Die Rechnung. 213 konto zu machen, indem man die Pertigfahrikate zum Selbstkostenwert auf ein Verkaufskonto ­ überträgt. Auch hier tritt die Schwierigkeit der rechtzeitigen Feststellung der Selbstkosten ­ auf. Außer der Verrechnung zu den Beschaffungs- (Einstands-) Preisen oder zu den Selbstkosten ­ kommen noch der Tageswert oder der Wiederbesehaffungspreis in Betracht. Wird zum Tagespreis verrechnet, so können auf den einzelnen Konten Unterschiede entstehen, die — da sie im eigentlichen Sinne keine Gewinne und Verluste sind — die Verrechnung unliebsam stören. Bei den Wiederbesohaffungspreisen, die den mengenmäßigen Ersatz sicherstellen sollen, kommt außerdem die Unbestimmtheit und Schwierigkeit ihrer Feststellung hinzu. Um aus diesen Schwierigkeiten herauszukommen, ist man dazu übergegangen, einen künstlichen Verrechnungsmaßstab in dem sog. Normal-Verrechnungspreis zu schaffen. Der Normalpreis wird von der Leitung für eine bestimmte Zeit festgesetzt und bei jeder Übertragung ­ verwendet. Man wird ihn in etwa der Höhe der berechneten oder geschätzten Höhe der Selbstkosten halten und ihn ändern, wenn die Abweichung zu groß werden sollte. Die etwa entstehenden Preisunterschiede werden auf einem besonderen Konto gesammelt und aufgerechnet ­ oder auf das Verkaufserlöskonto übertragen. Durch die Verrechnung zum Normalpreis wird die Abwicklung und damit die Leistungsfähigkeit der Betriebsbuchhaltung ungemein erleichtert. ­ Die einzelnen Betriebsstellen werden verrechnungsmäßig verselbständigt, wodurch ein genauer Einblick in die Betriebsgebarung jedes Teiles des Betriebsganzen ermöglicht wird (Beste). 3. Die Kostenrechnung. Wir wollen hier nicht noch einmal die Frage aufwerfen, ­ ob die Kostenrechnung mehr der Preispolitik oder der Wirtschaftliohkeitsgestaltung zu dienen hat. Im zweiten Buch haben wir uns eingehend mit der Preispolitik beschäftigt und hierbei die Grundlagen und die Technik der Kostenrechnung ­ kennen gelernt. Wir haben dort gesehen, daß die Kostenrechnung im Grunde genommen eine Angelegenheit des Betriebes ist, die zugleich für die Zwecke der Preispolitik verwendet wird. Selbst dort, wo sich der Preis in engster Weise an die Kostenrechnung anlehnt (wie bei Erstellung von Einzelerzeugnissen), behält ­ die Kostenrechnung ihre Aufgabe als Kontrolle der Wirtschaftlichkeit bei. Doch auch dort, wo — wie bei Massenwaren — der Marktpreis über den Absatz entscheidet und die Kostenrechnung besondere Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit ­ gewinnt, wird der Zusammenhang mit der Preispolitik nicht zerrissen. Im letzten Fall zeigt die Kostenrechnung zum mindesten das Verhältnis der Kosten zu den Preisen, also die Möglichkeit des Gewinnes oder des Verlustes an. Immer ist jedoch die Kostenrechnung als Mittel der Wirtschaftlichkeitserfassung unentbehrlich ­ — und man kann es nicht verstehen, daß es heute noch Wirtschaftsbetriebe ­ geben soll, die von dieser Gelegenheit keinen Gebrauch machen. Wenn im nachfolgenden die Kostenrechnung als Mittel der Wirtschaftlichkeitsmessung ­ kurz betrachtet wird, dann ist davon auszugehen, daß die Kostenrechnung ­ die Aufgabe hat; die Kosten, die für die Erstellung der Betriebsleistung entstehen, ­ in geeigneter Weise zu ermitteln, zu sammeln und auf die einzelnen Erzeugnisse ­ zu verteilen. Dies geschieht in der sog. Nach-Kostenrechnung, die sich auf den wirklich entstandenen Kosten auf baut. Allein schon die einfache Höhe der Kosten wie ihre verhältnismäßige Zusammensetzung nach Kostenarten und -gruppen ­ kann Fingerzeige für die Vermutung geben, daß hier oder dort an Aufwendungen ­ gespart oder daß aus diesen oder jenen Aufwendungen ein Mehr an Leistungen herausgebracht werden kann. Noch mehr kann ein Vergleich der Kosten mit früheren Feststellungen, sei es für das gleiche oder ein ähnliches Erzeugnis, auf Unregelmäßigkeiten in der Kostengestellung aufmerksam machen oder gar eine ünwirtschaftlichkeit aufdecken (Verlustquellen). So bildet die Kostenrechnung in der Tat ein wichtiges Mittel zur Handhabung der Wirtschaftlichkeit im Betriebe und zu ihrer Messung (Geldmacher: Kontrolle der betrieblichen Lebensführung). ­ Natürlich liegen die Möglichkeiten und Handhaben im einzelnen recht verschieden. ­ So dient die Kostenrechnung im Handelsbetrieb nach wie vor in erster Linie als Grundlage der Preispolitik. Das kommt auch in der Art und Weise zum