,  sind  von  dieser  Richtung ­
  die  Begriffe  des  „ehrbaren“  und  „Königlichen  Kaufmannes“  geprägt  und
die  Verdächtigungen  des  ganzen  Standes  auf  Grund  der  Handlungen  Einzelner  als
nicht  berechtigt  zurückgewiesen  worden.
Als  Vertreter  der  „empirisch-realistischen“  Richtung  sind  dagegen  Leitner
und  Schmalenbach  zu  bezeichnen,  welche  mehr  die  technologische  Seite  betonen, ­
  während  Rieger  und  Schmidt  die  theoretische  Linie  dieser  Richtung  vertreten. ­
  Nur  Leitner  und  Rieger  jedoch  haben  Veröffentlichungen  über  das  Gesamtgebiet ­
  gegeben,  wobei  es  merkwürdig  ist,  daß  gerade  diese  beiden  als  Vertreter
einer  reinen  Privatwirtschaftslehre  anzusprechen  sind;  die  Ausführungen  Schmalenbachs
  und  Schmidts  bewegen  sich  immer  sehr  stark  auch  auf  den  volkswirtschaftlichen ­
  Gebieten  und  betonen  so  den  naturgemäß  engen  Zusammenhang ­
  mit  der  Gesamtwirtschaft.
Leitners  „Privatwirtschaftslehre  der  Unternehmung“  (1919),  in  letzter  Auflage ­
  (1926)  als  „Wirtschaftslehre  der  Unternehmung“  bedeutend  erweitert,  stellte
zunächst  eine  Art  Finanzierungslehre  der  Unternehmung  dar  und  wurde  dann
hauptsächlich  in  Richtung  der  in  den  Unternehmungen  zu  leistenden  Arbeit  ausgebaut; ­
  es  ist  mehr  eine  Sammlung  und  Gruppierung  von  Tatsachen  ohne  den
Ehrgeiz  einer  systematischen  Zusammenfassung,  als  solche  ausgezeichnet,  gibt
aber  auch  hin  und  wieder  Verallgemeinerungen  und  treffende  Bezeichnungen,
ohne  die  zugehörigen  Einzelerfahrungen  mitzuteilen.  (In  seiner  Schrift:  „Renaissance ­
  der  Privatwirtschaftslehre“  tritt  Leitner  für  eine  allgemeinwirtschaftlich
gerichtete  „Wirtschaftslehre  der  Erwerbswirtschaften“  ein.)
Rieger:  „Einführung  in  die  Privatwirtschaftslehre“  (1926)  lehnt  die  inzwischen
allgemein  üblich  gewordene  Bezeichnung  Betriebswirtschaftslehre  ab,  ohne  eine
besondere  Begründung  zu  geben.  Seine  Darstellung,  die  fast  ausschließlich  die
Fragen  der  Finanzwirtschaft,  die  Geldseite  oder  mit  anderen  Worten  die  Unternehmung ­
  behandelt,  gibt  ihm  das  Recht  dazu  (vgl.  das  2.  Buch:  Der  Wirtschaftsbetrieb ­
  als  Wirtschaft);  sie  ist  in  ihrer  Geschlossenheit  und  ihrem  planmäßigen
Aufbau  eine  der  besten  Darstellungen,  die  bis  heute  vorliegen.
Als  letztes  der  systematischen  Werke  wäre  noch  die  Arbeit  von  Lehmann:
„Allgemeine  Betriebswirtschaftslehre“  (1928)  zu  nennen,  welche  jedoch  leider
nur  den  ersten  Teil  des  beabsichtigten  Gesamtwerkes  darstellt.  Stark  theoretisch
eingestellt  und  technisch-mathematisch  geschult  vermittelt  er  zwar  recht  wertvolle ­
  Erkenntnisse,  ohne  daß  die  formelmäßig-aufbauende  Behandlung  immer
restlos  überzeugen  könnte.
In  ähnlicher  Richtung  wirksam  und  auch  aus  ähnlicher  Quelle  schöpfend  wirkt
Schilling;  „Die  Lehre  vom  Wirtschaften“  (1925).  Scharfsinnige,  aber  wenig
anschauliche  Aneinanderreihung  von  Gedanken  kennzeichnen  das  Buch,  das  als
der  typische  Versuch,  die  Wirtschaft  von  der  Technik  her  einzufangen,  gelten  kann.
Eine  besondere  Stellung  nimmt  Hoffmann:  „Wirtschaftslehre  der  kaufmännischen ­
  Unternehmung“  (1932)  ein.  Mit  seiner  ausführlichen  Darstellung  aller
Einzelheiten  (800  Seiten)  wird  es  zu  einem  brauchbaren  Nachschlagebuch.
Neben  diesen  systematischen  Darstellungen  ist  eine  Zahl  von  Lehrbüchern
verschiedenen  Umfangs  zu  nennen,  die  z.  T.  zur  Einführung  in  das  Gebiet  besonders ­
  geeignet  sind,  wie  z.B.  Geldmacher:  „Betriebswirtschaftslehre“  (1927)
fast  ausschließlich  Rechnungswesen  und  wenig  Organisation;  Mellerowicz:
„Allgemeine  Betriebswirtschaftslehre“  (1933);  Fleege-Althoff:  „Grundzüge
der  allgemeinen  Betriebswirtschaftslehre“  (1934)  —  in  den  Umfang  eines  Reclam-Bändchens
  gepreßt.  Daneben  bestehen  zahlreiche  Abhandlungen  für  den  Unter ­