5 der besonderen Art des europäisch-asiatischen WechselveSrkehrs — in der einseitigen Preisbildung theoretisch alles andere als ein Mangel liegen, praktisch zeitigt diese nach unseren Maßstäben unvollkommene Organisation der Preisbildung ­ jedoch Unzuträglichkeiten. Nach Swoboda 1 ) werden in der Royal Exchange in London außerhalb des offiziellen Börsenkurszettels von anderen Plätzen häufig notiert; Bombay, Madras und Kalkutta in Pence für 1 Rupie, Singapur „ „ „ 1 Dollar, Hongkong „ ,, „ 1 Dollar, Schanghai ,, ,, „ 1 Tael. Abgesehen von der geringen Bedeutung der Royal Exchange ­ lind davon, daß die gewöhnlich bei englischen Wechselkursen ­ nicht übliche „direkte“ Notierung bereits gegen allzu große Selbständigkeit der Notiz spricht, weiß man an den meisten Plätzen des Ostens von den Notierungen der Royal Exchange nichts und streitet ihr außerdem übereinstimmend jede Bedeutung oder Selbständigkeit für die Preisbildung ab. Das gilt auch für die von Sonndorfer 1 2 ) erwähnte Londoner Notierung britisch-ostindischer Plätze. Die Wechselkurse werden in Asien nicht offiziell notiert, ­ ein börsenmäßiger Verkehr findet nirgends statt. Sämtliche ­ veröffentlichten Notizen sind private Preisangaben von Banken oder Maklern, Der Umsatz vollzieht sich überall nur von Bank zu Bank durch Vermittlung von Maklern. Faßt man den Werdegang des asiatischen, insbesondere des ostasiatischen Geschäfts ins Auge, so ergibt sich daraus der Ursprung der Unterschiede zwischen asiatischen und europäischen Wechselkursverhältnissen. Während die Handelsbeziehungen ­ etwa zwischen Frankreich und Deutschland ­ sich von jeher beiderseits auf eine breite Grundlage stützten, ist der Handelsverkehr mit dem Osten aus dem Filialbetrieb an den wenigen, den Fremden geöffneten Hafenplätzen entstanden. Ein direkter Verkehr zwischen nur in Europa ansässigen Firmen und eingeborenen Händ1) ­ Swoboda, Arbitrage, 13. Aufl. 2) Sonndorfer-Ottel, Lehrbuch der internationalen Handelskunde. ­ Wien und Leipzig (Alfred Holder) 1912. S. 56.