31 Arbeit seiner Väter enteignen will. Sie bedeutet nur eine Fort entwicklung in organisch aufsteigender Linie unter allgemeinem Einsatz derjenigen Energien, die, erfahrungsgemäß wirkungsfähig, die deutsche Industrie auf den hohen in aller Welt beneideten Stand gebracht haben. Die Arbeitsaktie krönt die soziale Ent wicklung des arbeitenden Menschen, für die auch bisher Deutsch land in der Welt vorbildlich gewesen ist und ist die Anerkennung des tatsächlichen Wertes der volkswirtschaftlichen Einlagen des arbeitenden Menschen in jedem Betriebe, nicht mehr die Arbeit als gekauftes Gut wertend, sondern als freie Interesseneinlage in den Betrieb. Das ist eine vollkommene nach allen Seiten gerechte Versöhnungsform, die für alle Glieder der Wirt schaft fördernd und gedeihlich wirken kann. Ich muß noch auf einen Einwand eingehen, der mir sicher nicht erspart bleiben wird, auf die Frage: Wer trägt das Risiko? Ich weiß auch von vornherein, daß es von zahlreichen Unterneh mern als Unrecht empfunden werden wird, daß das kapitalisti sche Risiko einzig und allein auf dem kapitalistischen Mitbesitzer des Betriebes ruhen muß, während der arbeitende Mitunternehmer scheinbar keinen Anteil daran nimmt und nehmen darf. Ist denn aber der Mensch, der dem Betriebe seine Arbeit als Werteinlage zur Verfügung stellt, ganz von einem Risiko frei ? Liegt nicht gerade in dem Verbrauch der Arbeitskraft, der mit Bestimmt heit zu einem gewissen Zeitpunkt eintritt, auch ein Risiko, ein Nachteil gegenüber dem kapitalistischen Einsatz, der ohnehin auch durch etwaige Krankheit des Aktieninhabers nicht berührt wird. Ist nicht in vielen Berufen irgendeine Berufskrankheit, die die Arbeitskraft beeinträchtigen kann, eine ganz normale Er scheinung, selbst wenn man von Betriebsunfällen ganz und gar absieht? Ein jeder trägt das Risiko seiner Werteinlage und unter diesem Gesichtspunkte muß der Unternehmer auch das Risiko des Arbeitsaktieninhabers als Teilnahme am Risiko des aus Kapital und Arbeit zusammengesetzten Betriebes anerkennen. Zu dem ist das Risiko in der gegenwärtigen Wirtschaft zumindest nicht allgemein sehr hoch, man kann es im Gegenteil in der Regel als gering bezeichnen, und bei wirklich mit starkem Risiko belasteten Unternehmungen wird billigerweise auch kein Einwand dagegen erhoben werden können, daß etwa der Unternehmer eine be sondere Risikoprämie für sich gleichfalls vor der Dividenden verteilung in Abzug bringen kann. Denn es ist nur gerecht und unbedingt notwendig, daß auch zur Erprobung von industriellen