16 Die Grundlagen. bilden das technische Rüstzeug des Werbefachmanns, dessen Tätigkeit eine der wichtigsten kaufmännischen Nebenarbeiten umfaßt. Fast ebenso bedeutsam ist eine andere, mehr nach innen gerichtete Nebentätigkeit des Kaufmanns: die Lager Verwaltung. Sie umfaßt einen mehr technischen Teil, die eigentliche Lagerung, welche alle Maßnahmen zur sachgemäßen Aufbewahrung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ­ bedeutet. Neben guter Kenntnis der Wareneigenschaften verlangt die Lagerung eine Einfügung in die örtlichen und technischen Gegebenheiten des Betriebes (Lagerstandort), aber auch die Beachtung gewerbepolizeilicher Vorschriften (hex Explosivstoffen) oder von Sioherheitserwägungen. Doch sind diese Überlegungen mehr bei der Einrichtung der Läger zu treffen. Die eigentliche Lagerarbeit ist die Lagerverwaltung, die sich auf die Erfassung und Festhaltung aller Lagervorgänge erstreckt. Besonders wichtig ist diese Arbeit in Fabrikbetrieben ­ und im Kleinhandel, wo etwa die Feststellung des Bedarfs, die Eindeckung, d. h. die Meldung des Bedarfs an den Einkauf, die laufende Überwachung und Prüfung der Zu- und Abgänge, ­ die zweckgereohte Leitung des Warenstroms durch die Betriebe, vor allem aber auch der Schriftverkehr zwischen Einkauf und Lager, Verkauf oder Werkstatt und Lager zu den Obliegenheiten ­ des Lagerverwalters gehören. Aus dieser Aufzählung der Tätigkeiten ergibt sich, daß vorwiegend ein Kaufmann zur Lagerverwaltung geeignet scheint, doch kann in kleineren Betrieben oder auch in solchen, die besondere technische Kenntnisse bei der Einlagerung erfordern, auch ein Techniker dazu berufen ­ sein. Gewöhnlich werden bei kleineren Firmen ältere bewährte Arbeiter herangezogen, wobei Gewissenhaftigkeit und Ehrlichkeit bei der Auswahl oft entscheidender sind als Stoffkenntnis ­ und Verwaltungswissen. Doch sind diese nicht ganz zu entbehren, wie die Notwendigkeit der Untersuchung und Prüfung der eingehenden Sendungen erweist. Sofort bei Eingang durch Post, Eisenbahn oder Fuhrwerk muß auf etwaige äußere Beschädigungen der Verpackung geachtet werden, um so vielleicht Beförderungsschäden erkennen zu können. Ferner aber muß geprüft werden, ob die Menge, die Abmessungen und die Beschaffenheit der Gegenstände den vereinbarten Bedingungen ­ der Bestellung entsprechen. Das Ausmaß des natürlichen Schwundes, äußere oder innere Gefügefehler, die durch Stichproben oder Probeanalysen festgestellt werden müssen, erfordern gewisse technische Kenntnisse. Für die Abnahme börsenmäßig gehandelter Waren (Zucker, Kaffee, Wolle, Getreide, Kupfer usw.) gelten besondere Gebräuche; die Übernahme geht in Gegenwart aller Beteiligten: des Käufers, Verkäufers und Frachtführers sowie eines Unparteiischen (vereidigter Makler) vor sich. Es werden Proben genommen, versiegelt und später von besonders eingerichteten Stellen geprüft, um so Abweichungen von der vereinbarten Güte festzustellen und unter Umständen Preisaufschläge oder Nachlässe zu vereinbaren. So sind als Gebiete der Lagerarbeit zusammenzufassen: die Beobachtxmg und Durchführung ­ der Zu- und Abgänge, der Rücklieferung und Ablieferung, die Vormerkung, Bedarfsmeldung ­ und Feststellung der Bestände und Bestandsfehler. Als besonders wichtiger Teil ist die Lagerkontrolle zu erwähnen, die als Ist-Kontrolle durch den Verwalter am Lagerhestand selbst durch geeignete Karten an den Fächern und Boxen ausgeübt wird, daneben noch als Soll-Kontrolle an Hand der Belege. Die Lagerverwaltung hat je nach dem Geschäftszweig ein sehr unterschiedliches Gesicht. Sie ist wohl am schwierigsten und mannigfaltigsten in Fabrikbetrieben, ­ die eine große Zahl verschiedener, aus vielen Einzelheiten zusammengesetzter Erzeugnisse ­ herstellen. Auch in den Großbetrieben des Kleinhandels, den Waren- und Kaufhäusern, ­ stellt die Betreuung der Läger einen sehr wichtigen Teil der kaufmännischen Arbeit dar. Der kleine Einzelhändler kann sich oft auf örtliche Läger seiner Lieferanten verlassen und kommt so häufig fast ohne eigentliches Lager aus. Für den Großhandel kommt in großem ­ Umfang die Einlagerung in fremden Lägern in Frage, für welche sich besondere Unternehmungen ­ — Lagerhausgesellschaften — gebildet haben. Eigenartig ist das „Lager“ in Banken, das hierin den Tresors und Wertpapierdepots besteht; in Anbetracht des im Verhältnis ­ zum stofflichen Wert der eingelagerten Gegenstände -— den Geldstücken und -scheinen, den Aktienurkunden oder Schuldbriefen — meist sehr hohen Geldwerts erfordern sie besondere Sicherungen hinsichtlich Diebstahl und Zerstörung. Als dritte der unmittelbaren kaxifmännischen Nebenarbeiten ist der Versand zu nennen. Hierzu gehört die Verpackung unter Berücksichtigung der Wareneigenart, der Versendungsdauer, ­ des Versendungsweges und die Wahl der Versendungsart nach Schnelligkeit, Kosten und Verkehrsnetz, ob Post, Eisenbahn, Schiff, Kraftwagen, Fuhrwerk, Flugzeug. Sind für Post, Bahn und Flugzeug die Überlegungen über die Auswahl des geeignetsten Verfrachters nicht schwierig, weil bei der Post ein Monopol, bei Eisenbahn und Luftweg bei den jeweiligen örtlichen Verhältnissen praktisch ebenfalls nur eine Gesellschaft in Frage kommt, so müssen bei der Binnen- und Überseeschiffahrt, beim Kraftwagen und Fuhrwerk noch die geeigneten Transportunternehmungen gefunden werden. Als Hilfsgewerbe ist das Speditionswesen zu betrachten, das dem Versand kraft seiner besonderen Sachkenntnis wertvolle Hilfe leistet. Auch der Versand hat unterschiedliche Bedeutung in großen und kleinen Betrieben, bei Massen- und Einzelgütern. Von der maschinellen und einheitlichen Verpackung eines Marken ­