Die Bevölkerungsverhältnisse der Erde Heute ist also die durchschnittliche Besiedlung der Erde noch eine mäßige. Trotzdem herrscht in so vielen Gegenden Mangel am Nötigsten. Man könnte also die Frage aufwerfen, ob die Erde genügend Nahrung für ihre Bewohner erzeugen kann, da ja nur ein Teil des Festlandes Ackerland ist. Diesbezüglich stehen die Verhältnisse folgendermaßen: Das bereits kultivierte Ackerland macht etwa 15% der festen Erdoberfläche aus. Durchschnittlich entfallen auf den Quadratkilometer Ackerland in Europa 161, in Asien 119, in Afrika 36, in Amerika 45, in Australien und Ozeanien 18 Menschen. Man erkennt sofort, um wieviel intensiver die Bodenkultur in den dicht bevölkerten Erdteilen sein muß, um der größeren Menschenzahl genügende Nahrung zu geben, das heißt wieviel Mehrarbeit dort aufgewendet werden muß. * Außer den bereits unter den Pflug genommenen 15% der festen Erdrinde sind aber 37% noch unbebaute Weiden und Steppen, dann 26% Wald- und Buschland vorhanden, die bei Bedarf ausgenutzt werden könnten. Nur 22% der Erdfeste sind Wüsten und sonstige unproduktive Gebiete. Faßt man Ackerland, Wiesen und Weiden sowie Steppen unter der Bezeichnung »kulturfähiges Land« zusammen, so ent fallen auf den Quadratkilometer desselben in Europa 85, in Asien 32, in Afrika 9 2, in Amerika 10'5 und in Australien gar nur 2'06 Einwohner. Man sieht, daß die Erde in ihrer Gesamtheit auch die Be dürfnisse einer vielfach zahlreicheren Bevölkerung, als sie heute besitzt, leicht decken könnte, wenn sie entsprechend ausgenutzt würde. Wie die Verteilung der Menschheit auf die verschiedenen Erd teile eine sehr ungleiche ist, so sind auch die einzelnen Staaten sehr ungleich besiedelt. Die diesbezüglichen Verhältnisse sind jedem statistischen Atlas (z. B. Prof. Hickmanns geographisch-statistischem Universal atlas) zu entnehmen. Sucht man aus dessen Tabellen diejenigen Gebiete heraus, die mehr als 50 Einwohner pro Quadratkilometer haben, und zieht die Summen, so sieht man, wie durch einen Blick auf eine Bevölkerungskarte der Erde sofort bestätigt wird, daß sich auf unserem Planeten drei große Mensohenanhäufungen finden, und zwar: