K&-H~rÜHäÄ#o.f “ 196 Die Wirtschaftlichkeit. niker gebraucht sogar das Wort Rentabilität, wenn er den technischen Aufwand an Stoffen und Kräften, sowie die erzielte Leistung in Geld faßt, um den techni schen Wirkungsgrad vergleichbar zu machen und ihn als Geldziffer in die Kapital rechnung einzufügen. Genau gesehen, handelt es sich um eine Art technische Rentabilität, die an der technischen Anlage haftet, einer Maschine, einer Transportanlage, einer Kraftstation. Die Betriebs-Wirtschaftlichkeit wie die Unternehmungs-Wirtschaftlichkeit ist mehr als diese rechnerische Erfassung der Technik: ist die Wirtschaftlichkeit des ganzen Betriebes, der ganzen Unterneh mung, eben des ganzen Wirtsohaftsbetriebes mit allen seinen Einrichtungen, seinen Beziehungen zum Markt und seiner Kapitalausstattung. Deshalb sollten die Tech niker im Bereiche der Technik von der technischen Wirtschaftlichkeit oder besser und deutlicher vom Wirkungsgrad sprechen. Schlimmer ist nun aber, daß Techniker und leider auch Wirtschaftsrechtler dazu über gehen, die beiden Begriffe: Rentabilität und Wirtschaftlichkeit, die wir soeben entwickelt haben, durch das Wort Wirkungsgrad zu ersetzen. Der vermutliche Grund ist: da angeblich die Bezeichnungen Rentabilität und Wirtschaftlichkeit nicht hinreichend unterschieden wer den können, für sie einfach Wirkungsgrad zu sagen. Nun ist das Durcheinander da: an Stelle der Klarstellung ist der Unklarheit Tür und Tor geöffnet. Man braucht nur einen Prüfungsbericht zu lesen, in dem Rentabilität, Wirtschaftlichkeit und Wirkungsgrad einfach ausgewechselt sind, ohne ihre sprachlichen und herkömmlichen Unterschiede zu beachten, um zu erkennen, wie nötig es ist, daran zu erinnern, daß es auch in der Wirtschaft erforderlich ist, eine klare und eindeutige Sprache zu sprechen. Man bestellt ja auch nicht beim Kellner ein Gericht Hühnerragout, wenn man zwei Eier im Glase haben will. 3. Die Gestaltung der Wirtschaftlichkeit. Wirtschaftlichkeit bedeutet Anwen dung des wirtschaftlichen Prinzips im Wirtschaftsbetrieb. Sie bezieht sich —- wie wir gesehen haben —- auf alles, was an Mitteln und Kräften zu einem Betrieb zusammengefaßt wird. Praktisch läuft die Gestaltung der Wirtschaftlichkeit auf die beiden Möglichkeiten hinaus: Verbesserung der Leistung ohne entsprechende Erhöhung der Kosten oder Senkung der Kosten ohne Beeinträchtigung der Lei stung. Diese Bestimmung schließt nicht aus, daß unter Umständen auch eine Ver besserung der Leistung unter gleichzeitiger Senkung der Kosten möglich sein kann. In der Regel liegen die Dinge so, daß der Betrieb über eine bestimmte Größe, über entsprechende Einrichtungen und über eine Leistungsfähigkeit verfügt, die unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit des Arbeitsablaufes eine bestimmte Art und Menge von Gütern hervorzubringen gestattet. Gebt man von der Gegeben heit einer bestimmten Leistungsfähigkeit des Betriebes aus, so erfordert die Wirt schaftlichkeit in erster Linie, daß die Leistungsbereitsohaft des Betriebes voll aus genutzt ist. So steht am Anfang die Herbeiführung eines günstigen Beschäfti gungsgrades, was nicht gerade die größtmögliche technische Ausnutzung und Be anspruchung zu sein braucht. Hierzu sind entweder Aufträge von außen her er forderlich oder es muß vorübergehend auf Lager gearbeitet werden. Jedenfalls ist die Gestaltung der Wirtschaftlichkeit in hohem Maße, auch abgesehen von den Kosten und Preisen, vom Markt abhängig. Hier greift die Preispolitik ein, mit deren Hilfe der Beschäftigungsgrad geregelt werden soll. Von ihr ist im 2. Buche eingehend gesprochen worden. Weiter wird es darauf ankommen, den Einsatz an Arbeitsmitteln zu verrin gern. Hier ist zu unterscheiden, ob dies durch bessere Anordnung und Ausnutzung der vorhandenen technischen Mittel, oder durch bessere Arbeitsverfahren der Mit arbeiter, oder durch Ersetzung menschlicher Arbeit durch vermehrte Werkzeuge und Maschinen zu erreichen ist. Immer wird das Ziel sein, eine Senkung der Kosten Wirtschaftlichkeit ist eine Präge der Konstruktion und Pahrweise; die wirtschaftliche Konstruktion ist Voraussetzung für wirtschaftliche Pahrweise; die Ingenieure der Werke kennen die Erfordernisse der wirtschaftlichen Bauweise; die wirtschaftliche Pahrweise war Gegenstand fahrtechnischer Versuche.