30 Die Grundlagen. formschmiederei und Gesenkschimederei. Das Freiformschmieden geht langsamer, aber auch kunstfertiger vor sich, während Massenartikel immer im Gesenk geschmiedet oder gepreßt werden. Die Herstellung dieser Gesenke und der für die Bearbeitung sonst noch nötigen Vor richtungen (Bohrlehren, Haltestücke) erfordert viel Geschick und Zeit; die Anfertigung einer Vorrichtung lohnt sich nur hei bestimmten Stückzahlen. Das Schmieden und Pressen kann warm oder kalt erfolgen, wie übrigens auch das Walzen von Profilen und Blechen; die Ersparnis an Zeit und Kosten für das Vorwärmen wird durch die erforderlichen höheren Leistungen der Pressen und Walzen vielfach ausgeglichen. Immer hin sind für bestimmte Anforderungen des Aussehens (Glanz) oder des Stoffgefüges beide not wendig, ganz abgesehen davon, daß allein die notwendigen Kraftleistungen für Kaltpressungen und Kaltwalzungen nicht oder nur sehr kostspielig zu erzielen sind. Oft kann für sehr hohe Drücke und für sehr sperrige und umfangreiche Preßstücke nur die hydraulische Presse Ab hilfe schaffen. Ob ein Loch gebohrt, gestanzt, gebrannt oder geschlagen werden soll, oh eine Verbindung verschraubt, vernietet, verschweißt oder verkeilt werden soll, ob ein Schnitt durch Sägen, Schneiden oder Brennen, ein Druck durch Schlag, Walzung oder Pressung ausgeführt werden soll, stets sind andere Vorrichtungen und andere Hilfsmittel, oft sogar andere Facharbeiter nötig. So ist die mechanische Werkstatt gekennzeichnet durch Maschinen und Werkzeuge der spanabhebenden und spanlosen Formung: durch Drehbänke, Bohrwerke, Stanzmaschinen, Hobel- und Fräsbänke, Schneid-, Säge- und Schleifmaschinen, Glüh- und Sohmelzfeuer, Dampf- und Lufthämmer, Kurbel-, Exzenter- und Friktionspressen, Walzen-, Biege- und Abkantmasohinen. Wenn wir in die der chemischen Industrie zumeist vorgeschalteten Aufbereitungs anstalten blicken, zeigt sich das gleiche Bild; eine Fülle von Möglichkeiten, eine Fülle von Geräten und Apparaten, die zwar alle dem gleichen Zweck dienen, von denen aber doch jeder seine besonderen Vorzüge und Nachteile auf gewissen Gebieten hat. Zum Zerkleinern der klumpigen und steinigen Hartstoffe braucht man Brecher und Mühlen, die ersteren zur Grob zerkleinerung, die letzteren für die Feinvermahlung. Aber es gehört eine gute Kenntnis des Stoffes und der Apparatur im Betriebe dazu, um den jeweils geeigneten Zerkleinerer anzu setzen. Schwerste Arbeit, aber nur grobes Korn leistet der Backenbrecher, feineres Korn bei weniger harten Stoffen bringen schon die Kreisel-, Walzen- und Hammerbrecher; für mittlere Korngrößen kann man zwischen Granulatoren, Brechschnecken, Glocken- und Bingwalzen mühlen, Kollergängen, Holländern (für faserige Stoffe), Schlagstift- und Schleudermühlen wählen. Der Feinvermahlung dienen Pochwerke und Mahlgänge, Eingwalzen-, Kugel- und Rohrmühlen. Auch für die Trennung der Stoffe nach Korngröße und Gewicht stehen je nach der ge wünschten Feinheit und dem vorhandenen Gewichtsunterschied Siebe und Roste, Windsichter, Setzmaschinen, Strömungsscheider (Rheo-Verfahren, Spitzkästen, Luft- oder Wasserwerke) zur Verfügung. Für jeden Stoff ergibt sich nach seinen physikalischen und chemischen Eigen schaften ein besonders günstiges Verfahren der Aufbereitung; die Farbe, die Form, der Glanz oder die Spaltbarkeit werden bei der Handaufhereitung benutzt, das spezifische Gewicht hei der naßmechanisohen und der Luftaufbereitung, die Oberflächenspannung bei der Schwimm aufbereitung (Flotation), das chemische Lösungsvermögen bei der Laugung, die magnetische Leitfähigkeit bei der Magnetscheidung. Oft müssen Stoffe mit ganz bestimmten Eigenschaften ausgeschieden werden, wobei häufig andere, verwandte und hervorstechende Eigenschaften als Soheidungsmerkmale herangezogen werden müsen; so ergehen sich neuerdings in der Kohlenaufbereitung Fragen der Ausscheidung der für die Verflüssigung besonders geeigneten Kohle oder für die Verbrennung in Kohlenstaubmotoren die Ausscheidung einer Kohle mit nur toniger Asche unter 1%. Gehen wir zur Textilindustrie über, so stehen in der Spinnerei Ringspinner und Selbst spinner zur Auswahl; ersterer liefert zwar stetig, aber ein schnittiges und hartes Garn, während der letztere zwar nur absatzweise arbeitet, dafür aber weichere, besser gedrehte und gleich mäßigere Garne liefert. In der Weberei sind der einfache Wehstuhl mit einfachem Schiffchen für einfarbigen Schuß und der Wechselwebstuhl mit verschiedenem Schuß, hei diesem wieder der Steigladen-, der Schwingladen- und der Revolverwebstuhl und endlich noch die Schaft- und die Jaquardmaschine zu unterscheiden. Ja selbst für einen einfachen Transportvorgang, etwa das Fortbewegen von Schütt gütern, ist eine Vielzahl von Möglichkeiten entwickelt worden. Der Transport kann zunächst unterbrochen vor sich gehen; in diesem Falle können Wagen, gleislos und gleisfahrend, mit eigenem oder Fremdantrieb Verwendung finden. Einen Übergang zur stetigen Förderung bildet die Zugförderung, zu der auch Ketten-, Seil- und Schwebebahnen zu zählen sind. Förderbänder, Kratzer, Schüttelrinnen, Förderschnecken, Becherwerke, Wasserrinnen der verschiedensten Systeme stellen die stetige Nahförderung dar. Der zähe Kampf der Schüttel rutsche, des Stahlglieder- oder Gummigurtbandes, der Kratzerkette und einiger anderer ste tiger Fördermittel untereinander und mit dem Förderwagen, zwischen dem Fördergestell und