— 33 rungsanstalten in Deutschland" es gleichwohl wagt, den Gründern der „Deutschen Volksversicherung" unlautere Nebenabsichten zu unter stellen, so spricht er damit eine Verdächtigung aus, deren Haltlosig keit auch ihm selbst bewußt sein sollte. Herr Kapp kennt doch bas Wort: „Man sucht niemand hinter der Tür, man habe denn selbst dahinter gestanden"? Nur durch seine Winkelzüge ist eine schnelle Er ledigung der Sache verzögert worden. Er veranlaßte zunächst den „Zentralausschuß zur Förderung der Volksversicherung", um ihm nach dem 9. Januar 1913 den Todesstoß zu versetzen, als er sich nicht dazu bereitfinden wollte, den „Verband öffentlicher Lebens versicherungsanstalten" als das einzig Wahre zu erklären. Herr Kapp schuf, als alle Stränge rissen, das Kartell mit den von ihm doch so tief gehaßten alten Volksversicherungsgesellschaften, um ein einheitliches Vorgehen auf dem Gebiete der gemeinnützigen Volksversicherung zu hintertreiben. Auf Herrn Geheimen Oberregierungsrat Dr. Kapp lastet die schwere Schuld, ein einheitliches Vorgehen aller nationalen Kreise auf dem Gebiete der gemeinnützigen Volksversicherung verhindert zu haben. Hätte Herr Kapp gewollt, so hätten wir heute eine allgemeine deutsche, gemeinnützige, nationale Volksversicherung, in der alle Teile unseres Volkes mitarbeiten könnten. So aber sehen wir das klägliche Schauspiel vor uns, daß Männer der „Deutschen Volksversicherung", einem wahrhaft nationalen und gemeinnützigen Unternehmen, das ein Idealbild wirtschaftlicher, politischer und kon fessioneller Neutralität bildet, den Kampf ansagen und ihn in einer Weise führen, wie er im Interesse der nationalen Sache nicht ge führt werden darf. Für sich haben die öffentlichen Lebensversiche rungsanstalten damit nicht viel erreicht. Wohl aber sind sie die Ver anlassung dazu geworden, daß die große Sterbekasse des „Deutschen Kriegerbundes", die ursprünglich mitarbeiten wollte in der großen gemeinnützigen Volksversicherung, trotz des Murrens vieler Tausende seiner Mitglieder zur — „Friedrich Wilhelm" abschwenkte, als die Einigungsverhandlungen gescheitert waren. Alle diese Vorgänge sind höchst bedauerlich und liegen keineswegs im nationalen Interesse. Uns nationalen Arbeitern hat das viel erwähnte Protokoll vor gelegen, als wir am 24. Januar 1913 im Verein mit nationalen Organisationen des Mittelstandes den Gründern der „Deutschen Volksversicherung" nahelegten, den Plan trotz allem durchzuführen. Den höchsten Behörden des Reichs ist dieses Protokoll bekannt ge wesen, als sie der jungen Gesellschaft ihre Unterstützung zuwandten. Der Staatsminister Dr. Graf von Posadowsky-Wehner kannte nicht minder jedes Wort dieses Protokolls, als er in dankenswerter Weise den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm. Glaubt wirklich jemand im Ernst, es hätte sich einer dieser Beteiligten dazu hergegeben, pri vate Interessen irgendeiner Finanzgruppe mit feinem Namen zu decken? Nein! — Wir alle wußten, was wir taten! Wir sahen in der Gründung der „Deutschen Volksversicherung" eine nationale und soziale Notwendigkeit. Wir wußten, daß nur Unverstand oder böser Wille Verdächtigungen aussprechen konnten, wie sie heute von den Sozial demokraten und den öffentlichen Anstalten in brüderlicher Eintracht merbreitet werden. Hätte der Geheime Oberregierungsrat Dr. Kapp, wie es, um mit Schiller zu sprechen, „Pflicht sur jeden" ist, zum Ganzen gestrebt, statt unser Volk