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        <title>Über asiatische Wechselkurse</title>
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Während nun die Dezimaleinteilung gleichmäßig durch 
geführt ist, ist das Gewicht eines Taels fast überall verschie 
den, so daß man über 100, nach anderen sogar mehrere 100 
Arten kennt, deren wichtigste der Kanton-, der Haikuan- 
(für das Seezollamt) und der Schanghai-Tael sind. In ähn 
licher Weise sind, wie bereits erwähnt, die Käscharten ört 
lich verschieden; die Wertrelation zwischen den einzelnen 
Käscharten und zwischen Käsch und Silber pflegt täglich in 
den Städten durch die chinesische Bankiergilde festgestellt 
zu werden. Für den in dieser Arbeit zu berücksichtigenden 
internationalen Verkehr kommen die Relationen nicht in 
Betracht; ebenso interessiert in dem hier gezogenen Rahmen 
die Bewertung der Silbertaels untereinander nur insoweit, 
als es sich um die Feststellung handelt, ob diese Bewertung 
nur eine Umrechnung oder eine wechselkursartige Preis 
bildung darstellt. Es kann daher wegen weiterer Einzel 
heiten auf die Handbücher (besonders S w o b o d a) und 
die Literatur verwiesen werden. 
Hinzuzufügen bleibt nur noch, was neben den schuh 
ähnlichen Barren an Münzen geschont oder als Münze 
schlechthin umläuft. Es sind dies Silberdollars der Münze 
zu Kanton und der Münze zu Wouschang, beide mit Unter 
teilungen von 20,10 und 5 Centstücken, der berühmte Mexi- 
candollar, der stets geschont wird, weiter britische Hong 
kong- und alte Straits Dollars, und endlich in geringerem 
Umfange Yen-Stücke und französische Tonkindollars. Dazu 
kommen mit wachsender Bedeutung die von den chinesi 
schen und fremden Banken ausgegebenen Noten; die Noten 
der ersteren sind durch die zwar nicht formelle, tatsächlich 
aber doch solidarische Bürgschaft der Bankgilden so gut wie 
gedeckt, während die Noten der Fremdbanken — wie ein 
mal der Geschäftsbericht der Hongkong &amp; Shanghai Banking 
Corporation sagt, — Dollar für Dollar bar gedeckt sind. 
Diese Noten bedingen vielfach wegen ihrer bequemen Hand 
habung ein Agio, 
Nach „The China Year-Book 1912" wird der Geldum 
lauf Chinas für 1911 wie folgt geschätzt: 
Ausländische Dollars Dollars 114 Mill, 
Silberscheidemünzen (20, 10,5 Cents) „ 1500 „</div>
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