40 ist also bei der Beurteilung der entscheidenden Frage: Wie groß ist das deutsche Volksvermögen? vorläufig allerdings auf Mutmaßungen und Schatzungen angewiesen. Wenn man aber alle Gegenstände, ob es sich nun um Häuser, Landgüter, Maschinen, Warenbestände, Juwelen oder andere Dinge handelt, zu dem heutigen Jnflations- tageswert addiert, so muß man zu einem ungeheuren buchmäßigen Volksvermögen gelangen. Vor dem Kriege hatte Steinmann-Bucher das deutsche Volksvermögen auf 350 bis 400 Milliarden veran schlagt, eine Schätzung, die aber offensichtlich sehr weit hinter dem tatsächlichen Bestände zurückblieb. Eine Bezifferung auf 600 Mil liarden wäre schon damals kaum ausreichend gewesen. Legt man eine Wertsteigerung infolge der Inflation auf das 1bfache zugrunde, — fast alle Güter sind um das zehnfache, sehr wichtige Güter, sogar Massengüter, wie Kohle usw, um das zwanzig- bis dreißig- fache gestiegen —, so kommt man zu der freilich phantastisch klingenden Summe von 9000 Milliarden, die bei einer Besteuerung von 6 pro Mille bereits 54 Milliarden erbringen würden. Legt man aber, solange Deutschland mit solcher Finanznot zu kämpfen hat, anstatt eines Satzes von 6 pro Mille einen solchen von 8 pro Mille zu grunde, was bei meinem System natürlich ohne weiteres möglich ist, und auch den einzelnen Zenstten noch keineswegs schwer belasten würde, so würde diese einzige Steuer bereits 72 Milliarden erbringen, d. h. schon den Hauptbedarf des Reiches vollauf decken. Ich betone natürlich, daß meine Zahlen nicht als Tatsachen genommen sein wollen, denn mir fehlen hierfür zur Ermittelung die nötigen Unter lagen; sie sollen vielmehr nur dazu dienen, die Idee der Vermögens haststeuer als solche zu erklären und zu begründen. Wenn also diesem Jnstations-Papiervermögen von 9000 Milliarden Mark, eine Schuldenlast von — ebenfalls beispielsweise — 900 Milliarden Papiermark gegenübersteht, so würde sich das Verhältnis von 1:10 ergeben. Sollte die allgemeine Konjunktur zurückgehen, so würden natürlich die Tageswerte sinken, und dann wäre das Verhältnis vielleicht 1: 9 oder 1:8, aber die Zinsen- und Amortisationsdeckung würde immer gesichert sein. Ich habe bisher die Vermögenshast steuer immer nur aus 6 Prozent (einschließlich Amortisation) fest gesetzt, es steht ja aber nichts im Wege, bei plötzlich eintretendem berechtigten Staatsbedarf, also aus einer gewissen Zwangs- und