46 Europäische Kolonisation Für diese theoretische Untersuchung, die ja nichts anderes bezweckt, als aufzuzeigen, daß es ganz gut möglich wäre, wenigstens für einige kommende Generationen vorzusorgen, wenn statt einer Macht- und Haßpolitik eine vernunftgemäße Zusammenarbeit ein- treten würde, wollen wir die praktischen Bedenken zunächst bei seite lassen. Setzen wir also voraus, daß es gelingen würde, ganz Europa zu intensivster Produktionsarbeit zu vereinen, und versuchen wir abzuschätzen, was auf diesem Wege zu erreichen wäre. Eine Zusammenstellung der Anbauflächen und Produktions ergebnisse der Hauptgetreidearten in den wichtigsten Staaten Europas vom Jahre 1901 bietet Meyers Konversationslexikon, Band 7, S. 764 und 765. Ordnen wir die Staaten nach den von ihnen erzielten Hektar erträgen, so erhalten wir folgende Zusammenstellung: Hektarertrag Anbaufläche Ernte 1901 in in in Hektolitern Hektar Hektolitern Belgien . . 35 705.000 25,300.000 Niederlande 32 447.000 14,300.000 Dänemark 30 802.000 24.600.000 Schweden 27 1,532.000 41,364.000 Norwegen 27 155.000 4,185.000 Großbritannien und Irland 27 3,352.000 90,900.000 Deutschland 24 13,845.000 342,000.000 Frankreich 17 11,982.000 210,300.000 Das frühere Österreich . . 16 5,900.000 99,000.000 Das frühere Ungarn . . . 16 6,477.000 106,500.000 Rumänien 15 2,448000 38,800.000 Italien 9-6 5.501.000 53,100.000 Das frühere europäische Rußland 8-8 78,095.000 691.900.000 Summe . . . — 131,241.000 1.742,249.000 Es fällt zunächst auf, wie verschieden die Hektarerträge sind. Gewiß haben daran die klimatischen Verhältnisse und die Güte des Bodens ihren Anteil. Aber der Einfluß der landwirt schaftlichen Bildungsstufe und der Zwang zu produzieren, unter