mtrnm ui III ‘jcSirSÜi^: Die Mitarbeiter. 61 Großhandel oder im Fabrikgeschäft die Waren seiner Unternehmung abzusetzen, sei es als Verkäufer im engeren Sinne oder als Vertreter (Reisender) seiner Firma. Auch er arbeitet in engster Beziehung zum Gewinn- und Verlustkonto der Unter nehmung. Zu den kaufmännischen Nebenarbeiten sind zu zählen: 1. der Buchhalter, dem das Rechnungswesen obliegt, 2. der Kassierer, dem die Geldgeschäfte anvertraut sind, 3. der Korrespondent, der den Briefwechsel besorgt, 4. der Lagerist, der das Lager verwaltet, und 5. der Registrator, dem die Aufbewahrung der Schriftstücke unterstellt ist. Man erkennt in dieser Gliederung den gleichen personellen Aufbau wieder, wie er oben für die Zeit der Fugger angegeben worden ist. In der Tat hat sich hierin für die Mittelbetriebe kaum etwas geändert, wenn man davon absieht, daß auf diesem oder jenem Gebiet die Methoden der Arbeit vervollkommnet (Buchhaltung) oder verfeinert (Schriftwechsel) worden sind. Die vorerwähnten Typen der kauf männischen Angestellten stellen Facharbeiter auf ihren besonderen Arbeitsgebie ten dar; sie werden dort mit Erfolg verwendet, wo die besondere Arbeit die Kraft einer oder mehrerer Personen ausfüllt. Wie jedoch im Einzelbetrieb der Unter nehmer neben seiner eigentlichen Unternehmerarbeit auch die sämtlichen Nebenarbeiten mit erledigt, so findet in kleineren Betrieben, wo sich die Anstellung je einer Person für die verschiedenen Arbeiten nicht lohnt, eine mehr oder weniger große Arbeitsvereinigung in einer Person statt. So kann zum Beispiel der Ein käufer und Verkäufer oder der Buchhalter und Kassierer oder der Buchhalter und Korrespondent in einer Person vereinigt sein. Je größer der Betrieb wird, je mehr die Arbeitsteilung fortschreitet, um so mehr sondern sich auch die verschiedenen Typen der kaufmännischen Angestellten ab, je weniger sind sie untereinander aus wechselbar — wenn sie es nicht vorziehen, sich durch Selbständigwerden wieder zum ,,Voll“-Kaufmann zu machen. In dieser Gliederung ruft der Großbetrieb in doppelter Beziehung gewichtige Änderungen hervor. Zum ersten wachsen mit der zunehmenden Größe des Be triebes (in der Regel überproportional zur Grundarbeit) die kaufmännischen Ne benarbeiten zu Massenarbeiten des Schreibens, Rechnens und Buchens an. Statt 100 müssen täglich 1000 Briefe geschrieben, Rechnungen ausgestellt, Wechsel ab gerechnet, Kasseneintragungen gemacht, Lohnabrechnungen fertiggestellt werden. Der eigentliche Buchhalter wird zum Organisator des Rechnungswesens, der die letzten Zusammenstellungen besorgt und die Ergebnisse fertigstellt; ebenso der Kassierer, der Korrespondent, der Depotverwalter; sie haben alle wieder Hilfs kräfte unter sich, die die mehr oder weniger mechanischen und sich stets wieder holenden Arbeiten des Schreibens, des Rechnens und des Buchens ausüben. Eine Zeitlang — in der Entwicklung zum Großbetrieb und in der Entstehung dieser mechanischen Massenarbeiten — übernahmen mehr oder weniger die oben er wähnten Typen der kaufmännischen Angestellten (oder die es nach ihrer Vorbil dung werden wollten) auch die Erledigung dieser Arbeiten, bis sie einsahen, daß sie ihren Beruf verfehlt haben, wenn sie sich weiter mit diesen einfachen Arbeiten beschäftigen würden. Der Wirtschafter konnte diese Arbeiten durch billigere Kräfte (siehe III) erledigen lassen, zumal ein starker Andrang von niohtkauf- männisch vorgebildeten Hilfskräften einsetzte. Schließlich konnten zur Erledi gung der mechanischen Arbeiten weibliche Hilfskräfte verwendet werden, wovon weiter unten die Rede ist. Die Scheidung der mehr anordnenden, richtunggebenden, gedanklichen Arbeit von der Masse der mehr mechanischen, ausführenden Arbeit (im Bereiche der kaufmännischen Nebenarbeiten) hatte für den Wirtschaftsbetrieb den Vorteil, daß