222 Die Wirtschaftlichkeit. und Ereignissen zu tun, während die äußere Betriebs- Statistik sich mit j enen volks wirtschaftlichen Tatbeständen befaßt, die für den Wirtschaftsbetrieb (oder Ge schäftszweig) von Bedeutung sind. Die Innenstatistik ist zuerst in größerem Umfang in den Warenhausbetrieben angewandt worden, z.B. als Statistik der Verkäufe (Menge, Art, Preis auf den Kopf des Personals u. a. m.). Sie hat dann mit dem Wachsen der Betriebe, Ent stehen der Großunternehmungen, Konzerne und Trusts auch in der Industrie ihren Einzug gehalten. Hier zeigte es sich bald, daß eine geordnete Betriebs statistik, die dem Leiter täglich in Zahlen oder Diagrammen ein Abbild des Be triebes gab, für eine planmäßige Wirtschaftsführung unerläßlich war. Die An wendungsgebiete sind hier zahlreich und verschieden, je nach dem Zweck und der Eigenart des Betriebes und des Wirtschaftszweiges. Im folgenden seien einige Beispiele angeführt. Beschäftigungsstatistik: Zahl der Arbeitsstunden, der Schichten, der Produktions menge, der Bestellungen; Beobachtungszeitraum: täglich, monatlich oder jährlich. Zweck: Grundlage für Kostenrechnung, Personalpflege. Absatzstatistik: Absatz der Erzeugnisse in Mengen oder Werteinheiten aufgeteilt nach: Abnehmergruppen (Großhändler, Verbraucher, Verarbeiter, Genossenschaft) oder nach Art des Absatzes (Bahn, Schiff, Lastwagen), nach Erzeugnissorten oder nach Absatzgebieten. Zweck: Erkenntnis der Absatzbewegung bei den Abnehmergruppen, in den Absatzbezirken, bei einzelnen Kunden, dementsprechende Maßnahmen für Werbung, Verkauf, Betriebs beschäftigung. Insbesondere Statistik der Verkaufspreise (wertvoll in graphischer Darstellung). Unk Ostenstatistik: verschieden in Industrie, Bank, Handel, Verkehr; Gesamtunkosten und einzelne Unkosten (Vertriebsunkosten, Verwaltungsunkosten, Gehälter, Unkosten der verschiedenen Abteilungen oder der verschiedenen Verarbeitungsstufen). Zweck: Über wachung, Kontrolle, Beobachtung, Kostenrechnung. Technische Statistik: wichtigstes Kennzeichen ist die mengenmäßige (nicht wert mäßige) Beobachtung; beschäftigt sich mit den Ergebnissen der technischen Betriebsaus rüstung. Zum Beispiel Erhebung über den Wirkungsgrad der Kraftmaschinen, über Leistung (Hervorbringung) der Arbeitsmasohinen, über Ausbeute, Ergebnisse oder Eohstoffe, z.B. che mische Industrie, Mühlenindustrie, Brauereien usw. Finanzstatistik: Vergleich der verfügbaren Mittel mit Verpflichtungen, verbunden mit Schätzung der voraussichtlichen Eingänge und Zahlungsverbindlichkeiten (Errechnung der Liquidität) des Betriebes. Lagerstatistik; Bewegung der Lagerbestände (Rohstoff-, Halb- und Fertigwaren), Kontrolle des Lagerumschlags. Ziel: möglichst kleine Läger, Erhöhung der Kapitalumschlags geschwindigkeit. Was die Organisation anlangt, so richtet sich diese nach dem Zweck und dem Umfang, den die Betriebs-Statistik annimmt oder annehmen soll. In Großbetrieben finden wir besondere statistische Abteilungen, oft in unmittelbarem Anschluß an die Leitung; in kleinen und mittleren Betrieben wird die Betriebs-Statistik mehr oder weniger von der Buchhaltungsstelle besorgt und hier wieder vielfach nur in gelegentlichen statistischen Zusammenstellungen. Über die Einrichtung und Aus gestaltung der Betriebs-Statistik in einzelne Unternehmungen finden sich Dar stellungen bei Calmes, Lilienthal, Zörner. Über die betriebliche Bedeutung der Betriebs-Statistik hinaus ist der volkswirtschaftliche Wert nicht zu unterschätzen, wenn die Ergebnisse der Betriebs-Statistik zusammengefaßt und veröffentlicht werden. Bisher fehlten gerade die Zahlen der inneren Betriebsvorgänge, z.B. über Lagervorräte, Auftragsbestand, Leistungsfähigkeit verschiedener Wirtschaftszweige. Solche Zahlen sind für den einzelnen Betrieb von größerem praktischen Wert als allgemeine Konjunkturbeobachtungen. Deshalb hat das Institut für Konjunkturforschung seit einiger Zeit auch neben der allgemeinen Konjunkturbeobachtung der Branchenstatistik und Branchenkonjunkturbeobaohtung besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Auch die einzelnen Wirtschaftsgruppen, wie z.B. die Fachgruppe Maschinenbau, die Fachgruppe Einzelhandel, widmen diesen Fragen ihre Aufmerksamkeit. Die Mitglieder werden aufgefordert, in gewissen Zeitabständen der Fachgruppe über die Bewegung der Umsätze, Aufträge, Vorräte, Preise, Unkosten mit genauen Zahlenangaben zu berichten. Diese Zahlen werden dann in der Ver bandsgeschäftsstelle zusammengesteütundeinzeln oder als Durchschnitt oderHöchst-undNied- rigstzahlen den berichtenden Mitgliedern bekanntgegeben, natürlich ohne Nennung der Namen.