41 Notlage des Staates heraus, wie sie jetzt besteht, diesen Satz auf B. 8 oder einen sonstigen Prozentsatz zu erhöhen; auch dann noch wäre die Vermögenshaststeuer im Vergleich zu den gegenwärtigen Steuern gering, für den einzelnen Steuerpflichtigen erträglich, und würde auch dann von ihren mancherlei Vorzügen kaum etwas einbüßen. Rechtfertigung und Kritik.*) Während es keiner Auseinandersetzung darüber bedarf, ob die Vermögenshaststeuer dem Grundsätze der Gerechtigkeit entspricht, kann wohl die Frage aufgeworfen werden, ob sie auch die Forderung der Gleichmäßigkeit erfüllt. Wird bei der Vermögenshaftsteuer jedör in gleichem Verhältnis besteuert? Diese Frage wird, da die 6 Prozent für jeden Steuerpflichtigen unterschiedslos gelten, doch wohl zu bejahen sein; unter allen Umständen für diejenigen, welche in einer Proportionalsteuer die Gleichmäßigkeit der Besteuerung erblicken, nicht natürlich für die Anhänger einer Progressivsteuer. Um die Gerechtigkeit der Vermögenshaftsteuer darzutun, greife ich aus das oben gebrachte Beispiel von dem Besitzer zurück, der für eine Million Aktien zum Parikurse erworben hat. Am Steuer stichtage steht der Kurs auf 400, demzufolge muß der Besitzer, da sein Vermögen nun 4 Millionen beträgt, heute eine Vermögens abgabe von 50 Prozent gleich 2 Millionen leisten. Bald daraus geht der Kurs aus Pari zurück, er hat jetzt wieder 1 Million Ver mögen, aber dieses war inzwischen schon mit einer Abgabeverpflich tung von 2 Millionen belastet worden. Derartige offensichtliche Un gerechtigkeiten sind bei der jährlich zu erhebenden Vermögenshaft steuer ganz unmöglich. Im ersten Steuerjahr hätte derselbe Steuer zahler freilich für den zehnten Teil von 4 Millionen gleich 400 000 Mark 6 Prozent, d. h. also 24 000 M., zahlen müssen, aber im zweiten Jahre wäre der Betrag schon automatisch auf 6000 M. heruntergegangen. Volkswirtschaftlich könnte man bei oberflächlicher Betrachtung wohl auf den Gedanken kommen, daß die Vermögenshaftsteuer *) In diesem und den folgenden Kapiteln werden sich gewisse Wieder holungen und Hinweise auf früher Gesagtes nicht vermeiden lassen; die übliche Methode, einfach die Seitenzahlen anzuführen, ist aber im Interesse des Lesers vermieden worden, der die Wiederholung vielleicht lieber in Kauf nehmen wird, als wenn ihm die Mühe des Zurückblätterns auferlegt wird.