Das Entgelt. 77 frühere Angestellte) zur Verfügung, wenn es sich um nicht vorbereitbare oder auf- schiebbare Arbeiten (Verkauf) handelt. Endlich kann durch Verlegung der Ur laubszeiten in die Wintermonate ein Ausgleich in den Beurlaubungen herbeigeführt werden. Die organisatorische Einfügung des Urlaubs in den Betriebsablauf bietet also hier weniger Schwierigkeiten als beispielsweise bei den technischen An gestellten und den Arbeitern. Anhang: Ausgehend von den Überlegungen, daß der Urlaub nur wenig nützt, wenn er nicht fruchtbringend und erholend für Körper und Geist angewendet wird, daß ferner nach den Anstrengungen der täglichen Arbeit die Teilnahme an den Genüssen des Lebens und den Kulturerrungenschaften der Zeit jedem Volks genossen ermöglicht werden müsse, endlich aber besonders von der Überzeugung, daß ohne angemessene Ruhe- und Erholungszeiten weder die sachliche Leistung noch die innere Zufriedenheit der Menschen mit ihrem Dasein auf die Dauer er höht oder nur aufrecht erhalten werden könne, wurde kurz nach der nationalen Umwälzung die Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ im Rahmen der Deut schen Arbeitsfront gebildet. Zu Beginn der industriellen Entwicklung war unter dem Einfluß der liberalen Wirt schaftslehre ein großer Teil der Unternehmer der Ansicht, daß mit der Zahlung des Lohnes die zur Verfügung gestellte Arbeitskraft abgegolten sei. Zwar wurde vielfach das Verhältnis zwischen dem Betriobsinhaber und seinen Mitarbeitern in einer Art hausväterlicher Fürsorge gehalten; doch blieb auch bei dieser Form, selbst wenn sie nicht nur streng, sondern auch wohlwollend war, für den eigenen Willen und das Familienleben oft nur wenig Raum. Ganz abgesehen davon gingen im Laufe der Entwicklung zum Großbetrieb diese immerhin mensch lichen —- hin und wieder auch unmenschlichen — Beziehungen verloren. Allerdings mußten unter dem Druck der sozialen Unruhe sowohl die Betriebe als auch der Staat nach Mitteln suchen, um der steigenden Unzufriedenheit zu begegnen. Das Ergebnis waren soziale Maßnah men, die vielfach erstaunlichen Umfang annahmen und erhebliche Aufwendungen seitens der Betriebe — mittelbar und unmittelbar — erforderten. Sie erreichten jedoch ihren Zweck nur halb, da sie einmal im wesentlichen auf die Betriebe sich beschränkten und nur in Ausnahme fällen — bei besonderem Bedürfnis — auch auf den Kreis der Familie zurüokgriffen und ferner, was fast ebenso wesentlich war, das persönliche Verhältnis zwischen Betriebsleitung und Mit arbeitern oft so gespannt war, daß alle Leistungen der Betriebe nur noch mit mehr Mißtrauen erwidert wurden. Erst die Überwindung des Klassenkampfes und die mit Macht und Erziehung in Angriff genommene Schaffung einer echten Betriebsgemeinschaft gaben die Möglichkeit, die vielfach von den Unternehmern schon bisher gemachten Anstrengungen mit Aussicht auf Erfolg zu verstärken, sie einheitlich und zielvoll zusammenzufassen und vor allem zu erweitern. Der Grundgedanke ist, daß durch sinnvolle Gestaltung der Freizeit dem Be triebe und der Gesamtwirtschaft unmittelbar und mittelbar Vorteile in der Lei stung entspringen müssen und daß gleichzeitig den Arbeitenden aller Stufen ein Mehr an Lebens- und Schaffensfreude gegeben und ihr Selbstvertrauen, aber auch ihr Ansehen in der Volksgemeinschaft gehoben werden könne. So werden Vor stellungen guter Theaterkunst und Musik, Führungen durch Museen und Kunst ausstellungen, Sportkurse, Kleinkunst, akrobatische und tänzerische Vorfüh rungen aller Art eingerichtet, Lese- und Ausspracheabende veranstaltet, jede Art künstlerischer, handwerklicher und spielerischer Betätigung gepflegt. Besonderer Wert wird auf die zweckentsprechende Ausnutzung der Urlaubstage gelegt, der einzelne Mitarbeiter soll seinen Urlaub nicht in den eigenen vier Wänden ver bringen, sondern soll andere Gebiete seines Vaterlandes und Volksgenossen aus anderen Stämmen und anderen Berufszweigen kennenlernen. Zugleich soll durch die Überwindung des Standpunktes, daß Reisen lediglich das Vorrecht der oberen Schichten sei, das Selbstvertrauen und die Zufriedenheit der finanziell schlechter Gestellten bestärkt werden. Unter dem Einfluß der von der Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ angeregten gemein samen Ferienfahrten ist jetzt mancherorts eine neue Art der Urlaubsregelung anzutreffen: der Betrieb ruht zeitweilig ganz oder teilweise — nur die notwendigsten Büro- und Unterhaltungs arbeiten werden verrichtet — und entläßt im übrigen Alle gleichzeitig in den zu einem Teil